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Charlaine Harris - „Untot in Dallas“

ISBN: 3-867-62173-X

Klappentext:

Die auf den Sookie-Romanen basierende Fernsehserie TRUE BLOOD hat eine große Fangemeinde und läuft bereits in der dritten Staffel im deutschen Fernsehen

Die Kellnerin Sookie Stackhouse hat eine Pechsträhne. Zuerst wird einer ihrer Kollegen ermordet, und es gibt keinerlei Hinweise auf den Täter. Kurz darauf steht sie einer Bestie gegenüber, die ihr mit giftigen Krallen schmerzhafte Wunden zufügt. Dann: Auftritt der Vampire, die ihr nicht ganz uneigennützig das Gift aus den Adern saugen ... und das ist erst der Anfang.

Die Geschichten, in die Sookie und ihr Geliebter Bill im Fortgang der Reihe verwickelt werden, sind eine wundervolle Mischung aus Mystery und Phantastik, in der auch mit spannenden Krimianteilen und einem guten Schuß Erotik nicht gespart wird

Die Reihe wurde so populär, daß Alan Ball, Schöpfer der HBO-Fernsehserie Six Feet Under, nicht nur die Produktion der neuen Serie True Blood übernahm, die auf den Sookie-Romanen basiert, sondern auch gleich das Drehbuch für den Pilotfilm schrieb. Seit Herbst 2008 läuft die Serie äußerst erfolgreich auf HBO, der geplante Premierestart in Deutschland war der 11. Mai 2009. Zunächst konnten sich nur die Zuschauer des Pay-TV-Kanals 13th Street über Sookies Abenteuer freuen, doch seit dem 16.03.2011 beisst sich Bill und seine Vampirbrut auf RTL II durch.

Seit 2004 sind die ersten drei Bände der Sookie-Stackhouse-Reihe "Vorübergehend tot", "Untot in Dallas" und "Club Dead" ein Dauerbrenner im Programm bei Feder&Schwert und erfreuen sich bei den Fans und Lesern allergrößter Beliebtheit! Anders als die Biss-Romane von Stephanie Meyer richten sich die Romane von Charlaine Harris eher an ein erwachsenes Publikum.

 

Inhalt:

Sookie hat einen Auftrag von den Vampiren erhalten. Gemeinsam mit Bill soll sie nach Dallas reisen, wo sie den dortigen König der Vampire bei seiner Suche nach einem Gefährten helfen soll. Eric hat sie quasie nach Dallas ausgeliehen und Bill bekleidet sie zu ihrem Schutz.

Doch schon bei der Ankunft in Dallas gibt es Probleme, denn Sookie wird um ein Haar entführt. - Bill kann ihr in letzter Sekunde helfen und Schlimmeres verhindern.

Doch auch während dem Auftrag für die Vampire, läuft nicht alles glatt. Ein menschlicher Gefährte einer Vampirin entpuppt sich als Verräter. Bill seine „Natur“ führt um ein Haar zum Bruch in der Beziehung und dann muss ja auch zu Hause noch ein Mord aufgeklärt werden.

Leseprobe:

...Gabe so unerwartet, daß ich den Mann fast schon aus der Tür geschoben  hatte, als es ihm in letzter Sekunde gelang, die Stuhlbeine seitwärts zu kippen, so da´es mir unmöglich war, ihn durch die enge Tür zu bugsieren. Er stand gegen die Wand mir gegenüber gepreßt, keuchend, mit krebsrotem Gesicht.

„Schlampe!“ zischte er erbost, dann stürzte er sich auf mich, wobei er diesmal versuchte, mir den Stuhl aus den Händen zu winden. Aber ich habe wie gesagt Vampirblut getrunken. Den Stuhl würde Gabe nicht bekommen, und mich auch nicht.

Ohne daß ich es mitbekommen hatte, hatte Gabe den Betäubungsstab wieder gezogen. Nun hob er ihn rasch und geschickt wie eine Schlange über den Stuhl und zog mir den Knüppel über die Schulter. Er hatte damit gerechnet, daß ich zusammenbrechen würde. Das tat ich zwar nicht, aber ich sank in die Knie, wobei ich immer noch die Stuhllehne  umklammert hielt. Ehe mir klar war, was mit mir geschehen war, hatte Gabe mir den Stuhl aus der Hand gerissen und versetzte mir ienen kräftigen Stoß, so daß ich umkippte und auf dem Rücken landete. Ich konnte mich kaum bewegen, aber ich konnte schreien und meine Beine zusammenpressen, und beides tat ich dann auch.

