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Lynn Raven - „Der Kuss des Dämons“

ISBN: 978-3-8000-5351-3

Klappentext:

WENN LIEBE GEFÄHRLICH WIRD …

Es beginnt als Liebe auf den zweiten Blick – nie im Leben hätte die junge Dawn für möglich gehalten, dass ihre Gefühle ausgerechnet von Julien erwidert werden. Er ist der unnahbar Coole und unheimlich schöne Neue an der Highschool. Doch an Julien haftet auch ein dunkles Geheimnis, das Dawn in die Welt der Vampire führt und aus dem Liebestraum bald einen Albtraum macht.

Inhalt:

Dawn lebt bei ihrem Onkel, geht zur Schule und nimmt an, dass ihre Eltern bei einem Raubüberfall ermordet wurden. Sie glaubt, eine ganz normale Schülerin und Teenager zu sein, doch im Laufe des Buches wird ihre Geschichte eine ganz andere:Doch was sich dann im Laufe des Buches für eine Geschichte ergibt, ist eine andere:

Julien, ein Nachbar, wie sie später heraus findet, mag sie. Sie werden ein Paar. Dabei stoßen sie auf die verschiedensten Widerstände. Doch am Ende hilft ihr Julien sogar, die Wahrheit über sich und ihr Leben und über ihren angeblichen Onkel heraus zu finden.

Julien ist nicht einfach nur ein Mensch und auch Dawn ist mehr, als sie zu sein scheint.

Leseprobe:

… »Ich warte an deinem Wagen. – Bye, Susan.«

Sie blickte ihm nach, bis er ein gutes Stück entfernt war, bevor sie sich wieder mir zuwandte.

»Es geht um Freitag«, begann sie merklich verlegen. Susan wollte am Freitag ihren Geburtstag nachfeiern. Sie hatte die ganze Clique eingeladen – auch mich. Es war die Rede davon gewesen, dass wir ins Kino und anschließend Essen gehen wollten. Ich wartete schweigend.

Sie räusperte sich unbehaglich. »Ein paar der anderen wollen nicht, dass du Julien mitbringst «, sagte sie dann ohne Vorwarnung. Eine Sekunde war ich viel zu perplex, um zu reagieren.

»Ich möchte natürlich immer noch, dass du «, schob sie rasch nach, als ich ihr offenbar zu lange nicht antwortete.

»Haben ein paar der anderen Namen?«, erkundigte ich mich schließlich. So wie meine »Freunde« sich den ganzen Tag über benommen hatten, war ich keine Sekunde auf den Gedanken gekommen, Julien zu fragen, ob er am Freitag mitkommen wollte – und ihn zu zwingen meinetwegen ihre geballte Ablehnung zu ertragen. Aber der Umstand, dass sie ihn nicht dabeihaben wollten, machte mich zornig. Susan wand sich. »Dawn, versteh doch … Neal ist einer meiner ältesten Freunde.«

»Er hat dich vor die Wahl gestellt, er oder Julien? «, mutmaßte ich wütend, dann schüttelte ich den Kopf. »Ich komme mit Julien oder ich komme gar nicht.«

»Dawn, bitte …«

»Dann vergiss es. Viel Spaß am Freitag. Bye, Susan.« Brüsk wandte ich mich ab und marschierte zu meinem Audi. Julien hatte am Kotflügel gelehnt, doch jetzt stieß er sich davon ab und kam mir entgegen.

»Alles in Ordnung?«, erkundigte er sich angespannt und sah zu Susan hinüber, die noch immer am gleichen Fleck stand.

»Ja.« Ich versuchte ihn nicht merken zu lassen, wie wütend ich war. Offenbar gelang es mir nicht.

»Wirklich?« Er hielt mich am Arm fest, als ich an ihm vorbeiwollte, und forschte in meinem Gesicht.

»Ja.« Ich machte mich los, ohne ihn anzusehen.

Skeptisch musterte er mich. »Sicher?«

Die Fäuste geballt drehte ich mich zu ihm um. »Wie wäre es, wenn ausnahmsweise einmal du keine Fragen stellst?«, fuhr ich ihn an. In einer Geste der Abwehr hob er die Hände und machte einen Schritt zurück. Sofort tat mir mein Ausbruch leid.

»Entschuldige.«

Mit einem schiefen Lächeln zuckte er die Schultern. »Schon okay. Wäre ich an deiner Stelle, würden meine Nerven auch blank liegen. « Er nahm meine Hand in seine und zog mich näher zu sich heran. »Was kann ich tun, damit du dich wieder ein bisschen entspannst?«

Meine Finger mit seinen verschränkt lehnte ich mich gegen ihn und schloss die Augen. »Bring mich hier weg. Lass uns die Tour mit der Blade machen, die du mir versprochen hast.«

Ich spürte die Bewegung nur, mit der er in den grauen Regenhimmel hinaufsah, ebenso wie sein anschließendes Kopfschütteln. »Es wäre besser, wenn wir das heute lassen. Vermutlich wären wir nass, noch ehe wir aus der Stadt raus wären.«

Ergeben seufzte ich. Julien schob mich sacht ein kleines Stückchen von sich, damit er mir ins Gesicht sehen konnte. »Wir machen die Tour, sobald wir halbwegs gutes Wetter haben «, versprach er mir mit feierlichem Ernst.

Ich sollte zwei Tage darauf warten, dass er sein Versprechen einlöste, denn das Wetter schien sich ebenso gegen uns verschworen zu haben wie meine Freunde. Es regnete. Und wenn einmal keine schweren Tropfen aus den Wolken fielen, nieselte es ununterbrochen. Die kurzen Momente, in denen das Grau aufriss und die Sonne schwach bis zur Erde lugte, konnte man mühelos an zwei Händen abzählen.

Ich verbrachte jede freie Minute mit Julien. Wir unternahmen keine weiteren Ausflüge in die Cafeteria, sondern machten es uns mit einem Schachbrett in der Bibliothek gemütlich – ich verbotenerweise mit Limo und Schokoriegel, da Julien darauf bestand, dass ich irgendwann auch einmal etwas essen müsste. Nach der Schule absolvierte ich eine kurze Stippvisite zu Hause, zog mich um und fuhr hinaus zum Anwesen. ...