ich-geb-dir.info
Home.
Delfine.
Hunde.
Literatur.

Wolfgang Hohlbein - "Fantasy Selection 2001"

ISBN: 3-552-71665-5

 

Klappentext:

Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection - das ist Spannung pur: Kurzgeschichten von bekannten und unbekannten Autoren, die ihre Leser in die abenteuerlichste aller Welten entführen - die Welt der Phantastik, des Unmöglichen und Unglaublichen. Treten Sie ein? Aber Vorsicht: Nichts für schwache Nerven!

 

Inhalt:

Hierbei handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung. Diese sind nicht alle von Wolfgang Hohlbein. Unter anderem schreiben auch Monika Felten, Frank Rehfeld und Manfred Weinland. Nur um einige Beispielt zu nennen.

Alle Geschichten handeln von fantastischen Begebenheiten. Da werden Teile von Träumen war, seltsame Wesen begegnen einem und er Teufel erscheint einem als Engel und lockt seine Opfer ins Verderben. Schnell wird so aus einem frommen Menschen, ein Kandidat für die Hölle.

Hier die Titel der Geschichten:

Das zweite Gesicht, Königin der Spinnen, Stürmische Zeiten, Regulierung und Liquidation, Das Teufelsmal, Nächtliche Begegnung, Corporate Identity, Stille Partner, Herz in Bernstein, Bittere Wahrheit, Engel lügen nicht, Angelstern, Die teuflische Dreifaltigkeit, Im Schatten der Sonne.

Auch die Daten der Autoren sind im Anhang zu finden.

 

Leseprobe:

.... Ich muss nur noch warten, bis die Rauchschale zu meinen Füßen abgebrannt ist. Dann ist es so weit. Besser, Sie hoffen nicht darauf, dass ich durch den beißenden Rauch hier in der Halle ohnmächtig werde. Ich habe schon ganz andere Dinge überstanden. Und selbst wenn. Dieser fettige, schwarze Qualm lebt. Er lebt! Ein stinkendes und beißendes Ungeheuer. Wirbelnd, drängend, Besitz ergreifend. Welch ein erhabener Anblick. So wie er in jede Fuge, in jede Ritze dieses alten ägyptischen Museums dringt, so wird er auch mich erfüllen. Stärken wird er mich und meine Sinne veredeln. Ich bin schon ganz berauscht von dem lieblichen Duft versengten Haares, der sich auf so wundervolle Weise mit dem Geruch aus Krokodilstalg und geronnenem Blut vermengt hat. Mit jedem Atemzug, sauge ich den Qualm tiefer in meine Lungen und jetzt, jetzt spüre ich seine Wirkung. Als würden die Fluten des Nils mit Macht beginnen zu erzittern. Ich brauche die Worte auf der alten Papyrusrolle schon lange nicht mehr abzulesen. Wie flammende Hyroglyphen stehen sie vor meinem inneren Auge und der Zaubergesang quillt wie von selbst aus meiner Kehle. Osiris, welch eine Wonne! Das ist es, wonach ich seit meiner Geburt gesucht habe: Macht! Unendliche Macht!

Nur noch ein klein wenig Geduld, dann wird mich niemand mehr übersehen. Und Geduld habe ich, die hatte ich schon immer. In diesem Museum bin ich doch förmlich umringt von Dingen, die mit Geduld ihr Ziel erreicht haben. Selbst das kleinste Exponat hier hat genügend Ausdauer aufgebracht, um dem Zerfall zu widerstehen und heute wie Phoenix aus der Asche zu treten. Sei es auch noch so unbedeutend, noch so lächerlich. Man nehme nur die kleinen Skarabäen dort im Schaukasten neben der Tür oder diese groteske Sammlung altägyptischer Amulette in der Vitrine daneben. All diese Dinge warten nur darauf, endlich jene Aufmerksamkeit zu erhalten, die ihnen zu ihrer Zeit nicht vergönnt war.

Mein liebstes Beispiel ist diese hässliche Totenmaske da an der Wand, die mir mit ihrem starren Blick jeden Tag erneut auf die Nerven geht. Um sie machen selbst die Besucher hier einen Bogen, einfach nur aus dem Grund, weil sie so hässlich ist. ...