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Charlaine Harris - „Der Vampir, der mich liebte“

ISBN: 3-423-20982-8

Klappentext:

SookieStackhouse ist Kellnerin in einer Bar in Louisiana. Sie ist hübsch, jung, ihr Job macht ihr Spaß. Eines Nachts trifft sie auf dem Nachhauseweg auf einen umherirrenden Vampir. Er hat kaum einen Faden am Leib und außerdem sein Gedächtnis verloren. Zum Glück kennt ihn Sookie: Es ist Eric, der Boss ihres Ex-Freunds Bill. An sich ist er ein draufgängerischer, aggressiver Typ, doch mit dem Gedächtnis ist ihm anscheinend ein Teil seiner Persönlichkeit verlorengegangen: auf einmal ist er freundlich, zuvorkommend und schutzbedürftig. Aber er hat ein gewaltiges Problem: Ein Hexenzirkel ist in die kleine Stadt eingefallen und verlangt Schutzgeld von Eric, der ein erfolgreicher Vampir-Bar-Unternehmer ist. Er weigert sich zu zahlen, mit desaströsen Folgen. Sookie nimmt ihn bei sich auf, mit dem Erfolg, daß eine gefährliche Situation die andere jagt. Und da Eric ein sehr attraktiver Vampir ist, kommen die beiden sich bald ziemlich nah.

Inhalt:

Sookie hat das letzte Abenteuer noch nicht einmal richtig verdaut, als ihr Bill wieder eindeutige Avancen macht. Doch Sookie hat genug von der Brutalität der Vampirwelt.

Als sie dann aber Eric, fast nackt und barfuß mitten auf der winterlichen Straße findet unt mit zu sich nimmt, steckt sie schon wieder mittendrin, in Vampirangelegenheiten.

Ein Hexenzirkel ist in Bon Temps eingetroffen. Sie wollen hier an das Imperium der Vampire.

Eric haben sie mit einem Fluch belegt. ER hat vergessen, wer und was er ist. - Sookie nimmt ihn bie sich auf.

Doch dann verschwindet auch ihr Bruder spurlos. Die Polizei kann ih nicht finden und Sookie steigt mit dem „neuen“ Eric ins Bett.

Als es zum Kampf mit dem Hexenzirkel kommt, kann Sookie mit ihren Fähigkeiten helfen, doch ihren Bruder kann sie nicht finden. - Dabei ist der näher, als sie es in dem Moment ahnt.

Leseprobe:

… Andy plauderte mit Sam, während er auf Portia wartete, die auf der Damentoilette verschwunden war. Ich hatte eben mein Trinkgeld eingesteckt, das sich auf genau fünfzehn Prozent des Rechnungsbetrages belief. Das Trinkgeld der Bellefleurs war – wenn auch nur leicht – angestiegen mit dem Reichtum der Bellefleurs. Ich sah auf, als die Tür so lange offen stand, dass ein kalter Luftzug hereinströmte.

Die Frau, die eintrat, war groß und so schlang und breitschuldrig, dass ich einen prüfenden Blick auf ihre Brust warf, um sicher zu gehen, ob ich mich in ihrem Geschlecht nicht täuschte. Ihr Haar war kurz und dick und braun, und sie trug überhaupt kein Make-up. Sie kam in Begleitung eines Mannes, den ich erst sah, als sie zur Seite trat. Bei der Körpergröße war er ebenfalls nicht zu kurz gekommen, und sein enges T-Shirt ließ Arme erkennen, die muskulöser waren als alles, was ich bis jetzt gesehen hatte. Das musste ihn Jahre im Fitnessstudio gekostet haben. Sein walnussbraunes Haar fiel ihm in kleinen Locken bis auf die Schultern, sein Bart war deutlich rötlicher. Keiner der  beiden trug einen Mantel, obwohl draußen eindeutig Mantel-Wetter herrschte. Die neuen Gäste kamen auf mich zu.

„Wer ist hier der Besitzer?“, fragte die Frau.

