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Garry Kilworth - „Die Engel“

ISBN: 978-3-641-04930-0

Klappentext:

San Francisko brennt. Ganze Häuserzeilen gehen in Flammen auf, und die Stadt am Golden Gate droht in Schutt und Asche zu versinken, sollte die Polizei den unbekannten Brandstifter nicht blad ausfindig machen. Dedective Sergeant Dave Peters hat eine ganz besondere Motivation, den Feuerteufel zu fassen, denn seine Frau und sein Sohn kamen bei einem der Brandanschläge ums Leben.

Als Peters beobachtet, wie ein geheimnisvoller Mann scheinbar unversehrt dem Flammeninferno entsteigt, wird den Polizisten klar, dass er es mit übermenschlichen Kräften zu tun hat. Doch der ahnt nicht, dass er in den uralten Konflikt zwischen Himmel und Hölle geraten ist, dessen finale Schlacht erst noch bevorsteht...

Inhalt:

In San Francisco wütet der Feuerteufel. Immer und immer wieder stehen scheinbar wahllos ausgesuchte Häuser in Flammen. Menschen sterben einen qualvollen Tod und der Sachschaden ist enorm.

Man glaubt, den Täter auch schon aus einem brennenden Haus laufen zu sehen, bekommt ihn aber nicht zu fassen. Somit gehen die Brände weiter.

Es kommt der Abend, an dem Dave Peters am Abend vergeblich auf seine Frau wartet. Sie kommt und kommt einfach nicht nach Hause. Und das, obwohl es dafür schon längst Zeit wäre. Unruhig versucht er ihr hinterher zu telefonieren und findet am Ende eine Nachricht von ihr. Laut der ist sie genau in dem Kaufhaus, welches am Vormittag in Flammen aufgegangen ist

Jetzt will Dave den Brandstifter um so mehr fassen. Doch es stellt sich heraus, dass sie nicht nach einem normalen Menschen suchen, sondern dass der Brandstifter viel mehr übernatürliche Kräfte zu haben scheint. Es wurde bereits mehrfach auf ihn geschossen, aber trotzdem man die Kugeln ins Ziel hat einschlagen sehen, zeigte dieser Typ absolut keine Reaktion darauf.

Während die Polizei ermittelt und versucht, den Täter dingfest zu machen, gehen die Brände weiter und es sterben weiterhin unschuldige Opfer.

Was sich wie ein ende liest, ist nur der Abschluss des ersten Teils des Buches. Der zweite Teil konnte genau so gut ein vollkommen eigenes Buch sein. Die Geschichte beginnt im Prinzip von vorne, nur in einer anderen Stadt. Die Polizisten Danny und Dave werden nach London geschickt, weil auch dort ein Erzengel nieder gekommen ist, um eine Konferenz zu bewachen. Doch mit dem Erzengel ist auch Manowich auf die Erde gekommen. Voller Rachepläne schickt er auf der Jagd nach Danny und Dave die sieben Plagen über London und seine Bewohner.

Es wird ein harter Kampf, doch am Ende siegt der, der es verdient hat.

Leseprobe:

… Als er die mit samt bespannten Stahldoppeltüren erreichte, die zurück in den Club führten, sah er bei einem Blick durch die getönten Bullaugen in der Tür, dass drinnen irgendetwas los war. Zwei Männer standen sich auf der kleinen Tanzfluch gegenüber. Sie sahen sich ähnlich, beide waren schlank und jung. Sie schienen sich nicht mit Worten zu streiten, aber an der Art, wie sie dort standen und sich anstarrten, wurde deutlich, dass irgendetwas im Gange war. Manny beschloss, hier draußen zu bleiben, falls es zu einer Schießerei kommen sollte.

Plötzlich ging, völlig unfassbar, einer der Männer in Flammen auf.

„Scheiße“, murmelte Manny fassungslos. „Der wurde angezündet.“

Manny wich ein paar Schritte zurück, ging aber sofort wieder nach vorne, fasziniert von dem, was auf der anderen Seite der Tür passierte.

Schockiert stellte Manny fest, dass es der allzu hübsche Schönling war, der dort brannte, der, der ihn noch vor ein paar Minuten mit traurigen Augen angestarrt hatte. Der andere Typ musste in den Club gekommen sein, während Manny auf dem Klo war. Komisch war allerdings, dass der zweite Typ verschwunden war. Manny hatte nicht gesehen, wie er gegangen war, aber er befand sich nicht länger im Club.

