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Richelle Mead - „Blutschwestern“

Vampire Acadamy 1

ISBN: 3-802-58201-2

Klappentext:

Die Vampire Academy ist eine Schule für junge Vampire und ihre Beschützer. Auch die siebzehnjährige Rose – halb Mensch, halb Vampir – wird hier zur Wächterin ausgebildet. Sie hofft, eines Tages ihrer besten Freundin Lissa zur Seite stehen zu können, der letzten Überlebenden der Vampirfamilie Dragomir. Seit Lissas Eltern bei einem Autounfall den Tod fanden, besteht zwischen Rose und Lissa eine besondere Verbindung. Kurz darauf kommt es zu einer Reihe merkwürdiger Vorfälle. Irgendjemand scheint es auf Lissas Leben abgesehen zu haben. Der Einzige, dem sich Rose anvertrauen kann, ist der gut aussehende Wächter Dimitri, der ihr Nachhilfestunden geben soll ... Auftakt der in den USA gefeierten Vampir-Erfolgsserie von Richelle Mead. New-York-Times- und USA-Today-Bestseller! „Ein packendes Vampirszenario mit einer rundum sympathischen Heldin und einem absolut umwerfenden Gegenspieler ...“ Simplebookreview.com

Inhalt:

Lissa und Rose sind aus ihrer Schule geflohen. Eine spezielle Schule für die Geschöpfe der Nacht. So konnten sie eine Weile auf eine ganz normale Highscool gehen.

Doch dieses Leben währt nur so lang, bis sie gefasst und wieder auf die Vampiracadamy gebracht werden.

Lissa, als Prinzessin, wird wesentlich schonender in die Gemeinschaft wieder aufgenommen. Rose allerdings, hat es da schon wesentlich schwerer. Sie muss im Unterricht sehr viel nachholen. Man droht ihr sogar an, dass sie nicht unbedingt Lissa als Wächterin zugeteilt werden muss.

Das geistige Band zwischen den Mädchen gewährt Rose aber, Einblicke in Lissa ihre Gedanken - und Gefühlswelt die bei ihr sämtliche Alarmglocken schrillen lassen.

Zunächst kann sich Rose absolut keinen Reim auf Lissa ihr verhalten machen. Aber ausgerechnet

auf einen Schulball werden die Mädchen räumlich voneinander getrennt. Rose durchschaut die Situation und riskiert ihren kompletten Aufenthalt auf der Acadamy.

Leseprobe:

...Anscheinend kannten einige Moroi also doch offensive Zauber, und so sehr ich den Ausdruck des Entsetzens auf Ralfs Gesicht genossen hatte, kam mir plötzlich der Gedanke, dass Christian vielleicht wirklich und wahrhaftig gestört war.

„Lissʺ, sagte ich, als wir das Klassenzimmer verließen, „erzähl mir bitte, dass du nicht wieder mit ihm rumgehangen hast.

Das schlechte Gewissen, das durch das Band flackerte, sagte mir mehr, als irgendeine Erklärung es hätte tun können. „Liss!ʺ Ich packte ihren Arm.

„Gar nicht so oftʺ, erwiderte sie beklommen. „Er ist wirklich in Ordnung....ʺ

„In Ordnung? In Ordnung! Die Leute im Flur starrten uns an. Mir wurde bewusst, dass ich praktisch schrie. „Er ist wie von Sinnen. Erhalt Ralf in Brand gesetzt. Ich dachte, wir hätten beschlossen, dass du ihn nicht mehr siehst.ʺ

„Du hast das beschlossen, Rose. Nicht ich.ʺ In ihrer Stimme lag eine Schärfe, die ich seit einer ganzen Weile nicht mehr gehört hatte.

„Was ist hier los? Seid ihr zwei....du weißt schon!ʺ

„Nein!ʺ, beteuerte sie. „Das habe ich dir doch gesagt. Gott.ʺ Sie warf mir einen angewiderten Blick zu. „Nicht jeder denkt ‐ und handelt ‐ wie du.ʺ

Bei diesen Worten zuckte ich zusammen. Dann bemerkten wir, dass Mia vorbeiging. Sie hatte das Gespräch zwar nicht mit angehört, den Tonfall aber aufgefangen. Ein gehässiges Lächeln legte sich über ihre Züge. „Arger im Paradies?ʺ

„Geh, hol dir deinen Schnuller und halt die verdammte Klappeʺ, zischte ich ihr zu; ihre Antwort wollte ich gar nicht hören. Ihr klappte der Unterkiefer herunter, dann runzelte sie wütend die Stirn.

