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Mark T. Sullivan - „Toxic“

ISBN: 978-3-942656108

Klappentext:

Eine Serie von bizarren Sexualverbrechen erschüttert San Diego. Als Sergeant Moynihan zu einem neuen Tatort gerufen wird, findet er dort die nackte Leiche eines Mannes, der ans Bett gefesselt wurde. Er starb am Gift der tödlichsten Schlange der Welt. Erneut hat der Täter dazu eine höchst merkwürdige Botschaft hinterlassen. Ein atemberaubendes Katz- und Maus-Spiel beginnt.

Inhalt:

Moynihan hat ein Problem. Ständig muss er seinem Sohn die Verabredungen absagen, weil seine Polizeiarbeit ungeplant dazwischen funkt. Als das Telefon erneut klingelt und Moynihan zu einem neuen Mord gerufen wird, wird das nicht besser.

Das Mordopfer ist mit Pusteln übersäht und man vermutet zunächst eine ansteckende Krankheit. Doch warum ist das Opfer dann gefesselt? Und warum steht dann dieses Bibelzitat am Spiegel?

Man muss den Mörder finden, so schnell wie möglich. Und noch dringender wird es, als ein zweiter Mord in dieser Art passiert. - Es handelt sich also tatsächlich um einen Serienmörder.

Serienmörder haben immer dasselbe Schema, mit diesem Schema will man diesen Mörder nun fangen.

Es beginnt eine Verbrecherjagd, die durch einen großen Fehlschlag fast die Karriere von Moynihan beendet. Doch er ist stur und kämpft weiter. Auf eigene Faust stellt er Ermittlungen an, die zum Schluss ein gewaltiges Stück weiter führen. Doch dabei merkt er nicht, dass er selber in der Falle steckt ...

Leseprobe:

… Für Janice Hood war Sex Freude und Flucht zugleich. Als sie sich dem Höhepunkt näherte, traten die Sehnen ihres Halses hervor wie Klavierseiten, ihr Unterkiefer schob sich vor, ihre Schultern und Schenkel zitterten, dann versteifte sich ihr ganzer Körper und ich sah etwas von ihr, was sie sonst verbarg. Fort war die Wissenschaftlerin. Fort war das Waisenkind. Fort war die Frau, die Verbalgefechte mit Nick Foster ausgetragen hatte.

Sie kam zum Orgasmus, und für den Bruchteil einer Sekunde sah ich, dass sie weder wusste, wer ich noch wer sie selbst war. Dann zeichneten sich in rascher Folge verschiedenste Gefühle auf ihrem Gesicht: Lust, Angst, Wut, Erstaunen und ein halbes Dutzend anderer,die ich nicht benennen konnte, die aber aus den Tiefen ihres Selbst zu kommen schienen, ein Selbst, das unerforschlich und unergründlich wirkt. Dann fuhr sie mir durchs Haar, küsste mich heftig und fand zitternd ihre Erlösung.

Endlich entspannten sich ihre Finger und ihre Schenkel, und ich stützte die Stirn an die wand neben ihr. Ihre Brüste und ihr Bauch drängten sich an mich, und ich spürte ihre Lippen an meinen Wangen und an meinem Hals, während ihre Hand Kreismuster auf meinen Rücken malte.

Mit der anderen Hand drehte sie das Wasser ab, und mit dem Fuß schob sie die Kabinentür auf. Janice trat rückwärts aus der Dusche, griff sich ein Handtuch und begann, mich abzutrocknen. Danach führte sie mich mit beiden Händen auf meine Brust und begann sich zu bewegen, während sie mich unablässig aus sehnsüchtig verschleierten Augen ansah.

„Komm“, flüsterte sie heiser, als sie schneller wurde. Das Blut pulsierte in meinen Adern. Dann durchströmte mich eine unbeschreibliche Lust. Sie trieb mich bis zum Ende, dann brach sie auf mir zusammen und wir klammerten uns aneinander.

„Nie“, keuchte sie. „Nie war es so.“

„Nie“, erwiderte ich. „Niemals. Mein Gott. Niemals.“

Lange Zeit lag Janice einfach schweißnass und atemlos auf mir. Heiß drang die Sonne durch das offene Bullauge herein. Man hörte die Möwen und den Ozean, der über die Klippen strich wie der Besen des Schlagzeugers über das Becken. Es roch nach Sex, nach Janice, nach Meer. Schließlich löste sie sich von mir, stützte sich auf den Ellbogen und fuhr mit dem Finger über meine Brust. „Es ist lange her. Du tust mir so gut.“

„Unglaublich.“

Sie betrachtete meinen Körper, dann glitt ihre Hand über die blasse Doppelnarbe, die sich im Zickzack über meine rechte Schulter zog, und dann über den unregelmäßigen Seestern auf meinem linken Schenkel. „Was hast du da gemacht?“

„Schusswunde“, sagte ich. „Vor fünf Jahren. Ich rede nicht gern drüber. Ziemlich üble Geschichte.“

Sie runzelte die Stirn, dann zuckte sie die Schultern und lächelte. „Jeder hat das Recht, böse Erinnerungen zu verdrängen. Ich mag dich, Moynihan.“

„Ich dich auch.“

Ihr Gesicht wurde ernst. „Aber etwas möchte ich klarstellen. Ich bin nicht auf eine Beziehung aus.“

In diesem Augenblick schloss sich für Seamus Moynihan wieder einmal eine Tür im Reich der Möglichkeiten. Aber ich ließ mir meine Enttäuschung nicht anmerken. Stattdessen streichelte ich ihre Schultern und gab meine Standardantwort: „Du meinst also, wir können nicht befreundet sein und uns von Zeit zu Zeit treffen? Ich such eigentlich nicht viel mehr. In meinem Leben geht`s rund. Und ich mag`s gern unkompliziert. Aber meine Freunde weiß ich zu schätzen.“

„Eine Weile sah sie mich nur forschend an. „Ich hab e was gegen Lügen“, sagte sie. „Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann das.“

„Da haben wir etwas gemeinsam. Was willst du damit sagen?“

„Wie viele andere Freundinnen hast du noch?“

Ich dachte an den Kuss mit Susan Dahoney, schüttelte aber den Kopf. „Im Augenblick keine.“

„Na dann.“ Ihre Hand glitt über meine Brust zum Bauch. „Wenn wir uns einig sind, dass wir einander nicht belügen, dann würde ich dich gern von Zeit zu Zeit treffen.“

„Wie pass es dir jetzt gleich?“

Sie grinste verschmitzt. „Und wie pass es dir?“ ...