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Louis Pergaud - "Krieg der Knöpfe"

ISBN: 3-499-20279-4

 

Klappentext:

Jedes Jahr bei Schulbeginn geht der Kampf wieder los. Die Kinder aus zwei französischen Nachbardörfern treten gegeneinander an, wie es schon ihre Eltern und Großeltern getan haben. Beleidigungen fliegen hin und her, Prügel werden ausgeteilt, die Fetzen fliegen. Und dann, in der Stunde des größten Triumphs, werden den Besiegten die Knöpfe von den Kleidern geschnitten. Gewöhnlich ist damit der Krieg nicht beendet, denn zu Hause wird´s erst richtig dramatisch. Schließlich ersinnt eine Partei einen schlauen Trick: die ganze Mannschaft zieht nackt und damit knopflos in den Kampf.

Nach diesem Buch entstand ein Kinofilm, der seit vielen Jahren Erwachsene und Kinder gleichermaßen erfreut.

 

Inhalt:

Louis Pergaud erzählt in diesem Buch von seiner Kindheit. Genau genommen, sein zwölftes Lebensjahr.

Allerdings ist da nicht viel die Rede von häuslichen Pflichten und dergleichen. Hauptsächlich geht es um den Bandenkrieg. Die Jungen seines Dorfes kämpfen mit den Jungen aus dem Nachbardorf. Dazu hat man einen Kampfplatz, auf dem man sich in unregelmäßigen Abständen gegenüber tritt.

Eine Bude wird gebaut und eingerichtet. Es gilt einen Kriegsschatz zu verwalten und vor allen Dingen dörfen die Eltern nichts mitbekommen.

Der Autor erspart seinem Leser auch die Schimpfworte nicht. Und sie sind teilweise ganz schöne gepfeffert.

 

Leseprobe:

...Die Kameraden erfuhren am nächsten Morgen bereits auf dem Schulweg Stück für Stück die Geschichte von Vater Zephirin. Das ganze Dorf war in Aufruhr und kommentierte vergnügt die einzelnen Phasen dieser bacchantischen Sauftour. Nur der Held der Geschichte, der schnarchend seinen Rausch ausschlief, ahnte noch nichts von den Verwüstungen, die er in seinem Haushalt angerichtet hatte und den Minen, die er am Vorabend zum Schaden seines Rufs durch sein Verhalten hatte hochgehen lassen.

Im Schulhof drängte sich die Gruppe der Großen um Lebrac. Die Jungen bogen sich vor Lachen, und jeder erzählte möglichst laut, damit es der Lehrer auch hören konnte, alles, was er von den skandalösen Geschichten, überall umliefen, aufgeschnappt hatte. Alle verbreiteten sich mit besonderer Wonne über die gepfefferten und anstößigen Details: die Sache mit dem Kochtopf und die mit dem Bett. Wer nicht gerade sprach, lachte aus vollem Halse, und alle Augen leuchteten siegesstolz, denn jeder hatte das Gefühl, zu dieser würdigen und gerechten Vergeltung sein Teil beigetragen zu haben. Ja, jetzt konnte Zephirin ruhig brüllen! Welche Achtung konnte so ein Kerl noch verlangen, der sich derartig besoff, dass man ihn, voll wie eine Haubitze, aus den Jauchegruben der Gemeinde ziehen musste und der so die Orientierung verlor, dass er sein Bett für ein Pissoir und seinen Kochtopf für einen Nachttopf hielt?

Die Größten, die wichtigsten Krieger, baten mit gedämpfter Stimme um Erläuterungen und wollten Genaueres hören. Bald wussten alle, welchen Beitrag zu dem Rachewerk jeder der acht geleistet hatte. Sie erfuhren, dass Camus dem Alten den Streich mit den Gießkannen und den mit Streichhölzern gespielt, dass Tintin Wache gestanden und Gambettas Signal erwartet hatte und dass die Pläne zu den größeren Operationen von Lebrac stammten. ...