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Mary Janice Davidson - „Süss wie Blut und teuflisch gut“

ISBN: 978-3-8289-9417-1

Klappentext:

Betsy findet ihr neues Dasein als frisch gekrönte Königin der Vampire zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Um weiterhin ihrer Leidenschaft für teure Designerschuhe frönen zu können, braucht sie außerdem einen Job. Doch wer stellt schon eine Untote ein?

Inhalt:

Betsy Taylor ist zwar jetzt eine Vampirin, hat jedoch trotz allem eine Menge Probleme zu lösen.

Da ist Zum Beispiel ihr Prinzgemahl, den sie aber eigentlich gar nicht leiden kann.

Gegen ihren Geldmangel hat sie Sich einen Traumjob in einem Schuhladen gesucht. - Ihr Prinzgemahl hat aber etwas dagegen, Seiner Meinung nach entspricht diese Arbeit aber nicht dem Stand einer Vampirkönigin.

Betsy ihr Haus wird langsam aber sicher von Termiten zerlegt und sie brauchen ein Neues. - In dem Haus allerdings wohnt ein Geistermädchen das Betsy regelmäßig in ihrem Schlafzimmer besucht.

Und dann sind da noch die gepfählten Vampire. Irgendjemand jagt sie.

Leseprobe:

… »Mist! Sollen wir noch einen Abend sinnlosherumstehen?«, meckerte ich. »Donnerwetter, ich kann es gar nicht erwarten! Erinnert mich daran, dass ich freinehmen muss.«

Sinclair murmelte etwas, was ich aber nicht verstand. Gut für ihn.

»Tolle Schuhe«, sagte Monique und zeigte mit dem Finger auf meine Füße.

»Ja«, sagte ich erfreut. Ich war ganz in Schwarz gekleidet - ein Klischee, ich weiß, aber es schien mir passend für unsere kleine nächtliche Theateraufführung - bis auf meine Schuhe. Die waren nämlich aus durchsichtigem Acrylglas mit hohem Keilabsatz und einem Schmetterling in jedem Absatz. Normalerweise trug ich keine Plastikschuhe, aber dieses Mal hatte ich eine Ausnahme gemacht. »Sind sie nicht fantastisch? Neunundsechzig fünfundeunzig, mit meinem Rabatt.«

»Sind das echte Schmetterlinge?«

»Nein«, sagte ich beleidigt.

»Ach ja, richtig. Du bist ja im Tierschutzbund.«

»Nicht mehr. Sie wurden mir zu extremistisch. Ich bin zwar dagegen, Kaninchen Rasiercreme ins Auge zu sprühen. Aber ich bin nicht dafür, die Aidsforschung abzuschaffen.«

»Wie nett«, sagte Sinclair freundlich, »dass du deine politischen Ansichten wechseln kannst wie deine Garderobe.«

»Äh ... danke?« War das ein Kompliment gewesen? »Aber ich würde trotzdem nicht mit echten Schmetterlingen in meinen Schuhen herumlaufen.«

»Sind sie bequem?«, fragte Monique. »Bei der Höhe?«

»Bequemlichkeit ist kein Kriterium! Ein Preis, den man zahlen muss.«

»Das ist wirklich ein hochinteressantes Thema«, sagte Sinclair, »aber bald geht die Sonne auf, und ich würde es gerne vermeiden, bei lebendigem Leibe gegrillt zu werden, während die Damen über ihr Schuhwerk sprechen.«

»Du bist aber heikel! Dann sehe ich euch später.«

»Ich bringe dich zu deinem Wagen«, sagte er schnell.

Ich lachte. »Warum? Was soll mir schon passieren? Die Bösen lassen sich heute Abend nicht mehr blicken. Zumindest nicht in dieser Gegend.«

Er zögerte für einen langen Moment - hatte er etwa darauf gehofft, in der Tiefgarage einen Annäherungsversuch starten zu können? - und sagte dann: »Nun gut. Gute Nacht.«

»Nacht. Gute Nacht, Tina. Wiedersehen, Monique.«

Fünf Minuten später stand ich in der Garage der US- Bank. Mein Wagen war der einzige im dritten Stock. Wenn ich nicht bereits tot gewesen wäre, hätte ich jetzt wirklich

Schiss gehabt. Die Kriminalitätsrate von Minneapolis war relativ niedrig im Vergleich zu anderen Städten, aber man musste das Schicksal ja nicht herausfordern. Ich schloss mein Auto auf und wollte gerade die Tür öffnen, als ich Schrammen auf meinen Schuhspitzen bemerkte! Zwei Paar in einer Woche! Mein Vampir-Lifestyle tat meinen Schuhen definitiv nicht gut, und das würde ich nicht länger hin-nehmen.

Ich beugte mich hinunter, um den Schaden genauer unter die Lupe zu nehmen, und hörte ein Kawummmm-Platsch! Ich richtete mich auf und sah einen dicken hölzernen Pfeil, der in dem Metall zwischen dem Fenster und dem Autodach zitterte.

Ich wirbelte herum und sah einen etwa achtzehn- oder neunzehnjährigen Jungen, der hinter einem der Betonpfeiler stand und eine Armbrust hielt. Ich hörte ein Klick, als er einen weiteren Pfeil in die Armbrust spannte, und trat gerade rechtzeitig zur Seite, um zu sehen,  wie der Blödmann durch das Fenster auf der Fahrerseite schoss.

»Lass den Mist!«, schrie ich. »Was ist denn mit dir los?«

Beweg dich.

Ich duckte mich, und der Junge sprang hinter den Pfeiler, als zwei weitere Pfeile an ihm vorbeiflogen. Super. Hinter mir befand sich also noch jemand.

»Was ist, war unsere Falle nicht gut genug für euch?«, rief ich. »Den ganzen Abend habe ich mir die Füße in den Bauch gestanden, und jetzt taucht ihr auf? Das nächste Mal . . . « - ich konnte sehen, wie der Pfeil aus der Armbrust des Jungen auf mich zukam, nicht gerade in Zeitlupe, und trat einen Schritt zur Seite. …