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Stephen King - "Carrie"

ISBN: 3-44-13121-5

 

Klappentext:

Als Dreijährige lässt sie einen Steinregen auf ihr Elternhaus niederregnen, weil ihre Mutter ihr in einem Anfall religiösen Wahns nach dem Leben trachtet. Als Sechzehnjährige muss sie einen Augenblick tiefster Demütigung erleben. Schon immer von ihren Mitschülern wegen ihrer scheuen und zurückhaltenden Art gehänselt, wir diese auf dem Abschlussball der Schule das Opfer eines bösen Streichs.

Schmerz, Enttäuschung, Wut treiben sie zum Äußersten: Mit schierer Kraft ihres Willens entfesselt sie ein Inferno, gegen das die Hölle ein lieblicher Garten Eden ist.

Das ist Carrie, beseelt, besessen von einer unheimlichen Gabe mit ungeheurer Tragweite und furchtbaren Folgen?

 

Inhalt:

Carry ist eine Außenseiterin. Das liegt nicht zuletzt an der seltsamen Einstellung ihrer Mutter.

Nachdem Carrie in der Schule, unter der Dusche ihre erste Periode bekommt, wird sie sehr stark blamiert. Außerdem erwacht ihre telekinetische Kraft zu Höchstformen.

Zu ihrer großen Überraschung, wird sie von einem Jungen zum Schulball eingeladen. Erst traut sie dem Frieden nicht so, aber am Ende geht sie doch mit.

Auf dem Ball selber scheint es erst der schönste Abend ihres Lebens zu werden, aber der letzte und größte Streich, wird auch der letzte sein. Carry rächt sich krausam für ihr leben.

 

Leseprobe:

... Sie zog das Kleid zum ersten Mal am Morgen des 27. Mai auf ihrem Zimmer an. Sie hatte sich einen dazu passenden BH gekauft, der ihre Brüste etwas hob und betonte (nicht dass sie es nötig gehabt hätte), aber die obere Hälfte unbedeckt ließ. Das Kleid zu tragen vermittelte ihr ein unwirkliches, traumgleiches Gefühl eine Mischung aus Scham und Erregung.

Das Kleid war fas bodenlang. Der Rock war weit, doch die Taille eng; der Stoff weich und schwer und sanft auf ihrer Haut, die nur an Wolle und Baumwolle gewöhnt war.

Es schien genau richtig zu fallen? Oder würde es zumindest, wenn sie erst die neuen Schuhe trug. Sie zog sie an, rückte das Kleid an Hals und Brust zurecht und trat ans Fenster. Sie konnte nur eine verwaschene, geisterhafte Wiedergabe ihres Spiegelbildes erkennen, aber es schien alles richtig zu sitzen. Vielleicht konnte sie späer ?

Hinter sich hörte sie das leise Klicken des Riegels; dann flog die Tür auf, und Carrie wandte sich um und sah ihre Mutter.

Sie trug ihre Wäscherei-Arbeitskleidung, ihren weißen Pullover, und hielt ihre schwarze Büchertasche in der einen Hand. In der anderen hielt sie Daddy Ralphs Bibel.

Sie blickten sich an.

Carrie straffte sich unwillkürlich, stand gerade und aufrecht im Licht der morgendlichen Frühlingssonne, das durchs Fenster fiel.

"Rot", murmelte Momma. "Ich hätte mir denken können, dass es rot ist."

Carrie schwieg.

"Ich kann deine Schmutzkissen sehen. Jeder wird sie sehen können. Sie werden deinen Köper anstarren. Im Buch der Bücher steht geschrieben?"

"Das sind meine Brüste, Momma. Die hat jede Frau."

"Zieh dieses Kleid aus", sagte Momma.

"Nein."

"Zieh es aus, Carrie. Wir werden nach unten gehen und es gemeinsam im Herd verbrennen, und dann um Vergebung beten. Wir werden Buße tun." Ihre Augen begannen in jenem fanatischen Eifer zu glühen, der immer dann über sie kam, wenn ein Ereignis eintrat, das sie als Glaubensprüfung betrachtete. "Ich werde heute nicht zur Arbeit gehen, und du wirst nicht zur Schule gehen. Wir werden beten. Wir werden um ein Zeichen bitten. Wir werden auf die Knie sinken und das Pfingstfeuer erbitten."

"Nein, Momma."

Ihre Mutter hob die Hand und fuhr sich mit den Fingernägeln übers Gesicht. Sie hinterließen rote Striemen. Sie blickte Carrie an, wartete auf eine Reaktion, sah keine, krümmte ihre rechte Hand zu Klaue und riss sich damit die Wange auf, bis Blut aus den dünnen Schnitten quoll. Sie wimmerte und wippte auf den Fersen vor und zurück. Ihre Augen glühten in irrem Frohlocken.

"Hör auf, dir weh zu tun, Momma. Das kann mich sowieso nicht aufhalten."

Momma kreischte. Sie ballte die rechte hand zur Faust und rammt sie sich in den Mund, bis er blutete. Sie tauchte die Finger hinein, blickte sie verträum an, und schmierte dann einen Fleck Blut auf den Einband der Bibel. "