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Christopher Moore - „Liebe auf den ersten Biss“

ISBN: 378-3-442-54253-6

Klappentext:

Tommy Flood liebt seine rothaarige, temperamentvolle Freundin Jody zwar über alles, aber manche ihrer Gewohnheiten bereiten ihm echte Kopfschmerzen: Denn Jody ist ein Vampir und hat auch ihn gebissen, damit sie gemeinsam für alle Zeit die Nacht genießen können. Einige der vampirischen Eigenheiten bieten durchaus Vorteile. So kann Tommy sich nun in Luft auflösen und ist unsterblich, - ganz zu schweigen von dem wirklich Ehrfurcht gebietenden Sex, den Vampire haben-, aber der andauernde Hunger nach Blut ekelt ihn an. Außerdem fällt es Tommy, der das Sonnenlicht nun für immer meiden muss, schwer, ausreichende Mengen Nachschub an Blut zu besorgen. Um solche und andere alltägliche dinge, dwie etwa Bankgeschäfte, zu bewältigen, heuert er daher eine Dienerin an. Abby Normal, ein junges Mädchen aus der Gothik-Szene, verehrt das Leben der Vampire und ist nur allzu gern bereit, sich für Tommy und Jody aufzuopfern. Alle drei ahnen jedoch nicht, dass ihrer idyllischen Zweckgemeinschaft schon bald große Gefahr droht: Elijah, ein Vampir des alten Geschlechts, hatte eins Jody durch einen Biss in den Hals verwandelt, und nun will er seine ehemalige Gefährtin der Nacht zurückerobern – um jeden Preis...

Inhalt:

Tommy hat sich das Vampirleben anders vorgestellt, als es nun wirklich ist. sein Körper ist frei von jedem Makel und das Blut trinken ist auch irgendwie eklig. Einzig der Sex mit Jody ist es wert.

Um ihr Dasein in den Griff zu bekommen, soll ihnen Abby helfen. Die ist allerdings ziemlich abgedreht und denkt, dass sie nun eine Auserwählte ist. Täglich hofft sie darauf auch endlich zum Vampir, gemacht zu werden.

Als Tommy und Jody in das neue Apartment ziehen, will sich Tommy die Statue mit dem alten Vampir vom Hals schaffen. Ihm kommt allerdings der Sonnenaufgang dazwischen. So muss er die Statue sich selbst überlassen. Das führt dazu, dass der Vampir befreit wird und natürlich auf Rache aus ist.

In einem ziemlichen Durcheinander scheint der Vampirismus wie ein Virus um sich zu greifen und viele Leute sterben plötzlich an einem gebrochenen Genick.

Leseprobe:

...“Sag es Vampir!“, zischte sie und zog die Gerte über seinen Bauch, dass er aufheulte.

Tommy stemmte sich gegen seine Fesseln, und wieder hörte er diese Rasseln. Als der Scheinwerfer nicht mehr blendete, konnte er erkennen, dass man ihn mit Nylonseilen an den Rahmen eines aufrecht stehenden Himmelbetts gefesselt hatte. Er war splitternackt, und offenbar schlug diese blaue Frau, die nichts weiter als ein schwarzes Plastikbustier und Stiefel trug, schone eine Weile auf ihn ein. Er sah die Striemen an seinem Bauch und an den Oberschenkeln, und – nun – sein Arsch fühlte sich an, als stünde er in Flammen.

Sie holte aus, um wieder zuzuschlagen.

„Ho, ho, ho, ho!“, rief Tommy und gab sich alle Mühe, nicht zu quieken. Da erst merkte er, dass seine Zähne ausgefahren waren und er sich in die Unterlippe gebissen hatte.

Die blaue Frau beherrschte sich. „Sag es!“

Tommy versuchte, seine Stimme ruhig zu halten. „Ich weiß ja, ass du schon länger dabei bist, aber ich persönlich bin erst seit einer Minute wieder wach und hab deshalb nicht den leisesten Schimmer, was du eigentlich von mir willst. Wenn du dich beruhigst und diene Frage noch mal wiederholst, will ich dir gern alles erzählen, was ich weiß.“

„Dein Codewort“, sagte die blaue Frau.

„Das da wäre?“, sagte Tommy. Erst jetzt bemerkte er die enormen Brüste, die aus ihrem Bustier quollen, und ihm fiel auf, dass er noch nie im Leben große, blaue Brüste gesehen hatte. Sie waren auf ihre Art recht faszinierend. Unmöglich hätte er woanders hinsehen können, selbst wenn man ihn nicht gefesselt hätte.

„Ich habe es dir doch gesagt“, sagte sie und ließ die Peitsch esinken.

„Du hast mir gesagt, was ein Codewort ist?“

„Ich habe dir gesagt, welches es ist.“

„Dann kennst du es also?“

„Ja“, sagte sie.

„Warum fragst du dann?“

„Um zu sehen, ob du bald zusammenbrichst.“ Es schien, als schmollte sie ein wenig. „Stell dich nicht so blöd an. Das hier ist nicht gerade meine Spezialität.“

„Wo bin ich?“, fragte Tommy. „Du bist doch Lashs Schlumpfinchen, oder? Ist das seine Wohnung?“

„Ich stelle hier die Fragen!“ Sie zog ihm die Gerte über den Oberschenkel.

„Au! Hör auf damit! Du hast doch ein Problem, Lady.“

„Sag es.“

„Wie heißt es denn? Ich hab geschlafen, als du es mir gesagt hast, blöde Kuh!“ Er hatte sich getäuscht – er konnte sich sehr wohl von den blauen Brüsten abwenden. Er knurrte sie an, und d kam etwas in ihm hoch, das er nicht kannte, etwas, das sich wild und unbezähmbar anfühlte – wie beim ersten Mal, als er mit Jody vamprischen Sex gehabt hatte, doch das jetzt war was anderes … es war … mörderisch.

„Es lautet Cheddar.“

„Cheddar? Wie der Käse?“ Wurde er hier wegen Käse verprügelt?

„Ja.“

„Jetzt hab ich es gesagt. Und?“

„Dein Wille ist gebrochen.“

„Okay“, sagte Tommy und stemmte sich gegen die dicken Nylonseile. Langsam wurde ihm bewusst, was anders war. Er würde sie töten. Er wusste noch nicht, wie, aber er war sich seiner Sache so sicher wie kaum jemals zuvor in seinem Leben. Gras war grün, Wasser war nass, und die blaue Schlampe war tot.

„Also musst du mich jetzt verwandeln“, sagte sie.

„Verwandeln?“ sagte er. Seine Zähne schmerzten, als wollten sie ihm aus dem Mund springen.

„Mach mich wie dich“, sagte sie.

„Du willst orange werden? Geht es hier eigentlich nur um Cheddar? Denn...“

„Nicht orange, du Blödmann. Eine Vampirin!“, rief sie und zog ihm die Peitsche über die Brust.

Er biss auf seine Lippen und merkte, wie ihm das Blut übers Kinn lief. „Und dafür musstest du mich die ganze Zeit verprügeln?“, sagte er. „Komm her!“

Sie beugte sich vor und küsste ihn, dann wich sie zurück, mit seinem Blut im Gesicht. „Daran werde ich mich wohl erst gewöhnen müssen“, sagte sie und leckte ihre Lippen ab.

„Näher“, sagte Tommy. ...