ich-geb-dir.info
Home.
Delfine.
Hunde.
Literatur.

H.P. Lovecraft - „Die Katzen von Ulthar“

ISBN: 3-518-39255-7

Klappentext:

- war leider nicht aufzufinden -

Wenn ihr einen haben solltet, könnt ihr mir den gern zuschicken (Mail) und ich füge ihn gern ein.

Inhalt:

Der Titel „Die Katzen von Ulthar" ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch der Titel, der ersten Erzählung. Es folgen dann noch 5 weitere.

In allen Geschichten geht es um Traumreisen in fremde Länder und Gegenden. Immer wieder stieß der Reisende hier auf fremdartige Wesen, die ihm nicht immer wohl gesonnen sind.

Lesprobe:

… Am nächsten Tag mietete sich Carter, unter dem Vorwand, er wolle die verschiedenen Minen und die verstreut umherligenden Farmen und wunderlichen Onyxstädchen alle selbst besichtigen, einen Yak und packte große, lederne Satteltaschen für eine Reise. Hinter dem Tor der Karawanen verlief die Straße gerade zwischen gepflügten Feldern und mach sonderbaren, von flachen Kuppeltn gekrönten Farmhäusern. Bei einigen dieser Häuser machte der halt um Fragen zu stellen; einmal fand er dabei einen Wirt so ernst und schweigsam und so voll einer unverstellten Majestät, gleich jener, die das gewaltige Gesicht auf dem Ngranek ausstrahlte, daß er sicher glaubte, endlich einem der Großen selbst oder jemand zu neun Zehntel von ihrem Blut begegnet zu sein, der unter den Menschen wohnte. Und diesem ersten und schweigsamen Hüttenbewohner gegenüber war er äußerst bedacht darauf, sehr gut von den Göttern zusprechen und all die Segnungen zu preisen, die sie ihm je währt hatten.

Diese Nacht schlief Carter in einer Wiese an der Straße unter einem großen Lygath-Baum, an den er seinen Yak festband, und morgens setzte er die Pilgerfahrt nach Norden fort. Gegen zehn Uhr erreichte er das kleinkuppelige Städtchen Urg, wo Händler ausruhen und Bergleute Geschichten erzählen, und rastete bis Mittag in seinen Tavernen. Hier biegt die große Karawanenstraße westlich nach Seiarn ab, doch Carter schritt auf der Steinbruchstraße weiter dem Norden zu. Den ganzen Nachmittag folgte er der ansteigenden Straße, die etwas schmaler als die große Hauptstraße war und jetzt durch eine Region führte, wo es mehr Felsen als gepflügte Felder gab. Und am Abend hatten sich die niedrigen Hügel linker Hand zu ansehnlichen schwarzen Klippen aufgeworfen, und so wußte er, daß er sich nahe des Bergbaugebietes befand. Immerwährend türmten sich fernab zu seiner Rechten die großen, hageren Flanken der unbegehbaren Berge, und je weiter er ging, um so schlimmer wurden die Geschichten, die ihm die vereinzelten Farmer, Händler und Fahrer von rumpelnden Onyxkarren über sie erzählten.

Die zweite Nacht kampierte er im Schatten einer großen, schwarzen Klippe, und zurrte seinen Yak an einer in den Boden gerammten Stange fest. Ihm fiel die größere Phosphoreszenz der Wolken an diesem nördlicheren Punkt auf, und mehr als einmal glaubte er, dunkle Formen zu sehen, die sich vor ihnen abzeichneten. Und am dritten Morgen gelangte der erste Onyxbruch in Sicht und er grüßte die Männer, die dort mit Picken und Meißeln arbeiteten. Vor dem Abend hatte er elf Steinbrüche passiert; das Land hier gehörte nur den Kliffs und Blöckchen aus Onys, es besaß überhaupt keine Vegetation´, nur große, auf einem schwarzen Erdboden versprengt herumliegende Felsbrocken, und die grauen, unwegsamen Gipfel, die sich immer hager und sinister auf seiner rechten Seite erhoben. Die dritte Nacht verbrachte er in einem Lager von Steinbrucharbeitern, deren flackernde Feuer unheimliche Reflexe auf die glänzenden Klippen im Westen warfen. Und sie sangen viele Lieder und erzählten viele Geschichten, die ein so auffallendes Wissen um die früheren Zeiten und die Gewohnheiten von Göttern besprachen, daß Carter merkte, daß sie viele versteckte Erinnerungen an ihrer Vorfahren, die Großen, bewahrten. Sie fragten ihn wohin er ginge, und warnten ihn davor, nicht zu weit in den Norden vorzudringen; doch er antwortet, er sei auf der Suche nach neuen Onyxklippen und würde keine größeren Risiken eingehen als unter Prospektoren üblich wäre. Am Morgen sagte er ihnen adieu und ritt in den sich verdunkelnden Norden, wo er, wie sie ihm angekündigt hatten, den gefürchteten und gemiedenen Onyxbruch finden würde, aus dem Hände, älter als die des Menschen, ungeheure Blöcke gebrochen hatten. Aber es behagte ihn nicht, daß er, als er sich zu einem letzten Abschiedswinken umdrehte, zu sehen glaubte, wie sich dem Lager jener untersetzte und schwerzufassende Kaufmann mit den Schielaugen näherte, dessen mutmaßlicher Handel mit Leng das Gerücht im fernen Dylath-Leen war. …