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Marion Zimmer Bradley - "Herrin der Falken"

- Darkoversaga -

ISBN: 3-426-60699-5

 

Klappentext:

Das Zeitalter des Chaos: 1000 Jahre sind seit der Landung auf dem Planeten vergangen. Die Nachfahren der Siedler haben jedes Wissen über ihre Herkunft verloren und leben in einer mittelalterlichen Welt.

 

497 Seiten stark und fesselnd wie wir das von Marion Zimmer Bradley kennen.

Romilly Mac Aran wächst weit entfernt von Krieg und Unheil auf. Der Hof ihres Vaters ist ihre Heimat. Mit den Falken, Pferden und Hunden. Romilly besitzt die Gabe, mit den Tieren zu reden. Nicht auf verbaler Ebene sondern im geistigen Sinnen. Sie kann einfach gut mit Tieren umgehen und zähmt sich einen Falken, der sonst gestorben wäre.

 

Inhalt:

"Romilly geriet in Verzweiflung. Sie hatte das frischeste Fleisch mitgebracht, das in der Küche aufzutreiben war, und nun war es nicht frisch genug. Der Falke begann, ihr zu vertrauen, hätte vielleicht Atzung vom Handschuh angenommen, wenn sie etwas gehabt hätte, das sich ohne Ekel schlucken ließ... eine Ratte raschelt im Stroh, und Romilly ertappte sich dabei, dass sie aus den Augen des Vogels mit echtem Hunger nach dem kleinen Tier blickte..."

Alles ist in Ordnung für sie, bis ihr gesagt wird, wen sie heiraten soll. Aus ist es mit der Unbeschwertheit. Von jetzt an soll sie ganz Frau sein. Nur noch Röcke tragen und im Haus bleiben.

Kurz vor ihrer Hochzeit reist sie aus. Sie will zu ihrem Bruder in den Turm, mit dem Ziel ihr Laran ausbilden zu lassen.

"Plötzlich überwältigte Romilly das Verlangen, ebenso frei zu sein, so frei wie Preciosa in der Wildnis, damit sie sein konnte, was sie war. Zitternd zog sie eine alte Strickweste über ihren wunden Rücken und legt Jacke und Hose an. Geräuschlos schlüpfte sie hinaus in den Flur, die Stiefel in der Hand. Es waren Damenstiefel, und eine Frau, das hatte sie ihr ganzes Leben lang gehïört, war allein auf den Straßen nicht sicher. Jetzt wusste sie auch, warum seit Dom Garris sie zu Mitsommer angesehen hatte. Ruyvens Zimmer mit allen Dingen, die er zurü hatte, war nie mehr betreten worden. Romilly stahl sich hinein, nahm aus einer kommode eins seiner einfacheren Hemden und eine alte Lederhose, die ihr ein bisschen zu groß war, zog Darrens zu eng sitzende Hose aus und stieg in Ruyvens weite. Sie versorgte sich mit einem Mantel und einer ledernen Überjacke. Noch einmal kehrte sie in ihr Zimmer zurück, um ihren eigenen Falkenhandschuh zu holen. Als sie daran dachte, dass Preciosa fort war, hätte sie ihn beinahe liegen gelassen. Aber sie sagte sich: Eines Tages werde ich wieder einen Falken haben, und der Handschuh soll mich an Preciosa erinnern. Bevor sie ihren alten Doch in die Scheide steckte, schnitt sie sich das haar bi in den Nacken ab. Draußen warf sie den Zopf in die Mistgrube, damit sie ihn nicht fanden."

Als Rumal reist Romilly durchs Land. Dabei wird sie aber nicht von unangenehmen Dingen verschont. Zum Beispiel will ein Bauernjunge sie heiraten, weil er sie enttarnt hat und eine Frau sucht.

"Schließlich hatte er anfangs versucht, sie zu töten. Wenn sie wirklich ein Junge gewesen oder wenn ihre Weiblichkeit nicht durch die zerrissene Jacke offenbar geworden wäre, hätte er ihr ihres Pferdes und ihres Mantels wegen die Kehle durchgeschnitten. Ja, als er entdeckte, dass sie eine Frau war, war er auf seine eigene Art freundlich zu ihr gewesen. Aber nur aus dem Grund, weil er lieber eine Sklavin als einen Leichnam haben wollte. Denn das war es doch, was ihr das Leben mit ihm bringen würde, Tag für Tag schwere Arbeit tun und die Launen der alten Frau ertragen. So holte er mehr aus ihr heraus, und das Pferd und den schönen Mantel bekam er obendrein! Nein, sie wollte keine Skrupel in sich aufkommen lassen."

Romilly kann fliehen und stößt dann auf eine Gruppe Männer, mit denen sie weiter reist und denen sie die Tiere pflegt. Was es mit den Männer auf sich hat, soll sie später auch noch erfahren.

sich Romilly das gedacht hat. Sie wird der Schwesternschaft des Schwertes anvertraut. Und hier kann Romilly endlich das machen, was sie schon immer wollte. Mit Tieren arbeiten. Aber auch hier gibt es Wehmutstropfen.

