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Andreas Eschbach - „Ausgebrannt“

ISBN: 978-3-404-15923-9

 

Klappentext:

Die Menschheit vor ihrer größten Herausforderung: Das Ende des Erdölzeitalters steht bevor! Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versieht, kommt es weltweit zu Unruhen. Bahnt sich tatsächlich das Ende unserer Zivilisation an? Nur Markus Westermann glaubt an ein wunder. Er glaubt, eine Methode zu kennen, wie man noch Öl finden kann. Viel Öl.

Doch der schein trügt.

 

Inhalt:

Markus Westermann kann über seine Firma einen Job in Amerika machen. Er bschließt, dies als die Chance seines Lebens zu sehen. Er will um keinen Preis wieder nach Deutschland zurück.

Kurz vor Ende seines Jobs wird ihm gesagt, dass er doch nicht in der Firma übernommen wird. Er soll seinen Resturlaub weg machen und dann wie ursprünglich geplant nach Deutschland zurück reisen. Markus aber lernt einen Mann kennen, der der Meinung ist, eine Methode zu kennen, wie man noch sehr viel mehr Öl finden kann, als man überhaupt noch vermutet. Er gründet mit diesem Mann eine Firma und reist nicht wie geplant nach Deutschland zurück.

Das Unternehmen jedoch scheitert und Markus wird in einen Autounfall verwickelt, der ihn dann doch wieder nach Deutschland zurück bringt. Sein Partner ist verschwunden.

Doch Markus gibt nicht auf. Er hat sich gerade wieder etwas erhohlt, als er wieder nach Amerika reist, um an die Unterlagen seines ehemaligen Partners zu kommen. Doch die Unterlagen sind weg. - Auf diese Weise findet er einen Mann, der im Prinzip auch für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Er hat für eine Organisation gearbeitet, die dafür gesorgt hat, dass bahnbrechende Erfindungen einfach in der Versenkung verschwunden sind.

In der Zwischenzeit steckt die Welt in einer dicken Ölkriese und Markus wird in einer autarken Komune in den Tiefen von Kanada fest gehalten. - Er kann jedoch fliehen, findet seine verloren geglaubte Liebe wieder, heiratet sie und wird dann auch gleich Vater.

Doch die Welt muss lernen ohne Öl zu leben. Markus kann und will dazu sein Stück beitragen. Trotz allem ist die welt lang nicht mehr so, wie er sie einst gekannt hat.

 

Leseprobe:

… Keith hatte darauf bestanden, ihm ein kräftiges Abendessen zu kochen, ehe Markus aufbrach. Er verrührte Speck, Kartoffeln, Mais, Eier und Gewürze in einer schweren gusseisernen Pfann, während auf dem Küchenbord Kaffee durch die Maschine lief, zischend fauchend und estra stark. Eine große Thermoskanne stand schon bereit.

„Der Wagen gehört einem Freund, der ihn die nächsten Wochen nicht braucht“, erklärte Keith. „Es ist übrigens ein Diesel, denk dran.“

Markus nickte. „Und wo muss ich tanken? Bei McDonald`s?“

„Nein, nein, er hat ihn auf normalen Diesel zurückgestellt. Die Austauschteile liegen übrigens im Kofferraum, ein kleines Päckchen in Plastikfolie. Das solltest du bitte nicht wegwerfen; das willer wieder.“

„Alle sklar.“

„So, hier.“ Keith stellt die dampfende Pfanne vor ihn hin. Es sah … seltsam aus, aber es roch gut. „Keith Pepperst Spezialimbiss für Kraft und Ausdauer. Willst du Milch und Zucker in den Kaffee?“

„Nein, danke. Ganz schwarz ist mir am liebsten.“ Markus stocherte mit der Gabel nach den ersten Bissen. „Danke übrigens.“

„Schon gut“, sagte Keith rasch. Er war einb isschen gerührt, was er sich, typisch amerikanisch, nicht anmerken lassen wollte.

„Ist doch eine Ehre, enem Weltretter zu helfen. Für Bruce Willis würde ich dasselbe tun, ehrlich.“

„Weiß ich zu schätzen.“ Es schmeckte nicht übel. Genau genommen gut. „Und bruce Willis sicher auch.“

Schließlich war die Pfanne leergegessen, der Wagen übergeben,d ie Fahrtroute bis zur nächsten größeren Straße auf der Karte erklärt und die Thermoskanne griffbereit im Handschuhfach verstaut. So ließ Keith ihn schließlich fahren, nicht ohne einen herzhaften Schlag auf die Schulter, den Markus noch dreißig Meilen später spürte.

Jetzt galt es also. Er fuhr so vorschriftsmäßig wie möglich, hielt sich an jede Geschwindigkeitsbeschränkung, auch wenn es ihm oft schwerfiel. Aber Amerikaner waren unfassbar rücksichtsvolle Autofahrer, jemand, der in Deutschland aufgewachsen war, musste fahren, als säße der Fahrprüfer auf dem Rücksitz, bloß um nicht allzu unangenehm aufzufallen.

Und Markus wollte nicht uaffallen. Er wurde in den USA immer noch polizeilich gesucht. Wenn er in eine Polizeikontrolle geriet, war sein Weg zu Ende.

Doch irgendwann tat die Schulter nicht mehr weh, hatte er sein Tempo gefunden, begann das gleichmäßige Schnurren des Wagens eintönig zu werden. Er schaltete das Radio ein, mitten in die Nachrichten.

Der Präsident hatte in den in Qatar stationierten Truppen Marschbefehel erteilt und außerdem zwei Flugzeugträger aus dem Indischen Ozean in den Persischen Golf beordert. Der Auftrag lautete, die saudische Ölindustrie gegen Anschläge der Al-Quaida zu schützen.

„Nach Erkenntnissen der Geheimdiesnte“, sagte der Radiospreche, „verfüge die Terroristen über Raketen, mit denen sie die Öltanks von Ras Tanura in Brand schießen wollten. Ein solcher Anschlag wäre nicht nur wirtschaftlich verheerend, sonder auch eine Umweltkatastrophe ersten Ranges. Das Feuer könnte man vom Weltraum aus sehen, und der entstehende Rauch würde den Himmel über der arabischen Wüste auf Wochen hinaus verdunkel.“

 

Gegenwart

 

Das Erwachen war mühsam. Ein helles Rechteck gab Rätsel auf, bis es sich schließlich als Fenster entpuppte. Eine geblümte Tapete, die er noch nie gesehen hatte, obwohl sie vergilbt war. Und ein Fernseher. Der sah nagelneu aus.

Markus setzte sich auf. Ein Motel, richtig. Er erinnerte sich nicht mehr an den Namen, hatte nur noch dunkle Bilder vor Augen, wie er es spät am Abend angesteuert hatte, weil er vor Müdigkeit nicht mehr weite konnte.

Einen Wecker gab es auch. Er hatte ihn bloß zu stellen vergessen. Schon acht Uhr vorbei. Mist!

Eine Dusche später machte er sich auf die Such nach Frühstück. Im Cafè des Hauptgebäudes wurde er fündig; es gab nicht bloß den üblichen Abwasserkaffee, sondern richtigen Respresso, und das, wo viel man wollte. Und weil er ein Loch im Bauch hatte, nahm er zwei Bagels dazu. ...