ich-geb-dir.info
Home.
Delfine.
Hunde.
Literatur.

Michael Stewart - "Adam"

ISBN: 3-453-05623-X

 

Klappentext:

Ein amerikanischer Anthropologe hat in der Bergwildnis des Kaukasus einen der letzten Überlebenden einer prähistorischen Menschenrasse aufgespürt. Der Versuch, den Neandertaler in die modern Zivilisation zu integrieren, setzt eine Schreckensvision frei...

 

Inhalt:

Sam ist Anthropologe und entdeckt ein noch lebendes Exemplar des Urmenschen. Er lockt ihn in sein Auto, um den Jungen mit nach Hause zu nehmen. Doch er hat einen Unfall, an dessen folgen er im Krankenhaus verstirbt. Der Junge bleibt immer bei der Leiche. Sogar, als diese im Frachtraum eines Flugzeugs nach Amerika überführt wird.

Julia, die Frau von Sam, adoptiert den Jungen. Sie hat ja keine Ahnung, auf was sie sich da einlösst. Das Einleben gestaltet sich schwierig und die Sprache und Gepflogenheiten lernt der Junge einfach nicht.

Julia wird überwacht von einer Organisation. Die haben ein wissenschaftliches Interesse an dem Jungen. Julia merkt das aber nicht.

Max, die Geliebte von Sam, schöpft auch Verdacht, was der Junge darstellt. Sie entführt ihn nach einem Vorfall mit der Jugend, um ihm zu helfen. Doch der Junge landet durch die Organisation doch wieder in einem Versuchslabor.

Max kann ihn befreien und bringt ihn zu Julia zurück. Dann gibt sie ihm Injektionen, die genetisch verändert sind. Der Junge soll so zu einem normalen Menschen werden. Doch durch eine weitere Entführung durch die Organisation eskaliert die ganze Situation.

 

Leseprobe:

... Cray hörte entsetzt zu, als Max mit kühler Präzision, sogar mit Stolz,die Behandlung des Jungen erklärte. Viele der technischen Details verstand er nicht, aber der Zweck wurde ihm schon nach kurzer Zeit klar. Er marschierte im Zimmer umher und lehnte es ab, sich zu setzten. Die Genetikerin blieb ebenfalls stehen; sie wirkte beherrscht und selbstsicher und wölbte nur andeutungsweise die Brauen. Ein kleiner Tisch, auf dem mehrere Zeitschriften lagen, trennte sie voneinander. Schließlich beendete die Frau ihren Vortrag, und eine Zeitlang war Cray viel zu benommen, um ein Wort zu sagen. Er fühlte sich in eine kalte Aura der Ungläubigkeit gehüllt.

"Sie sind eine sehr törichte junge Dame, flüsterte er. "Begreifen Sie eigentlich, was geschehen ist? Sie haben den Jungen zerstört."

"Ganz im Gegenteil", wiedersprach Max ruhig. "Ich habe ihn gerettet."

"Kommen Sie mir nicht mit Wortspielereien!" zischte Cray.

"Ich habe ihn davor bewahrt, sein Leben als menschliches Experiment in dem kleinen Auschwitz zu verbringen, das Sie und Ihre Freund Dr. Lovejoy als Laboratorium bezeichnen."

"Indem Sie Ihre eigene Idee genetischer Verbesserung an ihm ausprobieren? Wer schlüpft hier in die Rolle des Nazi-Arztes?" Cray trat an den Tisch heran. "Sie sind der Vivisektor, der mit den Genen einer lebenden Person herumpfuscht."

"Ihnen gegenüber brauche ich mich nicht zu rechtfertigen."

"Sie können es auch gar nicht."

Rote Flecken entstanden auf Max` Wangen. Ihre Hände schlossen sich so fest um die Rückenlehne eines Stuhls, dass die Knöchel weiß hervortraten.

"Sie haben ihn wie ein Tier missbraucht!" stieß sie hervor. "Es war sogar noch schlimmer." Tierversuche unterliegen wenigstens einschränkenden Bestimmungen. Vergessen Sie nicht, dass ich einige der "Untersuchungen" auf dem aufgezeichneten Film beobachten konnte. Adam musste absichtliche Grausamkeiten ertragen. Ich nenne so etwas unmoralisch.

"Und die Verwandlung in einen genetischen Hybriden ist ethisch in Ordnung?"

"Ja ? wenn es darum geht, sein Überleben zu gewährleisten. Mit derartigen Modifikationen helfen wir vom Aussterben bedrohten Spezies."

"Dieser Vergleich hinkt. Adam ist ein Mensch."

"Dr. Lovejoy scheint anderer Meinung zu sein. ER wollte ihm nicht einmal die Recht von Tieren zugestehen." Es blitzte in Max` nussfarbenen Augen. "Sehen Sie die Sache einmal aus Adams Perspektive. Ich helfe ihm, sich unserer Gesellschaft anzupassen. Bald wird er wie wir sein, einer von uns. Das ist bestimmt besser für ihn, als in einen Käfig gesperrt und für den Rest seines Lebens mit grausamen Experimenten gequält zu werden." ...