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Charlaine Harris - „Vorübergehend tot“

ISBN: 9-783-86762-055-0

Klappentext:

Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, daß sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese "Behinderung". Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf die sie schon ihr ganzes Leben lang wartet ...

Inhalt:

Sookie Stackhouse versucht wirklich, wie ein ganz normaler Mensch zu leben. Aber genau das, fällt ihr eben richtig schwer. Durch ihre Gabe, die Gedanken der anderen Menschen lesen können, ist sogar ihr Job stressiger als für andere Menschen.

Wie „ruhig“ ist da der Umgang mit Bill. Er ist ein Vampir und ohne seinen Willen kann sie ihn nicht lesen. So lässt sie sich auf ihn und iene Beziehung mit ihm ein.

Alles könnte wirklich schön und einfach sein, wenn da nicht die Morde in der kleinen Gemeinde wären. Jemand bringt Frauen um und lässt es so aussehen, als wären es Vampire gewesen.

Als dann Sookie auch ihre Oma erschlagen in der Küche findet und ihr Bruder verdächtigt wird, schaltet sich Sookie mit ihren Fähigkeiten ein.

Als sie dann selber umgebracht werden soll, retten diese Fähigkeiten ihr das Leben und helfen der Polizei, die Fälle zu klären.

Leseprobe:

… „Die Krise ist schnell da, als ich gedacht hatte“, kam Bills Stimme aus der Dunkelheit. Die Grillen hatten ihr Konzert wieder aufgenommen, und ich hörte ihnen eine ganze Zeitlang schweigend zu.

„Ja“, sagte ich dann.

„Was jetzt, Sookie?“

„Ich brauche ein bißchen Zeit.“

„Bis...“

„Bis ich entscheiden kann, ob die Liebe all diesen Kummer wert ist.“

„Sookie, wenn du wüßtest, wie anders du schmeckst, wie sehr ich mich danach sehne, dich zu beschützen...“ An Bills stimme konnte ich hören, daß er mit diesen Worten seinen überaus zarten Gefühlen für mich Ausdruck geben wollte.

„Merkwürdig!“ sagte ich. „Ich empfinde für dich dasselbe. Aber ich  muß hier, an diesem Ort leben, und ich muß mit mir selbst leben. Ich muß mir über ein paar Regeln klarwerden, die im Umgang zwischen uns gelten sollten.“

„Wie machen wir jetzt also weiter?“

„Ich denke nach. Du kannst tun, was du getan hast, ehe du mich kennenlerntest.“

„Da habe ich versucht herauszufinden, ob ich wirklich bürgerlich würde leben können. Habe gegrübelt, bei wem ich würde trinken können, ob ich irgendwann würde aufhören können, das vermaledeite Kunstblut zu trinken.“

„Ich weiß, du wirst … bei jemand anderem trinken.“ Ich versuchte mir so gut es ging nichts anmerken zu lassen. „Bitte, trink bei niemanden hier aus der Stadt, bei niemandem, dem ich nicht aus dem Weg gehen kann. Das könnte ich nicht ertragen. Ich weiß, es ist nicht fair, das von dir zu verlangen, aber ich verlange es trotzdem.“

„Wenn du mit niemanden anderem ausgehst, mit niemand anderem ins Bett gehst.“

„Das werde ich nicht.“ Es schien mir nicht allzuschwer, dies zu versprechen.

„Macht es dir etwas aus, wenn ich ins Merlottes komme?“

„Nein. Ich werde niemandem sagen, daß wir icht zusammen sind. Ich werde nicht darüber reden.“

Er beugte sich zu mir, und ich spürte den Druck an meinem Arm, als sein Körper sich gegen meinen lehnte.

„Küß mich“, sagte er.

Ich hob den Kopf und wandte ihn Bill zu, und unsere Lippen trafen sich. Es war ein blaues Feuer, kein orangerotes, kein hitziges: ein blaues. Nach einer knappen Sekunde schlossen sich Bills Arme um mich. Nach einer weiteren schlossen sich meine um Bill. Ich fühlte mich matt als hätte ich keinen einzigen Knochen im Leibe. Ich seufzte tief auf und riß mich los.

„Ach Bill, das dürfen wir nicht“!

Ich hörte, wie er tief Luft holte. „Natürlich nicht, wir trennen uns ja gerade“, sagte er dann ganz ruhig, hörte sich aber nicht so an, als glaube er seine eigenen Worte. Als glaube er, daß ich es ernst meinte.

„Da sollten wir uns nicht küssen. Noch weniger sollte ich dich jetzt hier auf der Verande flachlegen und dich ficken, bis dir Hören und Sehen vergeht.“

Da schlotterten mir wirklich und wahrhaftig die Knie. Die rüden Worte, so absichtlich hingworfen in dieser kühlen, süßen Stimme – sie schürten nur das Verlangen, das ohnehin heftig in mir brodelte. Ich mußte alle Kraft aufbieten, jede einzelne kleine Unze Selbstüberwindung, um aufstehen und ins Haus gehen zu können.

Aber genau das tat ich.

***

In der folgenden Woche richtete ich mich in einem Leben ohne meine Oma und ohne Bill ein. Ich arbeitet nacht, und ich arbeitet viel. Zum ersten Mal in meinem Leben achtete ich auf Dinge wie Haustürschlösser und Sicherheitsvorkehrungen. Bei uns in der Gegend lief ein Mörder frei herum, und ich hatte meinen mächtigen Beschützer nicht mehr an meiner Seite. Ich dachte darüber nach, ob ich mir einen Hund anschaffen sollte, konnte mich aber für keine Rasse entscheiden. So war Tina, meine Katze, mein einziger Schutz – zumindest reagierte sie, sobald jemand unserem Haus allzunahe kam.

Ab und an erhielt ich Anrufe vom Anwalt meiner Oma, der mich informierte, welche Fortschritte die Vollstreckung ihres Testaments machte. Auch von Bartletts Anwalt erhielt ich einen Anruf. Mein Großonkel hatte mir 20.000 Dollar hinterlassen – eine erhebliche Summe für ihn. Fast hätt eich das Legat zurückgewiesen. Aber dann dachte ich noch einmal gründlich nach und nam es an. …