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Nicholas Sparks - „Du bist nie allein“

ISBN: 3-453-40000-3

Klappentext:

Als Julie Barenson sich nach dem tragischen Verlust ihres Mannes erstmals wieder auf ein romantisches Abenteuer einlässt, glaubt sie, eine gute Wahl getroffen zu haben. Doch schon bald wird das Liebesglück zum Alptraum, denn ihr Verehrer entwickelt eine Leidenschaft mit fast tödlichem Ausgang.

Inhalt:

Fünfundzwanzig Jahre jung und schon Witwe. Julie hatte sich das Leben mit Mike so viel länger vorgestellt, doch dann wird er krank und stirbt.

Sie lebt mit ihrem Hund „Singer“ im Haus, welches eigentlich für mindestens zwei gedacht ist und macht endlich die ersten Versuche wieder eine neue Beziehung aufzubauen. Doch mit Richard versteht sei sich zwar gut, aber Liebe ist es nicht.

Erst Mike, ihr langjähriger Freund und Trauzeuge bei ihrer Hochzeit, weckt in ihr das Gefühl von Geborgenheit und ehrlicher Zuneigung.

Doch, die noch sehr junge Beziehung der beiden, wird auf eine harte Probe gestellt, als dies mysteriösen Anrufe beginnen. Sie häufen sich, werden schlimmer und schlimmer. Und trotz dem Mike und Julie wissen, wer ihr da nachstellt, hilft die Polizei zunächst nicht ihnen, sondern dem Täter. Erst eine junge „neue“ Polizistin in der Stadt, beachtet Julie ihre Sorgen und Nöte und leitet endlich Hilfe ein. Doch ist das noch rechtzeitig?

Leseprobe:

… Größtenteils waren sie wundervoll. Mike und Julie verbrachten den samstag zusammen, und sie liebten sich morgens und dann noch einmal abends vorm Einschlafen. Am Sonntag fuhren sie nach Jacksonville, wo isch Julie in der Mall einen neuen Bikini kaufte, außerdem Shorts und Sandalen. Als sie Mike den Bikini zu Hause abermals vorführte, sah er sie mit begehrlichen Blicken an und sprang dann vom Sofa hoch, um hinter ihr herzujagen. Sie rannte lachend und kreischend durchs Haus, bis Mike sie im Schlafzimmer einholte. Kichernd ließen sie sich aufs Bett plumpsen, und alles ging wieder von vorn los.

Überrascht und dankbar stellte Julie fest, dass sich an ihrer Freundschaft durch den Sex nichts geändert hatte – abgesehen davon, dass sie oft nackt waren. Mike riss Witze wie immer und brachte sie zum Lachen, sie zog ihn auf wie immer, er hielt liebevoll ihre Hand, während sie auf dem Sofa saßen und fernsahen.

Doch so sehr sie es auch zu verdrängen versuchte: Was ihr von jener Woche am deutlichsten im Gedächtnis bleib, waren die Telefonanrufe. Die beiden Anrufe Freitagnacht. Samstag erfolgten abermals zwei. Sonntag schrillte das Telefon viermal, Montag fünfmal, aber an diesen beiden Tagen war Mike gerade außer Haus, und Julie nahm ab. Dienstag, als sie schon im Bett lag – Mike war zum Schlafen heimgefahren -, kamen vier Anrufe, dann stöpselte sie das Telefon endlich aus. Und Mittwoch, als sie nach der Arbeit das Haus betrat, sah sie, dass ihr Anrufbeantworter voll war.

Sie hatte den Knopf gedrückt, um die erste Nachricht abzuspielen, dann gleich die nächste. Dann die dritte. Die Anrufe waren direkt nacheinander gekommen, der Apparat hatte die Uhrzeiten gespeichert. Beim vierten Anruf ging Julies Atem bereits schneller, beim neunten hatte sie Tränen in den Augen. Ab dem zwölften drückte sie fast gleichzeitig mit der Abspieltaste auf die Löschtaste, in dem verzweifelten Versuch, das Geschehene irgendwie rückgängig zu machen.

Anschließend saß sie am Tisch und zitterte.

Insgesamt waren an dem Tag zwanzig Anrufe erfolgt, und jeder dauerte zwei Minuten.

Kein einziges Mal hatte der Anrufer etwas gesagt.

Donnerstag und Freitag kam kein Anruf.

– - 25 -

Hört sich doch an, als liefe alles prima“, sagte Emma am Samstag.

Morgens hatten sich Mike und Julie mit Henry und Emma am Bootsanlegeplatz auf Harkers Island getroffen. Sie hatten die Ladung an Bord geschafft – Kühltaschen mit Lebensmitteln und Getränken, Sonnencreme, Badelaken und Hüte, Eimer voller Eis und eine Angelausrüstung, mit der man wirklich alles an den Haken nehmen konnte, was einem über den Weg schwimmen mochte: Moby Dick, Orca den Killerwal und selbst den weißen Hai. Vormittags dümpelten sie im Sund bei Cape Lookout. Mike und Henry standen mit ihren Angeln Seite an Seite da und trugen einen Wettstreit aus, der nicht anders als pubertär zu nennen war. Fing einer von ihnen einen Fisch, durfte er daraufhin eine Flasche Bier schütteln und auf den anderen richten. In einem der Eimer befanden sich bereits so viele Makrelen und Flundern, dass eine ganze Kolonie verhungernder Seehund davon satt geworden wäre, und beide Petrijünger hatten sich ihrer Hemden erledigt und sie zum Trocknen über die Reling gehängt.

Julie und Emma dagegen saßen in den kleinen Liegestühlen bei der Kajüte. Die Sonne brannte auf sie herab.

„Es läuft auch tatsächlich prima“, bestätigte Julie.  „Ich frage mich wirklich, wovor ich die ganze Zeit solche Angst hatte.“

Ihr Tonfall machte Emma argwöhnisch.

„Aber?“

„Was, aber?“

„Irgendwas bedrückt dich doch.“

„Ist es so offensichtlich?“

„Nein. Aber ich kenne dich lange genug. Also, was hast du? Irgendetwas wegen Mike?“

„Nein, ganz und gar nicht.“

„Liebst du ihn?“

„Ja, sehr.“

„Was ist es dann?“

Julie stellte vorsichtig ihr Glas auf das Deck. „Ich habe in letzter Zeit seltsame Anrufe bekommen.“

„Von wem?“ …