Die getönten Scheiben in den Bullaugen hatten Mannys Augen vor dem Aufblitzen der Flammen geschützt, so dass er immer noch sehen konnte. Andere, die drinnen waren, rieben sich die Augen; anscheinend waren sie geblendet. Nur der Barkeeper, der unter dem Tresen mit Gläsern herumgefuhrwerkt hatte, schien den Blitz unbeschadet überstanden zu haben.

Der lebende Feuerball torkelte durch den Raum und schlug wild ums ich, wobei Flammen auf den Teppich tropften. In dieser grell brennenden Sonne konnte Manny die Silhouette eines Mannes erkennen: Arme und Beine, Torso, zuckende Muskeln, die rasend schnell verzehrt wurden, über Knochen, die bald in der Hitze brechen würden.

Wo er hintrat, brachen kleine Feuer aus. Tischtücher begannen zu flackern. SieSitzkissen auf den Stühlen fingen Feuer. Der Teppich brannte. Plastikteile begannen zu krachen und zu tropfen und verschossen kleine, glühende Teile wie geschmolzene Spucke.

Der Feuerball schlurfte Richtung Bar.

Der Barkeeper riss die Augen auf und griff nach einem Drink, rannte dann um den Tresen und schüttete ihn dem brennenden Mann ins Gesicht, wahrscheinlich im Versuch, ihm zu helfen. Unglücklicherweise war Alkohol in dem Glas. Er fütterte die Flammen noch weiter, so dass das Feuer noch heftiger prasselte.

Wie ein ertrinkender Mann sich an Strohhalme klammerte, suchte auch der brennende Mann nach Hilfe. Er taumelte vorwärts und riss den Barkeeper in eine feurige Umarmung. Der Barkeeper in eine feurige Umarmung. Der Barkeeper begann mit schriller Stimme zu schreiben und versuchte, sich aus dem Griff zu lösen.

Er schaffte es nicht.

Das Feuer verstärkte sich.

„Himmel!“, schrie Manny.

Das brennende Paar begann einen seltsamen, taumelnden Tanz quer durch den Club, eng umschlungen wie ein Liebespaar, das seinen ersten Walzer lernt. Kreaturen aus einer anderen Welt, die brannten, als wären sie in Wachs getaucht worden. Sie fielen in die großen Samtvorhänge, hinter denen die kleine Bühne verborgen war, die sofort Feuer fingen. Innerhalb von Sekunden fielen die brennenden Vorhänge zu Boden und aus dem Teppich stiegen noch mehr Flammen, Rauch und giftige Gase auf. Wie brennender Schwefel zogen sich Feuerlinien über den Boden. Schwarzer Rauch in dicken Schwaden erfüllten die Luft. Als die Resopaltische anfingen zu schmelzen, zischte und knallte es überall, bis sie brachen und giftige Dämpfe abgaben. Stühle zerfielen in ihre Einzelteile, als ihre Verleimung schmolz.

Manny beobachtete völlig erstarrt, wie der ganze Club sich in Flammen auflöste und bei jedem taumelnden Schritt des schrecklichen Tanzes brennbare Sachen feurige Spurten zogen. Es war vor allem Plastik und Stoff. Die Flammen sprangen von Tisch zu Tisch, zum Teppich, zu weiteren Vorhängen, und schaffte es schließlich, auf die Kleidung der Gäste überzugreifen. Lolita, die ein knappes Musselinkleid trug, wurde zu einer lebenden Fackel. Ihre Haare verwandelten sich in einen Springbrunnen, der Flammen spie, und ihr Gesicht war bald völlig verkohlt.

Das eigentliche Opfer schrie immer noch, und die anderen bildeten mit ihm einen hysterischen Chor. Vor Mannys Augen wurden ihre Gesichter schwarz. Debohra, die durch den Blitz, das Feuer und die Panik völlig blind war, versuchte den Ausgang zu erreichen, aber die Überreste eines brennenden Vorhangs fielen auf sie und klebten an ihr fest, so dass sie aussah wie ein Wesen aus einem Horrorfilm. …