ich-geb-dir.info
Home.
Delfine.
Hunde.
Literatur.

Marion Zimmer Bradley - "Die blutige Sonne"

- Darkoversaga -

ISBN: 3-426-60953-3

 

Klappentext:

Nach Jahren im Dienst des terranischen Imperiums kehrt Jeff Kerwin auf den Planeten Darkover zurück, um nach seinen Wurzeln zu suchen und das Geheimnis seiner Herkunft zu entschlüsseln. Was er noch nicht ahnen kann: Er ist weit mehr als der Sohn eines terranischen Raumfahrers und einer Darkovanerin - er ist die Schlüsselfigur ein einem seit langer Zeit tobenden Kampf zwischen denen, die um jeden Preis an den alten Werten festhalten wollen, und jenen, die Darkover in eine neue Ära führen wollen?

 

Inhalt:

Jeff Kerwin ist schon einige Jahre im Dienst des terranischen Imperiums. Seine Kindheit verbrachte er im Waisenhaus auf Darkover. Doch an die Zeit vor dem Waisenhaus kann er sich nicht mehr erinnern.

Nach Jahren kehrt Jeff Kerwin nun nach Darkover zurück. Er hat dort eine neue Anstellung bekommen. Aber er will auch mehr über seine Vergangenheit in Erfahrung bringen. Damit will er im Waisenhaus beginnen. Dort ist er aber nicht im Computer verzeichnet. Auch im terranischen HQ ist nichts rauszubekommen.

In der Stadt kommt es zu einem seltsamen Zusammenstoß und mehr als einmal denkt er mit einem anderen verwechselt zu werden. Als dann auch noch eine Frau stirbt, bei dem Versuch seine Vergangenheit zu beleuchten, will er es aufgeben. Außerdem soll er wegen den Zwischenfällen von Darkover verwiesen werden.

Eine seltsame Macht bem?chtigt sich seiner und geleitet ihn zu einem Haus. Er tritt unaufgefordert ein und wird so empfangen, als hätte man schon lang auf ihn gewartet.

Er besitzt Laran und bekommt so Zutritt in den Turm. Sein Laran wird genauestens überprüft und schon nach kurzer Zeit ist er ein vollwertiges Mitglied im Turmkreis. Er fühlt sich wohl in der Gesellschaft, bis der Verdacht aufkommt, er sei ein Spion. Es gelingt ihm nicht, das Gegenteil zu beweisen und er flieht. Doch man findet ihn wieder. Das hat aber nur einen Streit zur Folge, der den Turmkreis entzweit.

Er flieht mit seiner neu gewonnen Frau. Und durch sie gelingt es ihm doch noch, seine wahre Identität zu finden. Auch der wahre Spion wird gefunden. Doch ist das wirklich gut so?

 

Leseprobe:

... "Jeff, sei nicht so schwer von Begriff! Seihst du denn nicht ein, dass Auster mich jetzt braucht? Kannst du das nicht verstehen? Besitzt du überhaupt keine Gefühle, keine Freundlichkeit? Dies ist dein Triumph - und seine Niederlage. Ist dir das nicht klar?"

"Versuchst du mir beizubringen, dass du gegen mich Partei ergriffen hast?"

"Jeff, ich verstehe dich einfach nicht." Das schwache Licht, das aus dem Fenster hinter ihnen fiel, zeigte ihr Stirnrunzeln. Warum sollte ich gegen dich Partei ergriffen haben? Ich sage doch nur, dass Auster mich braucht - jetzt, heute Nacht - mich mehr braucht als du." Sie hob sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn schmeichelnd, aber er hielt sie grob auf Armeslänge von sich ab. Langsam ging ihm auf, was sie meinte.

"Ist es möglich, dass du sagen willst??"

"Was ist denn nur los mit dir, Jeff? Heute Abend komme ich überhaupt nicht zu dir durch."

Die Kehle wurde ihm eng. "Ich liebe dich. Ich? ich will dich. Ist das so schwer zu verstehen?"

"Ich liebe dich auch, Jeff." Ein wenig Ungeduld lag in ihren Worten. "Aber was hat das damit zu tun? Ich glaube, du bist übermüdet, sonst würdest du nicht so reden. Was hat es mit dir zu tun, wenn Auster mich in dieser einen Nach mehr braucht als du und ich ihn auf die Art tröste, die für ihn am nötigsten ist?"

Mit tonloser Stimme fragte Kerwin: "Willst du mir beibringen, dass du heute Nacht mit ihm schlafen willst?"

"Ja, natürlich!"

Sein Mund war trocken. "Du kleine Hure!"

Taniquel fuhr zurück, als habe er sie geschlagen. Ihr Gesicht war in dem schwachen Licht totenbleich. Die Sommersprossen hoben sich wie dunkle Flecken davon ab.

"Und du bist ein selbstsüchtiges Vieh", erwiderte sie. "Ein Barbar, wie Elorie dich genannt hat, und Schlimmeres! Ihr? ihr Terraner glaubt, Frauen seien Eigentum! Ich liebe dich, ja, aber nicht, wenn du dich auf diese Weise benimmst!"

Kerwin fühlte seinen Mund schmerzhaft zucken. "Die Art von Liebe kann ich mir in den Raumhafenbars kaufen!"

Taniquels Hand zuckte hoch und traf ihn hart auf dem Wangenknochen. "Du ?", stammelte sie. "Ich gehöre mir selbst, verstehst du? Du nimmst, was ich dir gebe, und hältst es für richtig, aber wenn ich es einem anderen gebe, wagst du es mich eine Hure zu schimpfen? Verdammt sollst du sein, du Terranan mit deinen schmutzigen Gedanken! Auster hatte Recht mit seinem Urteil über dich!"

Sie ging schnell an ihm vorbei, und er hörte ihre Schritte verhallen, rasch und endgültig. Dann knallte irgendwo im Turm eine Tür zu. Kerwins Gesicht brannte. Er folgte ihr nicht. Der Regen fiel jetzt schwer nieder. Der Wind blies um das Gesims des Turms. Es waren Eisspuren in den dicken Tropfen; Kerwin wischte sie von seiner schmerzenden Wange. Was hatte er jetzt angerichtet? Vor Scham wie betäubt, folge er einem Impuls, sich zu verstecken. Sie alle mussten gesehen haben, wie Taniquel ihn zurückwies, wie sie sich Auster zuwandte, sie mussten aller erkannt haben, was das bedeutete. Schnell ging Kerwin den Gang hinunter und stieg die Treppe zu seinem Zimmer hinauf. Doch bevor er es erreicht, hörte er ungleichmäßige Schritte, und Kennard stand hinter ihm im Eingang. ...