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Christian Jacq - "Der Stein des Lichts - Die weiße Frau"

ISBN: 3-570-00404-X

 

Klappentext:

Der große Ramses ist tot. An der "Stätte der Wahrheit" geht die Angst um. Wird der neue Pharao die kleine Gemeinschaft von Künstlern und Handwerkern, die über den sagenumwobenen "Stein des Lichts" wachen, genauso schätzen wie sein Vorgänger?

 

Inhalt:

Das Grab von Ramses wird rechtzeitig fertig und der Pharao kann seine letzte Reise antreten.

Merenptah ist nun Herrscher über Ägypten. Auch er schätzt die Stätte der Wahrheit. Allerdings ausgerechnet durch Mehi, der so eine bessere Chance hat, das Geheimnis des Handwerkerdorfes zu lüften.

Merenptah gibt seine königlichen Bauwerke in Auftrag und reist wieder nach Pi-Ramses, wo sein Regierungssitz ist.

General Mehi kommt zu Amt und Würden und kann so seinen Einfluss vergrößern. Durch allerlei List und Tücke versucht er nun die Arbeiten zu sabotieren. Aber es will ihm nicht gelingen.

Auch ein Verbündeter im Dorf bringt nicht den erwünschten Erfolg. Das Geheimnis der Handwerker kann nicht gelüftet werden.

Die Handwerker wähnen sich in Sicherheit, die Baustätten werden fertig, und plötzlich stirbt Merenptah. Die Thronfolge scheint nicht geklärt und die Handwerker fürchten um ihre Gemeinschaft. Als dann auch noch die Fleischlieferung ausbleibt glaubt man nicht mehr daran, wie bisher leben zu können.

 

Leseprobe:

...Gefangener in seinem eigenen Kerker zu sein deprimierte Sobek. Er war in eine ganz simple, aber teuflische Falle getappt, aus der es keinen Ausweg gab. Wenn er des Diebstahls und der Lüge für schuldig befunden wurde, würde er mehrere Monate im Gefängnis zubringen und seine Stellung verlieren, und da er einen verantwortungsvollen Posten bekleidet hatte, würde das Gericht außerordentliche Strenge walten lassen. Der Oberste Wächter müsste schließlich über jeden Verdacht erhaben sein.

Das war ja auch der Fall, dennoch zog sich die Schlinge um seinen Hals immer weiter zusammen, und am Ende würde er baumeln. Trotz seiner Wut sah Sobek ganz klar, dass jene, die die Zerschlagung der Stätte der Wahrheit betrieben, diesen Viehhändler gedungen und Ränge geschmiedet hatten, um ihn und seine Nubier endgültig aus dem Weg zu räumen. Dann würden sie einen anderen Obersten Wächter und andere Wachmannschaften ernennen, die alles andere tun würden, als die Stätte der Wahrheit zu schätzen!

Vor einem Schwerverbrechen jedoch schreckten die Verschwörer zurück. Wäre Sobek ermordet worden, hätte das Ermittlungen nach sich gezogen, und es würe der Verdacht aufgekommen, dass es sich um ein Komplott handelte. Der Schreiber des Grabes hätte die Wachmannschaften verstärkt und den heiligen Ort noch mehr abgeschirmt. Also war es am besten, ihn, den integren und hinderlichen Obersten, in Misskredit zu bringen.

"Das Gericht verkündet das Urteil", teilte ihm ein bedrückter Richter mit.

Der Abend war ruhig und lau. Sobek ging ganz langsam, um die letzten Augenblicke an diesem Ort zu genießen, der so abweisend wirkte, den er aber so liebte. Die Stätte der Wahrheit war seine Heimat geworden, ein Ort der Harmonie, den er gut geschätzt hatte, indem er sich ständig auf dem Laufenden gehalten hatte. Und das war nun sein Ende - wegen eines alten Esels!

Der Händler saß schon lächelnd auf dem Hocker. Sobek sah, dass die Weise ihren Platz noch nicht eingenommen hatte.

"Ich möchte bei der Urteilsverkündung gerne stehen", sagte Sobek.

"Hier also das Urteil", kündigte Kenhier an.

Der Nubier schloss die Augen.

Es folgte ein langes Schweigen, das plötzlich zerrissen wurde von Hufschlägen - als würde ein Esel sich langsam dem Gericht nöher. ...