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Kerstin Gier - „Saphirblau“

ISBN: 3-40106-347-2

Klappentext:

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gewendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen den Zeiten

Inhalt:

Gwendolyn ist 16, irgendwie verliebt in den Typen, mit dem sie durch die Zeit reist und verstorbene Leute treffen muss. Dabei geht es immer öfter mal gefährlich zu. Zusammen mit der Verliebtheit ist das keine gute Combi.

Nach einem Treffen mit dem Gründer der Loge und dem ersten Zeitreisenden von den Zwölfen, wird ihre Liebe stark erschüttert.

Nebenbei muss sie auf eigene Faust versuchen, die Rätsel zu lösen, die ihr die Wächter der Loge nicht offenbaren wollen, weil sie sie für nicht vertrauenswürdig halten. Dabei deckt sie mit ihrer Freundin um ein Haar das große Geheimnis auf. Und dann immer aufpassen, dass der Loge und Gideon nichts mitbekommen.

Leseprobe:

… Dieses Mal wurden wir nicht gestört, weder durch einen Zeitsprung, noch durch einen frechen Wasserspeierdämon. Währen Hallelujah lief, blieb der Kuss ganz sanft und vorsichtig, aber dann vergrub Gideon beide Hände in meinen Haaren und zog mich fest an sich. Das war kein sanfter Kuss mehr und meine Reaktion darauf überraschte mich selber. Mein Körper fühlte sich plötzlich ganz weich und leicht an und ich schlang von ganz allein die Arme um Gideons Hals. Ich hatte keine Ahnung, wie, aber irgendwann in den nächsten Minuten und ohne aufzuhören, uns z küssen, landeten wir auf dem grünen Sofa, und dort küssten wir uns weiter, so lange, bis Gideon sich sehr aprubt aufsetzte und auf seine Uhr sah.

„Wie gesagt, wirklich schade, dass ich dich nicht mehr küssen darf“, sagte er etwas atemlos. Seine Pupillen waren riesig und seine Wangen eindeutig gerötet.

Ich fragte mich, wie ich erst aussehen musste. Da ich vorübergehend zu einer Art menschlicher Pudding mutiert war, war ich nicht in der Lage, mich aus meiner halb liegenden Position zu befreien. Und ich musste mit Entsetzen feststellen, dass ich keine Ahnung hatte, wie viel Zeit seit Hallelujah vergangen war. Zehn Minuten? Eine halbe Stunde? Alles war möglich.

Gideon schaute mich an und ich glaubte, so etwas wie Fassungslosigkeit in seinem Blick zu erkennen.

„Wir sollten unsere Sachen zusammenpacken“, sagte er schließlich. „Und du solltest dringend etwas mit deinen Haaren machen  sie sehen aus, als hätte irgend so ein Idiot mit beiden Händen darin herumgewühlt und ich dann auf ein Sofa geworfen … Wer immer gleich auf uns warten, wird eins und eins zusammenzählen können … Oh Gott, schau  mich nicht so an.“

„Wie denn?“

„Als ob  du dich nicht mehr bewegen könntest.“

„Aber genauso ist es“, sagte ich ernst. „Ich bin ein Pudding. Du hast mich in einen Pudding verwandelt.“

Ein kurzes Lächeln erhellte Gideons Gesicht, dann sprang er auf seine Füße und begann, meine Schulsachen in die Tasche zu packen. „Komm schon, kleiner Pudding, steh auf. Hast du einen Kamm oder eine Bürste dabei?“

„Irgendwo da drin“, sagte ich matt.

Gideon hielt das Sonnenbrillenetui von Leslies Mutter in die Höhe. „Da drin?“

„Nein!“, rief ich aus und vor lauter Schreck hatte mein Dasein als Pudding ein Ende. Ich sprang auf, riss Gideon sdas Etui mit dem japanischen Gemüsemesser aus der Hand und warf es zurück in die Tasche. Falls Gideon sich wunderte, ließ er es sich nicht anmerken. Er stellte den Stuhl zurück auf seinen Platz an der Wand und blickte erneut auf seine Uhr, während ich meine Haarbürste herausnahm.

„Wie viel Zeit haben wir noch?“

„Zwei Minuten“, sagte Gideon und hob den iPod vom Boden auf. Keine Ahnung, wie er dorthin gekommen war. Oder wann.

Ich bürstete mir hastig durch die Haare.

Gideon betrachtete mich mit ernstem Blick. „Gwendolyn?“

„Hm?“ Ich ließ die Haarbürste sinken und erwiderte seinen Blick, so ruhig ich konnte. Oh mein Gott! Er sah so unglaublich gut aus und ein Teil von meinem Körper wollte sich wieder ine inen Pudding verwandeln.

„Hast du...?“

Ich wartete. „Was?“

„Ach nichts.“

In meinem Magen machte sich das altbekannte Schwindelgefühl breit. „Ich glaube, es geht gleich los“, sagte ich.

Nimm die Tasche fest in die Hand, du darfst sie auf keinen Fall loslassen. Und komm ein Stück hier rüber, sonst landest du auf dem Tisch.“

Noch während ich ging, verschwamm alles vor meinen Augen. Und nur Bruchteile einer Sekunde später landete ich sanft auf meinen Füßen, direkt vor den weit aufgerissenen Augen von Mr Marley. Xemerius` freche Fratze blickte ihm über die Schulter.

„Na endlich“, sagte Xemeris. „Ich muss dem Rothaarigen schon seit einer Viertelstunden bei seinen Selbstgesprächen zuhören.“

„Sind Sie wohlauf, Miss?“, stotterte Mr Marley, während er einen Schritt zurücktrat. …