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P.C. Cast und Kristin Cast - „Geweckt“

House of Night Band 8

ISBN: 9-783-596-19306-6

 

Klappentext:

Was ist stärker: Die Bande der Freundschaft oder die Fesseln der Liebe? Neferet, die Hohepriesterin des House of Night in Tulsa, hat Rache geschworen an Zoey. Dabei ist der unsterbliche Kalona nur eine der Waffen, die sie einsetzen will. Doch Zoey hat Zuflucht bei Königin Sgiach auf der Isle of Skye vor der Küste Schottlands gefunden. Dort müssen sie und ihr Krieger Stark erst einmal wieder zu Kräften kommen. Außerdem möchte Sgiach sie zu ihrer Nachfolgerin ernennen. Warum soll sie also wieder nach Tulsa und zum House of Night zurückkehren? Nach dem Tod von Heath ist sowieso nichts mehr so wie früher. Und auch die Beziehung zu Stark könnte nicht mehr das sein, was sie einmal war. GEWECKT ist der achte Band der großen House of Night-Vampyr-Serie

 

Inhalt:

Zoey und Stark bleiben noch eine Weile auf Skye. Zoey würde am liebsten nie wieder nach Tulsa zurück kehren. Doch ein Todesfall ruft sie zurück.

Ein allseits beliebter und unschuldiger Schüler wird Opfer von Neferets doppeltem Spiel. Zoey und ihre Freunde haben sie durchschaut, kommen aber nicht an sie heran.

Die Zeremonie der Verbrennung wird nur halt so andächtig, wie es das Opfer verdient hätte. Denn Rephaim taucht auf. Während Steve Rae ihren Freunden reinen Wein einschenkt, begibt sie sich in Lebensgefahr. Aber ihre Freunde stehen zu ihr.

 

Leseprobe:

… »Ich denke, niemand von uns glaubt, dass Neferet an Jacks Tod unschuldig ist, aber was wir glauben und was wir beweisen können, ist zweierlei. Der Hohe Rat hat schon einmal zu Neferets Gunsten und somit im Grunde gegen uns entschieden. Wenn wir mit weiteren Verdächtigungen ohne stichhaltige Beweise vor ihn treten, werden wir uns nur noch mehr in Verruf bringen.«

»Schon kapiert, aber es macht mich ganz wahnsinnig.«

»Es macht uns alle wahnsinnig«, sagte Stevie Rae. »Ohne Ende.«

Aphrodite schien Stevie Raes ungewöhnlich harten Ton bemerkt zu haben. Sie hob eine Augenbraue. »Okay, dann nehmen wir doch was von unserem Wahnsinn und jagen diese Schlange damit ein für allemal zum Teufel.«

»Was hast du vor?«, fragte Stevie Rae.

»Zuerst muss Zoey ihr faules Hinterteil hochkriegen und sich wieder hierherbequemen. Neferet wird garantiert was gegen sie unternehmen – so wie sie Z hasst, ist das vorprogrammiert. Nur werden wir diesmal Augen und Ohren weit aufsperren und uns Beweise verschaffen, die dieser Neferet-Fanclub, der sich Hoher Rat schimpft, nicht ignorieren kann.« Ohne eine Antwort abzuwarten, zog sie ihr iPhone aus ihrer Metallic-Handtasche, gab ihre Pin ein und sprach hinein: »Anruf Zoey.«

»Hey, das wollte ich machen.«

Aphrodite verdrehte die Augen. »Oh. Sorry, du kommst zu spät. Außerdem bist du zu verdammt nett. Was Z braucht, ist gnadenloser Klartext und richtig Feuer unterm Hintern. Dafür bin ich genau die Richtige.« Sie verstummte, horchte und verdrehte wieder die Augen. »Ist nur ihre scheußliche pseudo-disneymäßige Hi Leute! Oh, wie toll, dass ihr anruft, hinterlasst mir ’ne Nachricht, alles Liebe!-Mailbox«, äffte sie in übersprudelnd fröhlichem Ton nach. Dann holte sie tief Luft und wartete auf das  piep.

Flink schnappte sich Stevie Rae das Handy und sprach hinein: »Z, ich bin’s, nich Aphrodite. Ruf mich bitte auf der Stelle an, wenn du das abhörst. Es ist superwichtig.« Dann drückte sie den Ende-Knopf und funkelte Aphrodite an. »Hör zu, eins will ich mal klarstellen. Nur weil ich mich bemühe, mich anständig zu benehmen, heißt das nich, dass ich zu nett bin. Was mit Jack passiert ist, ist schlimm genug. Es aus der Mailbox zu erfahren, ist das Letzte. Außerdem halt ich’s für keine gute Idee, Zoey so ’nen Schock zu versetzen, nachdem gerade ihre Seele zersplittert war.«

Aphrodite riss Stevie Rae das iPhone wieder aus der Hand. »Pass auf. Wir haben keine Zeit, um auf Zehenspitzen um Zoey rumzuschleichen. Sie muss sich wie ’ne erwachsene Hohepriesterin benehmen und der Sache ins Auge sehen.«