Lissa und ich gingen schweigend weiter, dann brach Lissa in Gelächter aus. So einfach löste sich unser Streit in Nichts auf.

„Rose....ʺ Ihr Tonfall war jetzt sanfter.

„Lissa, er ist gefährlich. Ich mag ihn nicht. Bitte, sei vorsichtig.ʺ Sie berührte mich am Arm. „Das bin ich ja. Ich bin die Vorsichtige von uns, weißt du nicht mehr? Du bist die Verwegene.ʺ Ich hoffte, dass das immer noch galt.

Aber später, nach der Schule, kamen mir Zweifel. Ich war in meinem Zimmer und machte gerade Hausaufgaben, als ich von Lissa ein Rinnsal von etwas verspürte, das man nur Verstohlenheit nennen konnte. Ich verlor den Faden bei den Hausaufgaben, starrte ins Leere und versuchte genauer in Erfahrung zu bringen, was mit ihr geschah. Wenn es je eine Zeit gab, in ihren Geist zu schlüpfen, dann war es jetzt. Aber ich wusste nicht, wie ich das kontrollieren konnte.

Stirnrunzelnd probierte ich aus, was diese Verbindung normalerweise heraufbeschwor. Für gewöhnlich erlebte sie in solchen Augenblicken irgendein starkes Gefühl, eines, das so mächtig war, dass es sich in meinen Geist zu sprengen versuchte. Ich musste hart arbeiten, um dagegen anzukämpfen; ich hielt beständig eine Art mentalen Schutzwall aufrecht.

Jetzt konzentrierte ich mich auf sie und versuchte, die Mauer niederzureißen. Gleichmäßig atmete ich ein und aus und ließ Leere in meinen Geist einkehren. Meine Gedanken waren nicht wichtig, nur ihre waren es. Ich musste mich ihr öffnen und die Verbindung zwischen uns entstehen lassen.

Noch nie zuvor hatte ich etwas Derartiges getan; ich hatte zu wenig Geduld, um zu meditieren. Mein Verlangen, mich mit Lissa zu verbinden, war jedoch so stark, dass ich mich zu einer intensiven, konzentrierten Entspannung zwang. Ich musste wissen, was mit ihr los war, und nach einigen weiteren Augenblicken zahlte sich meine Mühe aus. Ich war bei ihr.

Wieder erlebte ich unmittelbar mit, was um sie herum geschah.

Sie schlich sich erneut auf den Dachboden der Kapelle und bestätigte damit meine schlimmsten Befürchtungen, Wie beim letzten Mal traf sie auf keinerlei Widerstand. Gütiger Gott, dachte ich, konnte dieser Priester seine eigene Kapelle noch schlechter sichern?

Der Sonnenaufgang beleuchtete die Buntglasfenster, und Christians Silhouette zeichnete sich dagegen ab: Er saß auf dem Fenstersitz.

„Du bist spät dranʺ, bemerkte er. „Ich warte schon eine ganze Weile.ʺ

Lissa zog sich einen der klapprigen Stühle heran und wischte den Staub davon ab. „Ich dachte, du säßest noch bei Direktorin Kirova fest.ʺ

Er schüttelte den Kopf. „Das war nichts Besonderes. Für eine Woche suspendiert, mehr nicht. Ist ja nicht besonders schwer, sich aus seinem Zimmer zu schleichen!ʺ

Er redete mit den Händen. „Wie du sehen kannst.ʺ

„Es überrascht mich, dass sie dir nicht mehr aufgebrummt hat.ʺ Ein Sonnenstrahl ließ seine kristallblauen Augen aufleuchten. „Enttäuscht?ʺ

Schockiert blickte sie drein. „Du hast jemanden in Brand gesteckt!ʺ …