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Johannes von Buttlar - „Zeitreisen“

Das „Granny-Paradox“ oder der Besucher aus der Zukunft

ISBN: 3-404-70163-1

Klappentext:

Noch vor kurzem wurden Zeitreisen als Utopie abgetan. Doch inzwischen sind auf Grund revolutionärer Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Raum-Zeit sogar einige international bekannte Wissenschaftler wie Stephen W. Hawking zu der Überzeugung gelangt, daß Zeitreisen grundsätzlich möglich sind. Durch eine Reise in die Vergangenheit wird der gesunde Menschenverstand stark gefordert. Was würde beispielsweise geschehen, wenn ein Zeitreisender den Tod seiner eigenen Großmutter verursacht, bevor deren Tochter, also seine eigene Mutter, geboren wäre? Wieso existiert der Zeitreisende dann überhaupt? Johannes von Buttlar faßt die verschiedenen Theorien über die Beschaffenheit der Raum-Zeit zusammen, beschreibt die theoretischen Grundlagen und stellt Denkmodelle über die Verwirklichung von Zeitreisen vor.

 

Inhalt:

Johannes von Buttlar schreibt in diesem Buch über die theoretischen Möglichkeiten von Zeitreisen. Was sie für Paradoxen aufwerfen würden und versucht zu klären, ob es nicht mehrere Dimensionen nebeneinander her gibt und ob man dann als „Zeitreisender“ nicht einfach in einem parallelen Universum landen würde, wenn man wieder in „seine Zeit“ zurück kehrt.

Zum Schluss redet er so gar davon, dass die Außerirdischen nichts weiter als Zeitreisende sind. Quasi die Menschheit in 200 Jahren oder so.

Im Anhang befindet sich noch ein Verzeichnis, in dem er verschiedene Fachbegriffe erklärt, was einem das Verstehen des Gelesenen sehr erleichtert.

Leseprobe:

… Auf den ersten Blick könnten diese Überlegungen den Eindruck reiner (überflüssiger) intellektueller Spielereien erwecken. In Wahrheit haben sich aus diesen Zeitreisemodellen jedoch interessante quantenmechanische Erkenntnisse ergeben, die unter ihrer Einbeziehung eine praktikablere Lösung für die Durchführbarkeit von Zeitreisen andeuten.

Bei Matt Visser, Physiker an der Washington-Universität in St. Louis, würden Zeitreisende die ebene Fläche einer würfelförmigen Zeitschleuse durchdringen, die aus exotischer Energie negativer Spannung – wie beispielsweise aus kosmischen Strings – besteht und an den Würfelrändern strebenartig angeordnet wäre. Die ebenen Raumflächen der Würfelseiten würden die Zeitreisenden durchqueren, ohne mit den gefährlichen Energiestreben in Berührung zu kommen.

Auch die Manipulation von Wurmlöchern zu Zeitreisemaschinen wurde bereits in Erwägung gezogen. Nach Gribbin würde ein solches Szenario folgendermaßen ablaufen: Der Öffnung eines großen Wurmlochs würde eine genau bemessene elektrische Ladung zugeführt, dann die Öffnung mit Hilfe eines elektrischen Feldes ins Schlepptau genommen. Auf diese Weise könnte es auf eine lange Reise mit nahezu Lichtgeschwindigkeit „entführt“ und schließlich neben dem anderen Ende des Wurmlochs „geparkt“ werden. Dabei könnte es sich beispielsweise um die Hin- und Rückreise zu einem anderen Stern handeln oder aber auch darum, die in Bewegung befindliche Wurmlochöffnung im Kreis herumzuwirbeln, bis ein ausreichend großer Zeitunterschied zwischen den Ihren im bewegten Bezugssystem und der an der Öffnung, also „zu Hause“ befindlichen, hergestellt ist. Wichtig ist, daß diese Zeitdifferenz auch dann bestehen bleibt, wenn die in Bewegung befindliche Öffnung wieder stillsteht. Bie diesem Zeitunterschied handelt es sich um eine reale physikalische Eigenschaft des Raums, die mit der sich fortbewegenden Öffnung zusammenhängt. Dieser weniger als die bewegungslose Öffnung gealterte Bereich befindet sich also, mit der zurück- oder „daheim gebliebenen“ Öffnung verglichen, in der Vergangenheit.