Stevie Rae rückte ganz nahe an Aphrodite heran, woraufhin Darius automatisch einen Schritt näher trat. »Nein, du passt jetzt mal auf. Z muss sich nich wie ’ne erwachsene Hohepriesterin benehmen. Sie ist eine. Aber sie hat gerade jemanden verloren, den sie geliebt hat. Das kapierst du anscheinend nich. Wenn wir im Moment Rücksicht auf sie nehmen, dann nich deswegen, weil wir sie für ’n Baby halten. Sondern weil wir ihre Freunde sind. Manchmal muss man jemanden halt ’n bisschen schonen.« Kopfschüttelnd blickte sie Darius an. »Mann, du musst Aphrodite doch nich vor mir beschützen! Was ist los mit dir, Darius?«

Darius sah sie an und sagte offen: »Einen Moment lang haben deine Augen rot aufgeblitzt.«

Stevie Rae achtete sorgfältig darauf, dass ihr Gesichtsausdruck sich nicht veränderte. »Na ja, kein Wunder. Dass Neferet bei der Sache mit Jack mal wieder ungeschoren davonkommt, find ich ganz schön bitter. Du wärst genauso sauer, wenn du die ganze Geschichte miterlebt hättest.«

»Vermutlich, aber meine Augen würden nicht rot glühen.«

»Darüber reden wir noch mal, wenn du gestorben und entstorben bist.« Sie wandte sich an Aphrodite. »Ich muss noch ’n paar Sachen erledigen. Könnt ihr beide hierbleiben und ’n Auge auf Damien haben? Ich glaub nich eine Sekunde lang, dass Neferet sich wirklich zum Beten in ihr Zimmer verkrümelt hat.«

»Ja, ist okay«, sagte Aphrodite.

»Wenn er aufwacht, seid nett zu ihm.«

»Nerv nicht. Natürlich sind wir nett zu ihm.«

»Gut. Ich komm bald zurück, aber wenn ihr ’ne Pause braucht, ruft die Zwillinge an, die können euch ablösen.«

»Schon kapiert. Bis dann.«

»Bis dann.« Stevie Rae setzte sich eilig in Bewegung. Sie spürte Darius’ forschenden Blick so intensiv im Rücken, als wäre er ein physisches Gewicht. Ich darf mir von Darius kein schlechtes Gewissen mehr machen lassen!, befahl sie sich schroff. Ich hab nichts getan. Meine Augen glühen halt rot, wenn ich sauer bin. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Prägung mit Rephaim hab. Ich hab ihn verlassen. Heute hab ich ihn ignoriert. Okay, sicher, ich will ihn finden und fragen, was zum Henker er über Jack weiß, aber nich, weil ich Lust dazu hab. Sondern weil ich muss, versuchte sie sich im Stillen zu überzeugen – und war so in Gedanken vertieft, dass sie fast in Erik hineinrannte.

»Uh, hey, Stevie Rae. Wie geht es Damien?«

»Was glaubst du denn? Sein Freund, den er geliebt hat, ist gerade auf scheußliche Art gestorben. Natürlich geht’s ihm scheiße. Aber er schläft. Endlich.«

»Hey, hey, sei doch nicht gleich so aggressiv. Weißt du, ich mach mir wirklich Sorgen um ihn. Und ich hab Jack auch gemocht.«

Stevie Rae betrachtete ihn genauer. Er sah tatsächlich ganz schön mitgenommen aus, und das war bei Erik dem Sonnyboy echt ungewöhnlich. Man sah sogar, dass er geweint hatte. Dann erinnerte sie sich, dass er das Zimmer mit Jack geteilt und ihn auch richtig lieb verteidigt hatte, als dieses Arschloch von Thor ihn fertigmachen wollte, weil er schwul war. Sie legte ihm die Hand auf den Arm. »Sorry. Ich bin einfach total durcheinander wegen all dem. Ich wollte nicht so gereizt rüberkommen. Okay, noch mal von vorn.« Sie holte Atem und lächelte matt. »Damien schläft gerade, aber es geht ihm nich gut. Wenn er aufwacht, wird er Unterstützung von all seinen Freunden brauchen, auch von dir. Danke, dass du nachfragst und für ihn da sein willst.«

Erik nickte und drückte ihr kurz die Hand. »Dir auch danke. Ich weiß, du magst mich wegen der Geschichte mit Zoey nicht besonders, aber ich bin trotz allem Damiens Freund. Lass mich wissen, wenn ich etwas für ihn tun kann.« Er hielt inne, spähte in beide Richtungen den Flur entlang, kam einen Schritt näher und fragte leise: »Neferet hatte was damit zu tun, oder?«

Stevie Raes Augen weiteten sich vor Überraschung. »Wie kommst du darauf?«

»Ich weiß, dass sie nicht koscher ist. Ich hab mal erlebt, wie sie ihre Maske fallen ließ, und das war echt übel.«

»Ja, okay. Du hast recht, Neferet ist ziemlich übel, aber du hast genau wie ich gesehen, dass sie direkt vor uns stand, als es passierte.«

»Trotzdem denkst du, dass sie dahintersteckt.«

Es war keine Frage, aber Stevie Rae nickte stumm.

»Ich wusste es. Was für ein Scheiß-House of Night. Nur gut, dass ich das Angebot vom House of Night in L.A. angenommen habe.«

Stevie Rae schüttelte den Kopf. »Also deshalb hast du gefragt? Das machst du also, wenn was Böses passiert – abhauen?«

»Was kann ein einzelner Vampyr schon gegen Neferet ausrichten? Der Hohe Rat hat sie wieder in ihr Amt eingesetzt. Die sind auf ihrer Seite.« …