ich-geb-dir.info
Home.
Delfine.
Hunde.
Literatur.

Marion Zimmer Bradley - "Die Erben von Hammerfell"

- Darkoversaga -

ISBN: 3-426-60696-X

 

Klappentext:

Die Zeit der 100 Königreiche: Das Land ist in Königreiche geteilt, deren Herrscher sich erbittert bekÄmpfen. Furchtbare Waffen verwüsten den Planeten - und nur ein Mann kann Darkover den Frieden bringen.

Zwischen den Herzogtümern Hammerfell und Storn tobt ein unerbittlicher Kampf - und nun scheint es, als haben Storn gewonnen: Rascard von Hammerfell fällt bei der erfolglosen Verteidigung seiner Festung. Dennoch ist Storns Triumph nicht vollständig, denn in letzter Sekunde gelingt es Rascards junger Frau, sich und ihre Zwillingssöhne aus der brennenden Burg zu retten.

Jahre später sollen Alastair und Conn Gelegenheit haben, ihren Vater zu rächen - doch dann verstricken sie sich in einen erbitterten Bruderzwist.

 

Inhalt:

Eine Blutfehde erschüttert die Herzogtümer Hammerfell und Storn. Den Grund dafür kennt keiner mehr, aber aus Tradition oder auch Rache macht man weiter. Burg Hammerfell brennt bei einen Angriff nieder. Nur die junge Herzogin, ihre beiden Söhne und ein treuer Diener können sich retten.

""Nun kommt schnell, ihr Kleinen", flüsterte sie ihnen zu und eilte die lange Wendeltreppe zum hinteren Burgtor hinunter. Die Zwillinge stolperten auf unsicheren Füßen mit.

Erminie schob das lange nicht benutzte Tor auf, das nichtsdestotrotz für einen Fall wie diesen in gutem Zustand gehalten und geölt worden war. Sie blickte zu dem Haupthof zurück und sah, dass der Himmel sich vor fliegenden Pfeilen verdunkelte und das irgendwo Flammen aufzüngelten. Sie wollte zurücklaufen, den Namen ihres Gatten rufen, aber sie hatte versprochen, es nicht zu tun.

Kehre in keinem Fall um, ganz gleich, was geschieht, sonder warte in dem Dorf, bis ich zu komme. Bin ich bei Sonnenaufgang noch nicht da, weißt du, dass ich gefallen bin. Dann musst du Hammerfell verlassen und bei deinen Hastur-Vettern in Thendara Zuflucht suchen. Bitte sie, dir dein Recht und deine Rache zu verschaffen.

Erminie eilte davon, aber sie ging zu schnell für die Kinder. Erst fiel Alastair und lag schreiend auf den Pflastersteinen, dann stolperte Conn. Sie nahm beide Kinder auf die Arme und lief weiter. Etwas Großes und Weiches stieß sie in der Dunkelheit an. Sie streckte die Hand aus, und Tränen stiegen ihr in die Augen."

Bei der Flucht verlieren sie sich aber und die Zwillinge werden getrennt. Einer wächst in den Bergen auf und der andere im Tiefland. Keiner weiß vom anderen, dass er noch am Leben ist. Bis sie sich eines Tages wieder sehen.

"Sie betraten den gepflasterten Hof. Eine alte Hündin kam und hob mit scharfem, fragenden Bellen den Kopf.

"Ich kenn sie seit Jahren, und doch bleibe ich immer ein Fremder für sie", gestand Valentin. "Komm Juwel, gutes Mädchen, ist ja in Ordnung, du dummes Tier?"

Die Hündin schnüffelte an Conns Knien. Dann geriet sie in eine schwanzwedelnde Ekstase und umtanzte ihn steifbeinig. In der Tür am Ende erschien Erminie und rief: "Juwel, benimm dich, altes Mädchen! Was?" Sie blickte auf, sah Conn ins Gesicht und brach beinahe ohnmächtig auf einem Gartenstuhl zusammen.

Valentin sprang hinzu, um sie aufzufangen. Nach einer Weile öffnete sie die Augen. "Ich habe - habe ich ihn wirklich?" "Du hast nicht geträumt", sagte Valentin mit fester Stimme. "Auch für mich war es ein Schock, und ich vermag mir nicht vorzustellen, wie es gesehen konnte. Aber er ist dein zweiter Sohn, und er ist am Leben. Conn, mein Junge komm her und beweise deiner Mutter, dass du es bis und dass kein Geist vor ihr steht."

Conn kniete neben ihrem Sessel nieder, und sie umklammerte seine Hände so fest, dass es weh tat."

Doch auch das bringt Schattenseiten mit sich, als es darum geht, wer nun tatsächlich der Herrscher von Hammerfell ist. Ein Bruderzwist scheint sich anzubahnen.

