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Richard Laymon - „Das Treffen“

ISBN: 978-3-453-67543-8

Klappentext:

Die Totem Pole Lodge ist ein Sporthotel mitten im Wald, ein Ort der Ruhe und Entspannung. Zumindest bis vor zwölf Jahren. Denn damals starb ein junges Mädchen aus der Gegend bei einem Unfall. Und dieser Tod hatte erschreckende Folgen für die Hotelgäste.

Jetzt steigt niemand mehr in der Totem Pole Lodge ab, das gesamte Hotelgelände ist verlassen. Der perfekte Ort also für fünf junge Mädchen, die sich einmal im Jahr treffen, um gemeinsam ein Abenteuer zu erleben. Und sie erleben ein Abenteuer. Fraglich ist nur, ob sie es überleben...

Vom Autor der Bestseller „Die Insel“, „Das Spiel“ und „Nachts“ - „Das Treffen“ ist ein fesselndes Katz- und Maus-Spiel, wie es nur Richard Laymon schreiben kann.

„Richard Laymon ist einzigartig. Ein Phänoen. Ein Genie des Grotesken und Makabren“ (Joe Citro)

Inhalt:

Fünf Mädchen, ein Ausflug und ein böses Ende, was keine von ihnen so erwartet hätte.

Wie jedes Jahr, machen die fünf Schulfreundinnen einen gemeinsamen Ausflug. Ein Abenteuer soll es werden. Nur wie es dann wirklich wird, hat sich auch die Organisatorin nicht ausmalen können.

Eine verlassene Lodge im Wald Mit einer krausamen Vergangenheit. Die Mädchen wollen sie erkunden, etwas von dem damaligen Luxus spüren und einfach nur eine schöne Zeit miteinander verbringen.

Doch dann werden sie von einem Jungen beobachtet, der dann flüchtet. Als die Mädchen doch vorzeitig abhauen wollen, stellen sie fest, dass der Autoschlüssel verschwunden ist.

Nach einer unfreiwilligen Nacht im Wald ist eine von ihnen verschwunden.

Bei der suche nach der Freundin machen sie eine, seltsame Begegnung im Wald. So können sie zwar ihre Freundin finden, die ist jedoch tot.

An eine Abreise denkt jetzt keine mehr. Sie wollen Rache am Täter nehmen. Doch genau dieser Racheplan bringt sie selber in Gefahr. Sie nehmen sogar den Täter in ihre Reihen auf und merken es nicht einmal.

Die Mädchen wollten ein Abenteuer erleben. In der Form hatten sie sich das aber  sicher nicht gedacht.

Leseprobe:

...Durch eine weitere Tür betraten sie das Wohnzimmer der Hütte. Hier war es dunkler als in der Küche. Offensichtlich hielten die tiefen Äste vor den Fenstern das Sonnenlicht ab. Batty war über einen Tisch gebeugt und breitete ein lederartiges Pergament darauf aus.

Vivians Reeboks wirkten gigantisch an den kleinen Füßen des Einsiedlers.

„Kommt her. Setzt euch.“

Abilene sah sich um. Anscheinend bestand die Hütte nur aus zwei Räumen. Das Bett an der rechten Wand war fein säuberlich mit einer Tagesdecke überzogen. Die Schrotflinte lehnte neben dem Kopfende an der Wand. Am Fuß des Betts stand ein geschlossener Schrankkoffer. In der gegenüberliegenden Ecke befand sich ein bauchiger Ofen. Ein paar Stühle, darunter ein Schaukelstuhl, standen herum, und auf kleinen Tischen standen weitere Laternen. Überall hingen Regalbretter, die mit dicken Büchern und andrem Krimskrams beladen waren: Abilene sah Wachsfiguren, Kerzen, Kruzifixe, Heiligenbilder, Knochen, Federn, ausgestopfte Vögel und Eichhörnchen, Schüsseln und Einmachgläser in jeder nur erdenklichen Größe und Form – ihren Inhalt wollte Abilene gar nicht erst genauer betrachten. Schnell wandte sie den Blick ab.

Und entdeckte eine ausgestopfte Fledermaus, die mit ausgebreiteten Flügeln über die Tür genagelt war.

Der Größe und Form ihres hässlichen Kopfes, der stumpfen Schnauze und den spitzen Zähnen nach zu schließen, handelte es sich bei Battys Anhänger wohl ebenfalls um den Schädel einer Fledermaus.

Reizend, dachte sie.

Ich bin in einem Irrenhaus gelandet.

Helen war nirgends zu sehen.

Im Schrankkoffer vielleicht …

Abilene warf einen weiteren Blick auf den Koffer und kam zu dem Schluss, dass er nicht groß genug für Helen war. Außer...

„Sind Sie eine Hexe oder so?“, fragte Abilene.

„Manche sagen so.“ Batty kicherte.

„Und was sagen Sie?“

„Batty sieht das Unsichtbare, kennt das Unbekannte. Setzt euch, setzt euch.“

Sie zogen die Stühle zu sich heran und setzten sich um den Tisch, der zum größten Teil mit dem Pergament bedeckt war, das Batty darauf ausgebreitet hatte. Es ähnelte fleckigem, gegerbtem braunen Leder. In der Mitte hatte jemand ein krakeliges Oval daraufgezeichnet. An einer Stelle neben dem ovalen Umriss konnte man durch ein Loch im Pergament das Holz der Tischplatte erkennen.

Batty tauchte hinter Abilene auf und deutete mit der Spitze des langen Messers auf das Loch.

„Battys Hütte.“

„Das ist eine Landkarte?“, fragte Cora.

„Erraten.“

Cora berührte mit der Fingerspitze den Rand des Ovals. „Und das hier ist der See?“

Batty antwortet nicht.

„Zeigen Sie uns jetzt wo Helen steckt?“

Batty kramte in einem Regal und kehrte mit einer Tonschale zurück.

In einer Ecke knarrte etwas. Abilene fuhr zusammen und sah sich um. Der Schaukelstuhl bewegte sich. Einen Augenblick lang musste sie an die grässliche Missgeburt denken, der sie vor einigen Jahren in einer Halloweennacht begegnet waren und die ebenfalls in einem Stuhl in einer Ecke gesessen hatte.

Dann sah sie eine schneeweiße Katze, die es sich auf dem Stuhl bequem gemacht hatte.

Erleichtert atmete sie tief aus.

Die anderen schienen ebenfalls froh zu sein, dass es nur eine Katze war.

„Arnos“, sagte Batty.

Die Katze bewegte ihren Schwanz.

„Das passt“, sagte Finley. „Eine Hexe mit einer Katze.“ Sie grinste Batty schief an. „Wissen Sie, wo Helen ist? Haben Sie sie gesehen? Oder wollen Sie das aus dem Kaffeesatz lesen?“

Abilene verzog das Gesicht. War Finley übergeschnappt? Wie konnte sie so mit der verrückten Gestalt reden?

„Werdet schon sehen“, sagte Batty und stellte eine Schüssel auf die Landkarte. …