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Daniel Meyer mit Lars Amend - „Dieses bescheuerte Herz“

ISBN: 3-810-51332-6

Klappentext:

Daniel ist erst 15. Er weiß, dass er bald sterben wird – und er hat noch so viele Wünsche:

Mal ohne Aufpasser zu sein.

In einem tollen 5-Sterne-Hotel übernachten und beim Zimmerservice so viel Schnitzel mit Pommes und Cola bestellen, wie man möchte.

Ein fremdes Mädchen küssen.

Einen Liebesbrief schreiben und abschicken.

Mit einem coolen Sportwagen durch die Gegend fahren.

Mama endlich wieder von Herzen glücklich sehen.

Und über alles ein Buch schreiben.

Dann trifft Daniel auf einen, mit dem er sich seine Herzenswünsche erfüllt, und gemeinsam erleben sie, was wirklich zählt im Leben.

Inhalt:

Es ist nicht leicht, wenn man mit 13 Jahren schon den eigenen Tod erwartet. Genau so ergeht es Daniel. Er hat einen Herzfehler der ihn früher, oder später sterben lässt. Trotz allem versucht er Träume und Ziele zu haben. Er geht in eine spezielle Schule und verbringt die Nachmittage in einem Hospiz. - Im Prinzip immer der selbe Trott, der nur ab und zu von Arztbesuchen und Schwächeanfällen unterbrochen wird

Bis zu dem Tag, an dem Lars in sein leben tritt. Lars ist Schriftsteller und ist nun auch Daniel sein großer Bruder. Gemeinsam erstellen sie eine Liste mit Dingen, die Daniel unbedingt noch erleben will und fangen an, die einzelnen Punkte abzuarbeiten.

Es wird für beide eine spannende, abenteuerliche und lehrreiche Zeit.

Leseprobe:

... Lars war zurück in Berlin. Wir hingen, wie jeden Abend, am Telefon und planten das kommende Wochenende. Er fragte mich, ob er mit einem Mercedes oder BMW kommen solle, und wir einigten uns auf eine BMW-5er-Limousine mit viel PS. Ich bat ihn aber darum, vorsichtig zu fahren, weil ich von Mama gehört hatte, dass die Straßen glatt und vereist sein würden. Lars musste es mir versprechen, weil ich sonst nicht schlafen konnte.

»Wie geht’s deiner Erkältung, bist du noch krank?«, fragte ich.

»Geht schon«, antwortete er ausweichend. »Weißt du noch, die Mehlschlacht letzte Woche in eurer Küche? Als deine Mutter die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken hat und wir am Ende alle total weiß waren.«

»Ja, das war mal richtig lustig«, grinste ich.

»Das war es wirklich. Bei dem Gedanken an leckere Vanillekipferl bekomme ich gerade mächtig Heißhunger. In meinem Kühlschrank herrscht nur gähnende Leere. Da steht genau ein angebrochenes Senfglas drin. Sonst nichts.«

»Bestell dir doch was vom Lieferdienst«, schlug ich vor.

»Nee, das schmeckt immer so eklig«, antwortete Lars.

»Wo bist du gerade?«

»Im Wohnzimmer. Ich stehe an der Heizung und schaue aus dem Fenster. Draußen ist alles weiß. Der Spreekanal, der an meiner Straße vorbeiführt, ist schon zugefroren. Es stürmt und sieht sehr kalt aus. Verfickte Scheiße.«

»Was ist denn so schlimm?«

»Ach, mich nervt gerade alles. Hab immer noch Husten, einen Mörderkohldampf, nix zu essen in der Bude und bei dem Gedanken, durch die Kälte zu meiner Pizzeria stapfen, krieg ich die Krise.«

»Ist das weit?«

»Nee, sind nur zwei Straßen. Ist fast um die Ecke. Fünf Minuten.«

»Hmm«, sagte ich leise.

»Was, hmm?«, fragte Lars mürrisch.

»Ach, nix«, sagte ich.

»Jetzt sag schon.«

»Hab nur gerade überlegt, was ich machen würde, wenn ich du wäre.«

»Und?«

»Ich würde mich ganz dick einpacken und durch jede Schneepfütze hüpfen, die es gibt. Dann würde ich eine Schneeballschlacht mit fremden Mädchen machen und … keine Ahnung, einfach durch die Nacht tanzen und Spaß haben.«

»Scheiße, Kleiner. Ich bin ein solcher Idiot! Geh an dein Handy, ich ruf dich in ein paar Minuten von unterwegs an, okay?«

»Okay.«

Als Lars in der Pizzeria auf sein Essen wartete, rief er mich zurück. Ich fragte: »Ist die Bedienung hübsch?«

»Ja, schon«, lachte er. »Also, eine von ihnen auf jeden Fall, aber …«

»Sprich sie an!«

»Daniel, ich will hier noch öfter eine Pizza bestellen.«

»Ist doch egal. Sag ihr, dass sie schöne Augen hat.«

»Das weißt du doch gar nicht.«

»Macht doch nichts«, sagte ich. »Hat sie aber bestimmt. Guck mal genau hin. Und?«

»Ja, schön sind sie schon.«

»Siehst du! Mist, Mama kommt rein. Ich muss auflegen.«

»Nein, nicht auflegen«, rief mir Mama zu. »Lass mich kurz mit deinem Bruder reden.«

Ich stellte mein Telefon auf Lautsprecher, damit ich mithören konnte.

»Lars?«, sagte Mama. »Du glaubst nicht, was heute passiert ist!«

»Was denn?«

»Die Kriminalpolizei war heute da und hat nach dir gesucht.«

»BITTE?«

»Ja, wirklich! Martin dachte auch, ihn trifft der Schlag. Sie haben gefragt, ob es unserem Sohn gut ginge und ob Daniel am vergangenen Sonntag in der Hansebäckerei Junge war.«

»Ja, ich war mit ihm da«, sagte Lars. »Oder, Daniel? Die Bäckerei hieß doch so.«

Ich nickte.

»Ja, das wissen wir jetzt auch«, lachte Mama.

»Und weiter?«, wollte Lars wissen. »Da ist doch gar nichts passiert.«

»Die beiden Polizisten haben ihre Akten aus der Tasche gekramt und gefragt, ob wir einen, und jetzt, pass auf, ich zitiere, außergewöhnlich gut aussehenden und gut gekleideten jungen Mann zwischen 20 und 30 Jahren kennen würden, der sich in der Bäckerei sehr auffällig verhalten hätte.«

»Komm, Debbie«, lachte Lars. »Du verarscht mich doch gerade.«

»Nein, wirklich nicht. Die waren hier und haben das genauso gesagt.«

»Ohne Scheiß?«

»Ja«, sagte Mama.

»Wir haben da ganz normal gefrühstückt, ein bisschen herumgealbert, aber das war’s. Okay, ich habe Daniel auf dem Parkplatz mit eurem Auto fahren lassen, aber deswegen wird man doch nicht angezeigt.« ...