Doch es findet sich ein friedliches Ende mit dem auch die Blutfehde beendet ist und jeder Zufriedenheit findet.

 

Leseprobe:

... In Thendara wurde in diesem Sommer kaum über etwas anderes geredet alsü?ber die romantische Geschichte, wie der zweite Sohn der Herzogin von Hammerfell verloren gegangen und wieder gefunden worden war. Sogar Erminie wurde es leid, sie fortwährend zu wiederholen, obwohl sie stolz auf die Aufmerksamkeit war, die man ihrem wieder aufgetauchten Sohn zollte. Conn wuchs ihr so ans Herz, das sie manchmal ein schlechtes Gewissen Alastair gegenüber hatte, der ihr in all diesen Jahren ein so freundlicher und aufmerksamer Gefährte gewesen war.

Obwohl die verwitwete Herzogin keinen Wert darauf legte, Gesellschaften zu geben, was man in Thendara seit langem wusste, veranstaltete sie gegen Ende des Sommers einen kleinen Ball, um die Verlobung ihres Sohne Alastair mit Lady Floria offiziell bekannt zu machen.

Den ganzen Tag über zogen drohende Wolken von den Venza-Bergen heran, und kurz vor Sonnenuntergang begann es tatsächlich zu regnen. Mit voller Wucht strümte das Wasser auf die Stadt hernieder. Die Gäste trafen nass und tropfend ein. Es wurden große Feuer angezündet, damit sie sich ein bisschen trocknen konnten, bevor sie sich dem üppigen Abendessen und dem Tanz, dem wichtigsten Bestandteil aller darkovanischen Geselligkeit, widmeten.

Aber feuchte Kleidung konnte die Stimmung der Versammelten nicht im Geringsten dämpfen. Alastair und Floria standen im Eingang, um ihre Gäste willkommen zu heißen, und Conn machte den Kavalier seiner Mutter. Das Tanzvergnügen war auf seinem Höhepunkt, als Gavin Delleray eintraf. Er begrüßte Alastair mit verwandtschaftlicher Umarmung, und er beanspruchte das Vorrecht eines Verwandten und küsste Floria auf die Wange.

Gavin war ein rundlicher, robuster junger Mann, gekleidet nach der allerneuesten Mode. Seidene Kniehosen ließen die wohlgeformten Beine in ihrem eleganten Strümpfen sehen, sein Brokatjackett war aus feuerfarbenen Satin, und Feuersteine schmückten den hohen Kragen seines Hemdes. Sein Haar war, wie es gerade als schick galt, auf beiden Seiten zu Korkenziehern frisiert, so dass es kaum noch natürlichem Haar ähnelte, sondern ebenso gut eine steife Perücke hätte sein können, und in Streifen von Regenbogenfarben gefärbt. Alastair betrachtete ihn fast neidisch. Er selbst versuchte auch, der Mode zu folgen, und strebte einer stutzerhafte Erscheinung an, aber er kam nicht einmal in die Nähe von Gavins schillerndem Gefieder.

Als Gavin seinen feuchten Mantel dem Diener überließ, flüsterte Alastair seinem Bruder zu. "Es wird mir nie gelingen, so modisch auszusehen wie er."

"Und dafür solltest du den Göttern danken", erwiderte Conn geradeheraus. "Ich finde, er sieht wie ein Narr aus - wie eine aufgeputzte Puppe für das Puppenhaus eines kleinen Mädchens."

"Unter uns gesagt, ich bin ganz deiner Meinung, Conn", flüsterte Floria. "Mir würde es nie einfallen, mein Haar so zu färben und mit Kleister zu frisieren!"Dann wandte sich Gavin ihnen mit einem unbefangenen Lächeln wieder zu, und Conn schämte sich ein bisschen. Trotz all seiner Marotten, was die Kleidung betraf, mochte Conn ihn lieber als jeden anderen von Alastairs Freunden. Alastair pflegte Conn erbarmungslos mit seinem bäuerlichen Geschmack aufzuziehen, auch nachdem Conn seinen ländlichen Anzug abgelegt hatte und ebenso gut geschnittene Kleidung trug wie Alastair. Doch Conn war nicht zu überreden, seine Finger mit den modischen Ringen zu schmücken oder juwelenbesetzte und kunstvoll geschlungene Halstücher zu tragen. Seltsamerweise war Gavin der Einzige aus dem Kreis von Alastairs Freunden, der Conn wegen seiner Verachtung der Mode nicht foppte. Jetzt ergriff er Conns Hand und sagte herzlich: "Guten Abend, Vetter; ich freue mich, dass du bei uns sein kannst. Floria, hat meine Mutter Lady Erminie benachrichtigt, dass die Königin heute Abend herkommen wird?" ...