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P.C. Cast & Kristin Cast – "Erwählt"

House of Night Band 3

ISBN: 3-404-16033-9

Klappentext:

Dunkle Mächte sind im House of Night am Werk, und Zoeys Erlebnisse im Internat nehmen eine rätselhafte Wendung. Stevie Rae ist jetzt eine Untote und kämpft darum, ihre Menschlichkeit nicht vollends zu verlieren. Zoey versucht, ihr dabei zu helfen, doch sie spürt, dass sie das vor den anderen besser geheimhalten sollte. Denn es scheint niemanden mehr zu geben, dem sie wirklich vertrauen kann: Ihre bisherigen Freunde werden plötzlich zu Feinden. Und als es kaum noch schlimmer kommen kann, werden Leichen gefunden, ermordete Vampyre! Zoey findet heraus, dass nichts so ist, wie es scheint.

Inhalt:

Zoey hat Geburtstag und versucht sich ihre Enttäuschung über die weihnachtlichen Geschenke nicht anmerken zu lassen. Doch Heath, ihr menschlicher Exfreund, mit dem sie nun eine Prägung hat, schickt ihr ein Geschenk und durch die Karte kommt alles raus. Ihre Freunde sind sauer, doch das soll noch das harmloseste Ärgernis zwischen den Freunden sein.

Stevie Rae ist noch immer untot. Ein Teil ihrer Menschlichkeit hat sie sich jedoch bewahrt und kämpft nun mit aller Macht darum, dass dies so bleibt. - Ausgerechnet Aphrodite hilft Zoey, um Stevie Rae nicht vollends zu verlieren.

Das Liebeschaos zwischen Zoey und den drei "Kerlen" spitzt sich zu und nimmt ein unschönes Ende.

Leseprobe:

... Es gibt einfach Sachen, über die zu reden sinnlos ist. Ich hatte Grandma gesagt, dass ich gleich nach Hause fahren und mich um meine Freunde kümmern würde, und das hatte ich auch gewollt. Aber stattdessen ertappte ich mich dabei, wie ich in Richtung Stadtmitte fuhr. Wieder einmal.

In den letzten vier Wochen hatte ich jede Gelegenheit ergriffen, mich mit einer halbwegs glaubhaften Entschuldigung abzusetzen oder mich heimlich wegzuschleichen, um spätnachts die Straßen der Innenstadt von Tulsa heimzusuchen. Ich schnaubte. Heimsuchen. Was für ein treffendes Wort für die Suche nach Stevie Rae, meiner seit einem Monat toten beziehungsweise untoten besten Freundin. Und ja, das war genauso abgefahren, wie es sich anhörte.

Wir alle wussten, das Jungvampyre starben. Ich hatte den Tod von zweien der drei mitbekommen, die im House of Night gestorben waren, seitdem ich dort angekommen war. Okay, wir alle wussten also, dass wir sterben konnten. Was hingegen niemand wusste, war, dass die letzten drei Jungvampyre, die gestorben waren, auferstanden oder wieder lebendig geworden waren, oder ... Himmel! Am leichtesten kann man es wohl damit beschreiben, dass sie zu dem geworden waren, was dem allgemeinen klischeehaften Bild von Vampyren entsprach. Wandelnde Untote, die blutsaugende Monster waren, ohne einen Hauch von Menschlichkeit. Und außerdem rochen sie auch noch schlecht.

Ich wusste das, weil ich das Pech gehabt hatte, zweimal etwas zu sehen, wovon ich zunächst dachte, es seien die Geister der beiden ersten toten Jungvampyre gewesen. Dann waren menschliche Jugendliche entführt und ermordet worden, und es hatte ausgesehen, als wollte jemand den Verdacht auf einen Vampyr lenken. Das war verdammt übel gewesen, vor allem weil ich die ersten beiden Opfer gekannt hatte und die Polizei mich für kurze Zeit verdächtigte. So richtig übel wurde es aber dann, als der dritte entführte Jugendliche Heath war.

Also, Heath hätte ich auf keinen Fall sterben lassen können, zumal wir durch einen dummen Zufall eine Prägung hatte. Mit Aphrodites Hilfe hatte ich es geschafft, der Prägung bis zu dem Ort nachzuspüren, an dem er gefangen gehalten worden war. Die Polizei dacht dann, dass ich den ziemlich fertigen Heath vor einem menschlichen Serienmörder gerettet hatte. Aber was hatte ich tatsächlich entdeckt? Meine untote Freundin und ihre widerliche Gang. Ich hatte Heath da rausgeholt (`da´- das war die Tunnel aus der Prohibitionszeit unter der Innenstadt, in die man zum Beispiel durch den alten verlassenen Bahnhof gelangte) und Stevie Rae zur Rede gestellt. Beziehungsweise das, was noch von ihr übrig war. Und na ja, mein erstes Problem war, dass ich nicht glaubte, dass sie all ihre Menschlichkeit verloren hatte, so wie es bei den anderen untoten, widerwärtigen Ex-Jungvampyren der Fall zu sein schien, die gern ihre Zähne in Heath gerammt hätten.

Das zweite Problem war Neferet. Stevie Rae hatte mir erzählt, dass Neferet für ihr Untotsein verantwortlich war. Ich hatte dran keinen Zweifel – denn kurz bevor die Polizei aufgetaucht war, hatte Neferet Heath und mich mit einem finsteren Zauber belegt, der uns alles hatte vergessen lassen sollen, was in den Tunnels passiert war. Ich denke, bei Heath hatte er gewirkt. Bei mir nur kurz. Mit Hilfe der Macht der fünf Elemente war es mir gelungen, ihn zu durchbrechen. Also, lange Rede, kurzer Sinn. Seither frage ich mich permanent, was ich mit a) Stevie Rae, b) Neferet, c) Heath machen soll. Man sollte meinen, es wäre eine Erleichterung gewesen, dass keines meiner drei Sorgenkinder sich im letzten Monat hatte blicken lassen, aber nein. Leider nicht.

"Okay", sagte ich laut, "das war also mein Geburtstag, und selbst für meine Verhältnisse war er echt bescheiden. Daher würde ich dich gern um einen klitzekleinen Geburtstagsgefallen bitten, Nyx. Ich will Stevie Rae finden. Bitte", fügte ich hastig hinzu. (Wie Damien sagen würde, bei einer Göttin sollte man schon eine gewisse Höflichkeit wahren.) Ich hatte nicht wirklich eine Antwort erwartet. Als die Worte mach das Fenster auf in meinem Kopf zu kreisen begannen, dachte ich zuerst, sie kämen aus einem Song im Radio. Aber ich hatte das Radio gar nicht an, außerdem hatten die Worte keine Melodie. Und sie waren in mir, nicht im Radio.

Ich wurde richtig nervös. Aber ich kurbelte das Fenster runter. ...