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Gaby Köster mit Till Hoheneder - „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“

ISBN: 3-502-15188-1

Klappentext:

Gaby Köster ist wieder da! Und räumt auf! Mit Gerüchten und Lügen über ihre Krankheit. Schonungslos. Wahr und aufrichtig ehrlich. Mit großer Klappe und großemHerz! Laut und lustig. Sensibel und traurig. Eben 100% Gaby Köster. Wie mans ie kennt und liebt.

Inhalt:

Frau Köster meldet sich zurück mit einem Buch, in dem  sie die Öffentlichkeit aufklärt, warum man so lang nichts von ihr gehört hat.

Sie erzählt, was passiert ist, wie es passiert ist und was danach war. Sie räumt auf mit Vorurteilen und Gerüchten und bedankt sich mehr als einmal bei den Leuten, die nach wie vor an ihrer Seite stehen, sie nicht verlassen haben und nach wie vor zu ihr stehen und helfen.

Den Beginn ihrer Karriere gibt sie preis, wie sie begonnen hat, wie hier eines zum anderen gekommen ist, und gibt zu, dass nicht immer alles Gold war, was glänzte.

Zukunft, Vergangenheit und das hier und jetzt. Gaby Köster pur.

Leseprobe:

… So, das musste ja auch mal gesagt werden! Aber zurück zu meinen ersten „Home-Run“: Schwester Ute hatt mir zwar noch in der Klinik den Tipp gegeben, ja alles langsam anzugehen und nicht zu viel Besuch nach Hause einzuladen, denn alleine wieder nach Hause kommen, wäre schon anstrenged genug! Als ich wieder völlig platt, hundemüde und erschöpft in der Klinkik zurück war, ahnte ich auch, was sie damit wohl gemeint hatte! Aber zu Hause, in dem ganzen Tohuwabohu von Gästen und Tieren, habe ich das wohl nur allzugerne verdrängt! Es war aber für mein krankes Hirn ganz schön schwer, die vielen Eindrücke, Unterhaltungen und Emotionen zu verarbeiten und einzuordnen. Aber ich war soooo glücklich wie schon lange nicht mehr.

Nachdem ich wieder angefangen hatte mit dem Rauchen, bin ich auch im Krankenhaus wieder etwas häufiger unter Menschen gekommen, da man ja auch dem Zimmer nicht rauchen durfte. Nach dem Frühstück bin ich erst mal „frische Luft schnappen“ gefahren, will heißen, schnell nach unten in den Park vor die Tür und im „Raucherwohnzimmer“ eine quarzen. Dort habe ich noch andere Leute getroffen – Freunde der tanzbaren Beatmusik, denn Raucher sind ja nicht nur süchtig, sondern auch sehr gesellige Menschen! Wir haben uns rege unterhalten und uns gegenseitig unser Leid geklagt. Die meisten hatten einen Schlaganfall wie ich, das heißt: Irgendeine von den zwei Körperhälften war meistens gelähmt, so zum Beispiel auch die von Hagen. Der erzählte immer gerne, er habe sich einen Sportwagen gekauft, den er noch ordentlich hat aufrüsten lassen, damit er schön laut sei und er ihn auch gut hören können! Ich weiß leider bis heute nicht, ober ihn tatsächlich auch fährt! Hagen, mach mal Meldung!

Herr Kreuter, dessen Frau Elsa mit mir im Haupthaus auf der Intensivstation lag, kam auch dazu und entspannte gerne mal bei einer Zigarette. Mit ihm hab eich noch heute Kontakt, was mich sehr freut! Das gilt auch für Michael Schmitz. Michael fing eine Unterhaltung fast immter mit den Worten „Dä Driss (der Mist)! an! Irgendwann sagte ich ihm, dass ich überlege, über all das, „dä Driss“, ein Buch zu schreiben. Und er meinte nur: „Wenn de dat mähs, dann schriev ävver och und dä Schmitz wohr dä Schönste von se all!“ (Wenn du das machst, dann schreibe aber auch und der Schmitz war der Schönste von allen) Lieber Schmitz: habe ich hiermit gemacht.

Michael hat sehr lange Haare und mein Sohn Donald nennt ihn nur „den rauchenden Jeseus“. Ab und zu treffen wir uns heute noch. Dann kommt er mich mit seiner Frau Anja besuchen – und zwar zu Fuß. Ha! Yeeehawyippie-yeah! Als Michael mich am Karfreitag 2009 besucht hat, schrie Donald ganz aufgeregt durchs ganze Haus: „Gaby, komm schnell, der Jesus steht vor der Tür!“

Wir haben an dem Tag viel gelacht, trotz „dä Driss“! Danke dafür, Jesus! ...