„Sam. Er steht hinten an der Bar“, sagte ich und sah so schnell es ging, wieder auf den Tisch hinunter und wischte ihn noch einmal ab. Der Mann hatte mich interessiert gemustert, das war ganz normal. Als sie an mir vorbeizogen, sah ich, dass er ein paar Plakate unter dem Arm trug und einen Tacker. Eine Hand ha tte er durch eine große Rolle Klebeband gesteckt, so dass sie an seinem linken Handgelenk baumelte.

Ich sah zu Holly hinüber. Sie war völlig erstarrt und hielt die Tasse Kaffee für Sid Matt Lancaster immer noch auf halber Höhe über seinem Tisch. Der alte Rechtsanwalt sah zu ihr hinauf und folgte ihrem Blick hinüber zu dem Paar, das zwischen den Tischen hindurch zur Bar ging. Im Merlott`s, bis eben ein ruhiges und friedvolles Plätzchen, herrscht plötzlich eine höchst angespannte Atmosphäre.

Holly setzte die Tasse ab, ohne Mr Lancaster zu verbrühen, drehte sich auf dem Absatz um und verschwand blitzschnell durch die Schwingtür in die Küche.

Das reichte mir vollkommen als Bestätigung dafür, wer diese Frau war.

Die beiden waren bei Sam angekommen und führten ein leises Gespräch mit ihm. Andy hörte zu, einfach weil er zufällig in der Nähe stand. Ich ging an ihnen vorbei, um das schmutzige Geschirr zur Durchreiche zu tragen, und hörte, wie die Frau mit einer tiefen Stimme sagte. „... diese Plakat in der Stadt aufgehängt, falls jemand ihn sehen sollte.“

Das war Hallow, die Hexe, deren Jagd auf Eric so viel Unheil angerichtet hatte. Sie, oder ein anderes Mitglied ihres Hexenzirkels, war wahrscheinlich auch die Frau, die vielleicht meinen Bruder Jason entführt hatte. Mein Kopf begann zu pochen, als säße ein kleiner Dämon darin und versuchte, mit einem Hammer auszubrechen.

Kein Wunder, dass Holly in dieser Verfassung war und unter keinen Umständen von Hallow entdeckt werden wollte. Sie war zu Hallows kleinen Treffen in Shreveport gegangen, und ihr Hexenzirkel hatte Hallowas Aufforderung zur Zusammenarbeit abgelehnt.

„Natürlich“, sagte Sam. „Hängen Sei eins hier an dieser Wand auf.“ Er wies auf eine Stelle neben der Tür, die nach hinten zu den Toiletten und zu seinem Büro führte.

Holly steckte den Kopf durch die Küchentür, sah Hallow und verschwand sofort wieder. Hallow warf einen kurzen Blick zur Schwingtür hinüber, aber nicht rechtzeitig genug, um Holly zu sehen, wie ich hoffte.

Am liebsten wäre ich über Hallow hergefallen und hätte auf sie eingeprügelt, bis sie mir alles sagte, was ich über meinen Bruder wissen wollte. Das war es, wozu das Hämmerchen in meinem Kopf mich drängte – handeln, irgendetwas tun. Doch ich besaß auch eine letzte Spur gesunden Menschenverstand, und zum Glück für mich setzte er sich durch. Hallow war groß, und ihr Handlanger konnte mich ohne weiteres zerquetschen – außerdem wären sowieso Kevin und Kenya dazwischen gegangen, noch ehe ich sie zum Reden gebracht hätte.

Es war unglaublich frustrierend, sie direkt vor mir zu haben und zugleich unfähig zu sein, dieser Hexe ihr Wissen zu entreißen. Ich ließ all meine Schutzbarrieren fallen und hörte so angestrengt wie möglich hin. Doch sie spürte etwas, als ich an ihre Gedanken rührte.

Sie wirkte leicht irritiert und schaute sich um. Das war mir Warnung genug. So schnell ich konnte, zog ich mich wieder in meinen eigenen Kof zurück. Ich setzte meinen Weg hinter die Bar fort und ging nur ein paar Schritte entfernt an ihr vorbei, während sie noch immer versuchte herauszufinden, wer ihre Gedanken gestreift hatte. …