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Anne Diamond - "Kein Laut mehr aus deiner Wiege

ISBN: 3-44-61385-6

 

Klapptentext:

Der kleine Sebastian wurde nur vier Monate alt. Eines Morgens lag er tot in seiner Wiege. Der Verlust des fröhlichen Babys ist für seine Familie eine unsagbare und unbegreifliche Tragödie. Um diesen Schicksalsschlag zu bewältigen, beginnt Sebastians Mutter Anne Diamond, eine bekannte Moderatorin des englischen Fernsehsenders, sich über das scheinbar noch wenig erforschte Phänomen des plötzlichen Kindstods zu informieren. Eher zufällig stößt sie auf eine fast zwei Jahre alte Studie aus Neuseeland über vorbeugende Maßnahmen. Diese Forschungsergebnisse waren auch den britischen Gesundheitsbehörden bekannt, die jedoch nichts unternommen haben, um die Bevölkerung zu informieren. Anne nutzt ihre Popularität und startet eine beispiellose landesweite Aufklärungskampagne. Ihr ist es zu verdanken, dass die Kindstodrate in Großbritannien binnen sechs Monaten um 50 Prozent zurückging.

 

Inhalt:

Der ist kurz wiedergegeben:

Anne Diamond wird ungewollt schwanger. Zunächst will sie abtreiben, aber bei dieser Entscheidung bleibt es nicht lang. Sie will das Kind bekommen.

Leider kommt es vier Wochen zu früh und hat Probleme mit der Atmung. Es liegt für zwei Wochen auf der Intensivstation und entwickelt sich prächtig.

Auch zu Hause läuft alles normal. Der Kleine übersteht eine Erkältung trotzt seiner Atemprobleme und stirbt plötzlich und unerwartet am plötzlichen Kindstod.

Der Leser erfährt nun genau, was in einer betroffenen Mutter vorgeht. Wie schrecklich es ist, wenn dann auch noch die Presse hinter einem her ist und ihre Treistigkeit voll ausspielt. Doch die Familie übersteht auch das.

Dann Diamond will nun mehr über den plötzlichen Kindstod wissen. Doch da stößt sie auf Unwissen. Erst mit engagierten Nachforschungen, auch im Ausland, bringt sie es zu Ergebnissen. Auch ein Schock bleibt nicht aus. Doch darauf will ich nicht näher eingehen, sonst lohnt es sich nicht, dieses Buch zu lesen.

Anne Diamond ruft eine Aufklärungskampagne ins Leben. Es wird ein harter Kampf, doch sie gibt nicht auf. Im Schluss, erfährt man auch noch etwas über den Erfolg.

 

Leseprobe:

Dr. Chantler machte ein besorgtes Gesicht. "Es gibt Untersuchungen über die Schlafposition - aber wir wissen noch nicht viel darüber..."

Wir gingen, ausgerüstet mit ein paar Videos und einem Stapel Bücher.

"Es tut gut, mit jemandem zu reden, der ein wenig Ahnung hat", sagte Shirley.

"Ja, aber sie können mir Supi nicht zurückgeben", antwortete ich.

In Wahrheit hatte ich die beiden ein wenig seltsam gefunden. Und irgendwie ärgerte es mich, dass sie einer Stiftung zur Erforschung des Plötzlichen Kindstods vorstanden, ohne auch nur die geringsten persönlichen Erfahrungen zu haben. Ihre professionelle Ruhe hatte mich irritiert. Dies war keine Situation, in der Ruhe angebracht war. Hier ging es um brutale, schmerzende Qualen, und ich brauchte dringend den Trost anderer Mütter, die wussten, wie weh diese Schmerzen taten. Zum Glück hatten sie schon ihre Bleistifte gespitzt.

 

Von Tag Eins an war unser Briefkasten jeden Morgen voller Briefe. Ich weiß nicht, wie ich ohne sie über den Tag gekommen wäre. Wir erhielten Post von fast vergessenen Freunden, von alten Rundfunk- und Fernsehkollegen aus der ganzen Welt, und von bekannten Persönlichkeiten, die ihre Popularität nutzen wollten, um damit Gelder für die Kindstod-Forschung aufzutreiben. Aber noch viel größer war die Anzahl völlig fremder Menschen, die uns schreiben. Dennoch hatten wir etwas mit ihnen gemeinsam, denn sie alle hatten ebenfalls ein Baby durch Plötzlichen Kindstod verloren. Es waren Menschen, die uns schreiben konnten "Wir verstehen, wie Sie sich fühlen" und das wirklich ernst meinte. Sie schrieben uns, dass sie den Schmerz nachempfinden konnten, den wir verspürten, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des Verrats und das Gefühl, das Leben sei nicht länger lebenswert.

Es gab einen ganz besonderen Brief, auf den ich wartete. Ich saß praktisch neben der Haustür und wünschte mir, dass er endlich kam. Ich wartete am ersten Tag nach Supis Tod, am zweiten und am dritten. Dann, am vierten Tag, kam er endlich, und ich sog jedes einzelne Wort auf, während ich ihn las.

Es war der Brief von Clare Richards. Ich hatte gewusste, dass sie mir schreiben würde. Clare war Produzentin bei TV-am gewesen, als ich dort noch Good Morning Britain moderiert hatte. Sie war eine hochintelligente, quirlige Frau, die mit Enthusiasmus bei der Sache war. Ich kannte sie nicht besonders gut, aber ich erinnere mich noch genau daran, wie begeistert sie allen erzählte, sie sei schwanger. Jeder hatte sich für sie und ihren Mann gefreut.