Weiterhin führt Gribbin aus, daß die Art der Verbindung zwischen Raum-Zeit und Wurmlochgeometrie für die Funktion der Zeitmaschine garantiert. Ein Zeitreisender, der in die sich fortbewegende Öffnung gleitet, würde also die bewegungslos (am anderen Ende) verharrende Öffnung zu dem Zeitpunkt verlassen, der dem entspricht, der auf den Uhren der sich fortbewegenden Öffnung angezeigt ist. Bricht also ein Reisender an der stationären Wurmlochöffnung um zwölf Uhr Ortszeit auf, benötigt dann etwa zehn Minuten, um die sich fortbewegende Öffnung zu erreiche, trifft er dort – seiner Armbanduhr und der Uhren der stationären Öffnung zufolge – um 12.10 Uhr ein. Hier gleitet der Reisende in die sich fortbewegende Öffnung, um fast sofort wieder an der stationären Öffnung anzukommen, jedenfalls nach der eigenen Uhr. Aber dort stehen die Uhrzeiger erst auf 11.10 Uhr. Rasch begibt sich der Zeitreisende nun zur sich fortbewegenden Öffnung, wo er um 11.20 Uhr anlangt. Von dort geht es, wie gehabt, wieder zur stationären Öffnung, wo er um 10.20 Uhr ankommt.

Ein Vorgang, der sich nach Lust und Laune beliebig oft wiederholen läßt und bei dem der Zeitreisende sich bis zu dem Punkt immer wieder in der Zeit rückwärts bewegen kann, der als Zeitunterschied zwischen beiden Wurmlochenden festgelegt wurde. Eine Reise in die Vergangenheit ist jedoch auch bei einer Wurmloch-“Transportmaschine“ dieser Art nur bis zum Zeitpunkt ihrer Entstehung möglich. Ebenso wie Tiplers Zeitmaschine bietet auch diese die Gelegenheit für Reisen in die Zukunft, allerdings unbegrenzte. In einem solchen Fall benutzt der Reisende die stationäre Öffnung, um sich im Sekundenbruchteil (nach der eigneen Uhr) zur sich fortbewegenden Öffnung transportieren zu lassen und, im Vergleich zum Universum draußen, eine Stunde später wieder aufzutauchen.

Bei allen Überlegungen über die Konstruktion von Zeitreisemaschinen darf keinesfalls vergessen werden, daß es sich dabei lediglich um hypothetische Vorstellungen handelt, die bei uns in absehbarer Zeit wohl kaum in die Praxis umgesetzt werden können. Das ist auch Kip S. Thorne durchaus bewußt, und aus diesem Grund leht er den Begriff Zeitmaschine in seinen Arbeiten ab.

Um jedoch den Wunschtraum einer Zeitreisemaschine erfüllen zu können, muß die technische beziehungsweise physikalische Voraussetzung geschaffen werden, die Geometrie eines begrenzten Raum-Zeit-Abschnitts dynamisch zu verändern, um in diesem Bereich geschlossene Zeitschleife zu erzeugen.

Durch Erkenntnisse der Quantenkosmologie könnten sich interessante Aussichten für neue Zeitreisetechniken ergeben. Schrittmacher auf diesem Gebiet sind vor allem der amerikanische Kosmologe Lee Smolin und sein russischer Fachkollege Andrej Linde. Für Smolin waren Quantenprozesse in einem Urkosmos dafür verantwortlich, daß sich einige Bereiche darin rasch zu eigenständigen Universen aufblähten, die ihrereseits ebenfalls „Ableger“-Universen produzierten.

Nach Smolin würden vor allem durch schwarze Löcher „Baby“-Universen entstehen, von denen einige zum Teil mit den Erbanlagen des „Mutter“-Universums ausgestattet sind. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, daß in diesen „Ableger“-Universen andere Raum-Zeit-Bedingungen vorherrschen als im „Mutter“-Universum.

Nach diesen Vorstellungen führen die Schwarze-Löcher“-Tunnel beziehungsweise die Einstein-Rosen-Brücken zu anderen Universen und nicht zu unterschiedlichen Regionen unseres eigenen Universums. Bei all diesen Modellvorstellungen bleibt allerdings eine Frage unbeantwortet: Woraus und wie entstand der „Mutter“-Kosmos: aus dem Nichts? ...