„Halts Maul!“ schrie Gabe. Er hockte auf mir, wir hatten also Körperkontakt, ganz deutlich konnte ich in seinen Gedanken lesen, wie gern er mich bewußtlos gesehen hätte, wie sehr er es genossen hätte, mich in ohnmächtigem Zustand zu vergewaltigen. Einer bewußtlosen Frau Gewalt anzutun, erfuhr ich, machte ihn richtig scharf, das war seine Idealvorstellung überhaupt.

„Wach magst du die Frauen nicht, die du dir nimmst!“ zischte ich keuchend. „Habe ich recht?“ Daraufhin streckte er die Hand aus und zerriß meine Bluse.

In der Ferne hörte ich Hugo schreien, als würde ihm das irgend etwas nützen. Ich biß Gabe in die Schulter. Der beschimpfte mich daraufhin erneut als Schlampe – hätte ihm ja auch ruhig mal etwas anderes einfallen können fummelte an seinem Hosenschlitz herum und versuchte, meinen Rock hochzuschieben. Eine Sekunde lang war ich dankbar dafür, einen so langen Rock gekauft zu haben.

„Du hast wohl Angst, die Frauen könnten sich beschweren, wenn sie wach sind, was?“ kreischte ich. „Laß mich los, du Schwein! Runter, runter runter!“

Irgendwie hatte ich es geschafft, die Arme freizubekommen. Sie hatten den elektrischen Schlag inzwischen auch soweit verkraftet, daß sie wieder funktionsfähig waren, also formte ich mit beiden Händen zwei Schalen und schlug sie Gabe auf die Ohren, während ich gleichzeitig weiter auf ihn einschrie.

Er brüllte auf, fuhr zurück und griff sich mit beiden Händen an den Kopf.

Gabe war wütend, so ungeheuer wütend, daß diese Wut sich Bahn brach und über mich hinwegschwemmte, bis ich das Gefühl hatte, von Kopf bis Fuß in Wut und Haß zu baden. Da wußte ich, der Mann würde mich umbringen, wenn sich die Gelegenheit bot, ganz gleich,  welche Repressalien er danach zu erwarten hätte. Ich versuchte, mich zur Seite wegzurollen, aber er hielt mich mit den Beinen am Boden fest. Ich konnte zusehen, wie sich seine rechte Hand zur Faust ballte, wie diese Faust auf mich zukam und dabei immer größer wurde, bis sie so groß war wie ein Felsbrocken. Mit einem Gefühl hilfloser Verzweiflung erkannte ich, daß dieser Schlag mich endgültig außer Gefecht setzen würde, und dann wäre alles aus und vorbei... Doch dann traf der Schlag mich gar nicht! Statt dessen flog Gabe durch die Luft, mit offenem Hosenstall und baumelndem Pimmel, seine Faust traf nichts als Luft, seine Füße traten hilflos und vergeblich nach meinen Beinen.

Der Mann, der Gabe durch die Luft gewirbelt hatte und nun festhielt, war nicht sehr groß. Er war auch kein Mann, wie ich auf den zweiten Blick sah; er war ein Teenager. Ein uralter Teenager. Er war blond, trug kein Hemd, und seine Arme sowie der Torso waren über und über mit blauen Tätowierungen bedeckt.

Gabe schrie und schlug um sich, aber der Junge stand einfach nur da, ruhig, mit völlig ausdruckslosem Gesicht, bis Gabe die Luft wegblieb. Als der Widerling endlich den Mund hielt, schlang der Mann beide Arme um Gabes Taille und drückte zu, bis der Oberkörper meines Widersachers schlaff nach vorne sackte.

Der junge Mann sah auf mich herab, ohne auch nur im Geringsten eine Miene zu verziehen. Mir stand die Bluse offen, und mein BH war in der Mitte entzwei gerissen.

„Sind Sie schwer verletzt?“ erkundigte sich der Teenager schließlich, allerdings offenbar nur recht ungern.

Ich hatte einen Retter, aber keinen besonders enthusiastischen. Ich stand auf. Das hört sich leichter an, als es war: Eigentlich war es eine ziemliche Leistung, daß ich mich überhaupt hochrappeln konnte, und es dauerte auch eine ganze Weile. Ich stand unter Schock, weswegen ich am ganzen Leib zitterte wie Espenlaub. Als ich endlich stand, konnte ich feststellen, daß ich ebenso groß war wie mein Retter. Der mochte ungefähr sechzehn gewesen sein – in Menschenjahren gerechnet als er Vampir  wurde. Wie lange das her war, vermochte ich nicht zu sagen. Der Junge war wahrscheinlich älter als Stan, älter als Isabel. Er sprach ein deutliches, klares Engllisch, jedoch mit einem hörbaren Akzent, den ich nicht einzuordnen vermochte. Vielleicht wurde seine Muttersprache, inzwischen tot, schon nicht mehr gesprochen. Wie einsam er sich fühlen mußte!