Ich will nicht alles verraten. Lest das Buch selber einmal. Es lohnt sich. Ich konnte mich kaum mal davon losreisen.

 

Leseprobe:

... Hinten im Korridor tauchte eine weitere Frau auf. Sie war schlank und hübsch und, wie Romilly glaubte, etwa in Orains Alter, vierzig oder darüber. Ihr dunkles, kurz geschnittenes Haar zeigte an den Schläfen graue Streifen.

"Nun, Verwandter", fragte sie, "was bringst du  mir?" Sie sprach den Dialekt, den Orain zu verbergen gelernt hatte.  "Und was führt dich im Winter in diese Gegend? Angelegenheiten des Königs, habe ich gehört. Wie geht es ihm denn?" Sie umarmte ihn flüchtig und drükte ihm dann aufs Geratewohl einen Kuss auf die Wange.

"Dem König geht es gut, Aldones sei gepriesen", antwortete Orain. "Im Augenblick ist er bei den Aldarans. Aber ich habe zwei Aufträge für dich, Janni."

"Zwei?" Ihre Pfeffer-und-Salz-Brauen hoben sich in einer komischen Grimasse. "Zunächst einmal, was ist das? Ein Junge oder ein Mädchen, oder hat er oder sie sich noch nicht entschlossen?"

Romilly richtete den Blick mit brennendem Gesicht zu Boden. Der gutmütige Spott der Frau schien sie zu prüfen, auszusortieren und als nutzlos wegzuwerfen.

"Ihr Name ist Romilly MacAran", berichtete Orain ruhig. "Mach dich nichtüber sie lustig, Janni. Sie ist mit uns bei schlechtestem Wetter durch den gefährlichen Teil der Hellers geritten, und niemand von uns, auch ich nicht, hat gemerkt, dass sie ein Mädchen ist. Sie hat ihren vollen Anteil an Pflichten erfüllt und für unsere Kundschaftervögel gesorgt. Nie hätte ich geglaubt, dass eine Frau das fertig brächte. Sie hat sie am Leben und in guter Kondition erhalten, und die Reittiere auch. Ich hielt sie für einen tüchtigen jungen Mann, und dabei ist sie noch außergewöhnlicher, als ich dachte. Deshalb habe ich sie zu dir gebracht..."

"Weil du keine Verwendung mehr  für sie hattest, als sich herausstellte, dass sie keiner deiner jungen ist", fiel Jandria ihm mit ironischem Grinsen ins Wort. Dann sah sie Romilly an.

"Kannst du nict für dich selbst sprechen, Mädchen? Was hat dich in Männerkleidung in die Berge geführt? Wenn du auf diese Weise einen Mann gesucht hast, kannst du wieder gehen. Wir wollen unter uns keine Mädchen haben, die uns in den Ruf bringen, verkleidete Huren zu sein! Wir reisen mit den Armeen, aber wir sind keine Trossdirnen, das merke dir! Warum hast du dein Elternhaus verlassen?"

Ihr scharfer Ton drängte Romilly in die Verteidigung. Sie sagte: "Ich habe mein Elternhaus verlassen, weil mein Vater den Falken, den ich mit eigenen Händen abgetragen hatte, meinem Bruder schenkte, und das fand ich ungerecht. Außerdem wollte ich den Erben von Scathfell nicht heiraten, der von mir verlangt hätte, dass ich im Haus sitze und Kissen sticke und seine hässlichen Kinder gebäre!"

Jandrias Augen musterten sie scharf. "Angst vor Ehebett und Geburt, wie?"

"Nein, das ist es nicht!", entgegnete Romilly heftig. "Aber ich liebe Pferde und Hunde und Falken, und wenn ich je heiraten sollte", sie wusste nicht, dass sie es sagen wollte, bis sie es sagen hörte, "dann möchte ich einen Mann heiraten, der mich so will, wie ich bin, und nicht eine hübsch bemalte Puppe, die er seine Frau nennen kann, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was und wer sie ist! Ich möchte keinen Mann, der seine Männlichkeit als bedroht ansieht, wenn seine Frau im Sattel sitzen und einen Falken tragen kann! Am liebsten würde ich gar nicht heiraten, oder doch nicht jetzt. Ich möchte reisen und die Welt sehen und etwas unternehmen-" Sie brach ab. Das drückte sie sehr schlecht aus. Es hörte sich nach einer unzufriedenen und ungehorsamen Tochter an, weiter nichts. Doch so war sie nun einmal, und wenn Mistress Jandria sie nicht haben wollte - sie hatte bisher als Mann gelebt, ohne entdeckt zu werden, und konnte es wieder tun, wenn es sein musste! ...