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P.C. Cast & Kristin Cast - „Gejagt“

House of Night Band 5

ISBN: 3-841-42005-2

Klappentext:

Zoey ist wieder mit ihren Freunden vereint und Stevie Rae und die roten Jungvampyre sind nicht länger Neferets Geheimnis. Aber eine dunkle Gefahr bedroht die neue Ruhe. Kalona, Neferets neuer Liebhaber, sieht umwerfend aus und hat das gesamte House of Night in seinen Bann gezogen. Und niemand scheint zu bemerken, welche Bedrohung von ihm ausgeht. Der Schlüssel, den es braucht, um seinen immer stärker werdenden Einfluss zu brechen, liegt in der Vergangenheit. Aber was, wenn diese Vergangenheit Geheimnisse offenbart, die Zoey nicht wissen will und Wahrheiten, denen sie sich nicht zu stellen traut?

Inhalt:

Die Gefahr wird größer und größer. Zoey und ihre Freunde ahne es und bekommen die Unterstützung Zoey ihrer Großmutter. Doch die erleidet einen Unfall und Zoey muss sich um sie kümmern. - Doch schnell durchschaut sie den Plan der Gegenseite und kann Maßnahmen ergreifen.

In der Schule soll ein Kreis beschworen werden, um die bösen Ahnungen und Schatten der vergangenen Ereignisse zu vertreiben. Doch das soll sich alles als Plan von Neferet herausstellen, mit dem sie das Böse wieder befreien will. Ihr Plan gelingt und Stevie Rae wird dabei schwer verletzt. Zoey kann mit ihrem Kreis und ein paar Freunden fliehen, aber der Kampf wird schwer werden.

Auch als Zoey von einem Gehilfen des Bösen schwer verletzt wird, ist sie gezwungen in die Schule zurück zu kehren. Doch von hier kann sie auch die Lösung dieses Problems mitnehmen.

Leseprobe:

... Hastig stellte ich mich zwischen die beiden. „Aufhören! Stop. Ich hab schon genug um die Ohren, ich hab echt keine Lust, auch noch euch auseinanderzerren zu müssen. Himmel, wisst ihr, wie unreif ihr euch benehmt?“ Die beiden starrten sich über meinen Kopf hinweg immer noch feindselig an. Ich boxte beide in die Brust. „Aufhören, sag ich!“ Das brachte sie einigermaßen zur Besinnung, und jetzt schaute ich sie böse an. „Wisst ihr, ihr seid so lächerlich mit eurem Imponiergehabe und Testosteron und so. Hey, ich könnte auch die Elemente beschwören und euch beide zu Kleinholz verarbeiten.“

Heath scharrte verlegen mit den Füßen. Dann grinste er mich an – wie ein süßer kleiner Junge, den seine Mommy gerade ausgeschimpft hat. „Sorry, Zo. Hab nicht mehr daran gedacht, dass bei euch die Kacke schwer am Dampfen ist.“

„Ja, tut mir auch  leid“, sagte Erik. „Ich weiß ja, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche, was ihn betrifft.“ Er warf Heath ein verächtliches Grinsen zu.

Heath schaute mich an, als erwartete er, dass ich so was sagte wie na ja, du solltest dir schon Sorgen machen, Erik, denn ich mag Heath immer noch. Aber das tat ich nicht. Es ging nicht. Egal was zwischen mir und Erik war, Heath war Teil meines alten Lebens. Dorthin gehörte er und nicht in meine Gegenwart oder Zukunft. Heath war ein Mensch – das hieß, falls wir angegriffen wurden, hatte er ein hundertmal größeres Risiko, dass ihm etwas Ernstes zustieß.

„Okay, ich geh dann mal“, sagte Heath in die unbehagliche Stille hinein. Entschlossen drehte er sich um und ging auf den Ausgang zu.

Als er ihn fast erreicht hatte, drehte er sich noch mal um und sah mich an. „Aber zuerst will ich noch mal kurz mit dir reden, Zo. Allein.“

„Ich bewege mich nicht weg“, sagte Erik.

„Das verlangt auch niemand. Zo, kommst du kurz mit raus?“

Ich starrte Erik an und wollte ihm gerade erklären, dass er nicht mein Boss war, als er etwas tat, was  mich so richtig auf die Palme brachte. Er packte mich tatsächlich am Handgelenk und zog mich mit einem Ruck an sich, obwohl ich nicht die leisesten Anstalten gemachte hatte, Heath zu folgen.

Reflexartig riss ich mich los.

Er verengte die blauen Augen. In diesem Moment sah er einfach nur wütend und gemein aus, überhaupt nicht wie ein Freund, eher wie ein Fremder. „Du gehst mit ihm nirgendwohin“, wiederholte er.

Da ging mein Temperament mit mir durch. Ich kann`s nicht ertragen, herumkommandiert zu werden. Das war einer der Gründe gewesen, warum der neue Mann von meiner Mom und ich überhaupt nicht miteinander klarkamen. Der Stiefpenner war nämlich im Grunde nichts anderes als ein kleiner, gemeiner Möchtegerntyrann. Und plötzlich sah ich genau diesen Charakterzug auch in Erik. Selbst wenn ich wusste, dass es mir später unendlich leid tun würde – in diesem Moment loderte mein Zorn zu heiß, als dass irgendein anderes Gefühl ihn hätte dämpfen können.

Oh, ich zeterte nicht los. Oder brüllte ihn an und knallte ihm eine, wie ich es am liebsten getan hätte. Ich schüttelte lediglich den Kopf und sagte in dem eisigsten Ton, den ich zustande brachte: „Es reicht, Erik. Nur weil wir wieder zusammen sind, heißt das noch lange nicht, dass du mir befehlen darfst, was ich zu tun habe.“

„Heißt es dann wenigstens, dass du mich nicht wieder mit deinem menschlichen freund betrügst?“, knurrte er.

Ich zog die Luft ein und trat einen Schritt zurück, als hätte er mich geschlagen. Mein Magen verkrampfte sich so, dass ich dachte, gleich würde mir schlecht, aber ich ließ das erst gar nicht bei mir ankommen und erwiderte Eriks wütenden Blick mit stählerner Härte.

„Was denkst du dir eigentlich, wie du mit mir reden kannst? Als deine Freundin bin ich gerade unglaublich sauer. Als deine Hohepriesterin bin ich zutiefst gekränkt. Und als jemand mit funktionierendem Gehirn frag ich mich, wo dein Verstand ab geblieben ist. Was glaubst du, was ich in den vielleicht zwei Minuten machen werde, die ich mit Heath da draußen auf dem Parkplatz im Eissturm stehe? Mich geradewegs auf den Asphalt legen und die Beine breit machen? Hältst du mich wirklich für so eine?“

Erik schwieg. Er starrte mich nur weiter bitterböse an. In der vor Spannung knisternden Stille klang Heath´ Kichern besonders schadenfroh. „Hey, Erik, soll ich dir ´nen Tipp geben? Was Zo so richtig hasst, ist, wenn jemand ihr sagt, was sie tun soll.  ….