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Marion Zimmer Bradley - "Landung auf Darkover"

- Darkoversage -

ISBN 3-426-60958-4

 

Klappentext:

Der Roman, der erzählt, wie alles begann!

 

Ein terranisches Raumschiff wird von einem verheerenden Gravitätssturm erfasst und tausende von Lichtjahren weit in einen unerforschten Teil der Galaxie geschleudert. Bei der Notlandung wird das Schiff so schwer beschädigt, dass der Besatzung nur eine Möglichkeit bleibt:

Sie müssen den Kampf ums überleben auf diesem geheimnisvollen Planeten unter der blutroten Sonne aufnehmen - einem Planeten, den ihre Nachfahren eines Tages Darkover nennen werden.

 

Inhalt:

Eine Gruppe Terraner ist in einem Raumschiff unterwegs, um einen neuen Planeten zu besiedeln. Allerdings geraten sie in einen Gravitätssturm und kommen dabei weit von der geplanten Route ab. Ihr Schiff wird beschädigt und sie müssen notlanden.

Das Schiff ist irreparabel kaputt und die Menschen versuchen zunächst verzweifelt das Schiff wieder flugtauglich zu machen, aber dieser Kampf scheint aussichtslos. Zumal ein Naturereignis auf diesem Planeten ihnen allen vorübergehend die Sinne raubt. Eier zerstört das Schiff dabei noch mehr.

Die Frauen sind nach diesem Ereignis alle schwanger und man muss sich nun darum kümmern, dass man sich auf dem Planeten wohnlich einrichtet.

Von nun an findet man sich mit den Gegebenheiten ab und gründet eine neue Zivilisation. Das wollte man ja sowieso. Dann eben auf diesem Planeten.

 

Leseprobe:

... Sie hörte das geheimnisvolle Rascheln in den Blättern über ihrem Kopf und hielt an, um in die Höhe zu schauen, und ihr Atem stockte in unbändiger Vorfreude. So tief war ihr Hoffen und Sehnen, das fremde, unvergessene Gesicht wieder zu sehen, dass sie hätte weinen können, als es nur einer von den Kleinen war, einer der kleinen, rotäugigen Fremden, der sie scheu und wild aus den Blättern heraus anblickte, dann den Stamm heruntergeeilt und zitternd und doch zuversichtlich die Hände ausstreckte.

Bis zu seinem Geist konnte sie nicht vollständig vordringen. Sie wusste, die Kleinen lagen in ihrer Entwicklung hinter ihr zurück, die Sprachbarriere war zu groß. Doch auch sie verständigten sich irgendwie. Der kleine Baum-Mann wusste: Sie war diejenige, die er suchte. Und Judy wusste: Er war zu ihr geschickt worden und trug eine Botschaft bei sich, die sie verzweifelt zu hören begehrte. In den Bäumen tauchten weitere fremde und scheue Gesichter auf, und im nächsten Moment waren sie sich ihres Wohlwollens bewusst und rutschten herunter und wimmelten rings um sie her. Einer von ihnen schob eine kleine, kühle Hand zwischen ihre Finger; ein anderer schmückte sie mit leuchtend bunten Blättern und Blüten. Als sie sie weiterführten, war ihre Haltung nahezu ehrerbietig, und sie ging ohne Protest mit ihnen, da sie wusste: Dies war nur eine Einleitung für die eigentliche Begegnung nach der sie sich sehnte.

Hoch oben in dem zerstörten Schiff donnerte eine Explosion. Der Boden zitterte, und die Echos rollten durch den Wald und schreckten die Vögel in den Bäumen auf. Sie flatterten hoch - eine Wolke, die einen Moment lang die Sonne verdunkelte, doch in der Lichtung der Erdenmenschen hörte sie keiner ...

Moray ruhte lang ausgestreckt auf dem weichen, gepflügten Boden des Gartenareals und lauschte mit einem tiefen inneren Wissen den sanften Weisen des Wachstums der pflanzen, die im Boden eingebettet waren. In jenen ausgedehnten Minuten schien es ihm, dass er das Gras und die Bl?tter wachsen hören konnte, dass sich einige der fremdartigen Erdpflanzen beklagten, weinten, starben, während andere wiederum in diesem fremden Boden gediehen und sich entwickelten, wobei sich ihre Zellen veränderten und wandelten, wie dies für einen Anpassung und ein überleben notwendig war. Nichts von all dem hätte er in Worte fassen können, und als pragmatischer und realistischer Mensch würde er niemals vernunftgem?? an ASW glauben. Dich die bisher nicht benutzten Zentren seines Gehirns waren durch den geheimnisvollen Wahnsinn dieser Zeit simuliert, und so versuchte er nicht, Erkl?rungen zu finden oder sich irgendeine Meinung zu bilden. Er wusste einfach und akzeptierte dieses Wissen - und die Gewissheit, dass es ihn nie wieder verlassen würde.

 

Pater Valentine wurde von der über der Lichtung aufgehenden Sonne geweckt. Zuerst saß er benommen am Boden, noch von jenem seltsamen Bewusstsein überflutet, und blickte staunend zu der Sonne und den vier Monden empor, die er durch eine Eigenheit des Lichts oder seiner geheimnisvollen intensivierten Sinne trotz des dunkelvioletten Sonnenaufgangs deutlich sehen konnte .. grün, violett, alabasterfarben und perlweiß, pfauenblau. Dann flutete die Erinnerung in ihn zurück, und das Grauen, als er die Männer - sie geh?rten zur Schiffsmannschaft - rings um sich verstreut sah, noch tief im Schlaf, erschöpft!" Der vollkommene, grauenhafte Schrecken dessen, was er in jenen Stunden der Finsternis und der animalischen Gelüste getan hatte, wurde einem Verstand offenbar, der zu verwirrt und überreizt war, um sich seines eigenen Wahnsinns bewusst zu sein.

Eines der Mannschaftsmitglieder trug ein Messer in seinem Gürtel. Das Gesicht des kleinen Priesters war tränenüberströmt, als er das Messer herauszerrte und sehr gewissenhaft damit begann, alle Zeugen seiner Sünde auszumerzen - als er das strömende Blut beobachtete, murmelte er die Sätze der alten Riten vor sich hin ...