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Richelle Mead - „Blaues Blut“

Vampire Acadamy 2

ISBN: 3-802-58202-0

Klappentext:

Rose Hathaways Liebesleben steht völlig Kopf. Während ihr bester Freund Mason hoffnungslos in sie verliebt ist, wirft ihr hinreißend gut aussehender Nachhilfelehrer Dimitri offenbar ein Auge auf eine andere Frau. Da versetzt ein Großangriff der Strigoi die Akademie der Vampire in höchste Alarmbereitschaft, und es wimmelt an der Schule nur so von Wächtern, darunter auch die legendäre Janine Hathaway ... Roses Mutter! Um dem Gefühlchaos die Krone aufzusetzen, muss sich Rose mit Christian, dem Ex-Freund ihrer Freundin Lissa, verbünden, um die Akademie vor drohendem Unheil zu bewahren ... Zweiter Band der Vampir-Erfolgsserie von Richelle Mead. „Romantik, Action und Intrigen – Vampire Academy lässt keine Wünsche offen.“ VampireGenre.com

Inhalt:

Im Vampirinternat läuft so weit alles normal. Auch Rose hat in ihrer Ausbildung große Fortschritte gemacht und soll ihre Prüfung ablegen. - Den Prüfer, als auch seine Herrschaft, finden Rose und ihr Lehrer allerdings ermordet vor.

Nicht nur Rose ist schwer erschüttert, über diese Geschehnisse.

Zum Schutz der adligen Familien und der Schüler der Academy verbringt man die Ferien auf einer gesicherten und luxuriösen Skihütte. - Alles scheint friedlich und normal, bis neue Morde die Welt von Rose und ihrer Mitschülern erneut erschüttern.

Leseprobe:

… Ich blinzelte überrascht. „Worauf willst du hinaus?”, fragte ich und grübelte darüber nach, was unter Vampiren wohl als „ungeklärte Phänomene” gelten mochte. Als sie und ich unter Menschen gelebt hatten, hätte man um als ungeklärte Phänomene erachtet.

„Es existieren vereinzelte Berichte.... aber, na ja, ich habe einen über einen Burschen gelesen, der andere dazu bringen konnte, Dinge zu sehen, die nicht da waren. Er konnte sie glauben machen, sie sähen Ungeheuer oder andere Menschen oder was auch immer.”

„Das könnte Zwang sein.”

„ Wirklich mächtiger Zwang. Ich wäre dazu nicht imstande, und ich bin stärker in diesem Element - oder war es jedenfalls - als irgendjemand sonst, den wir kennen. Und diese Macht rührt daher, dass ich Geist benutze....”

„Also”, beendete ich ihren Satz, „du denkst, dieser Illusionstyp müsse ebenfalls ein Geistbenutzer gewesen sein.” Sie nickte. „Warum setzt du dich nicht mit ihm in Verbindung und findest es heraus?”

„Weil ich nichts weiter über ihn in Erfahrung bringen konnte! Das ist alles geheim. Und es gibt andere, die genauso seltsam sind, zum Beispiel jemanden, der andere körperlich erschöpfen konnte. Menschen in seiner Nähe wurden plötzlich schwach und verloren alle Kraft. Sie wurden ohnmächtig. Und es gab jemanden, der Dinge mitten in der Luft anhalten konnte, wenn man sie nach ihm warf.” Ihre Züge glühten vor Erregung.

„Er könnte ein Luftbenutzer gewesen sein”, bemerkte ich.

„Vielleicht”, sagte sie. Ich konnte ihre Neugier und ihre Aufregung spüren. Sie wünschte sich verzweifelt, glauben zu können, dass es noch andere wie sie gab.

Ich lächelte. „Wer weiß? Die Moroi haben ja auch ein Faible für all das UFO-und-Alien-Zeug. Es grenzt an ein Wunder, dass man keine Experimente mit mir macht, um unserem Band auf den Grund zu gehen.”

Lissas Nachdenklichkeit schwand, und sie neckte mich. „Ich wünschte, ich könnte manchmal deine Gedanken lesen. Ich wüsste gern, wie du zu Mason stehst.”

„Er ist mein Freund”, erwiderte ich energisch, überrascht angesichts des abrupten Themenwechsels. „Das ist alles.”

Sie schnalzte mit der Zunge. „Früher hast du mit jedem männlichen Wesen, das du in die Finger bekommen konntest, geflirtet - und andere Sachen gemacht.”

„He!”, rief ich gekränkt. „So schlimm war ich nun auch wieder nicht.”

„Okay.... vielleicht nicht. Aber du scheinst kein Interesse mehr an Männern zu haben.” Ich hatte Interesse an Männern - nun ja, an einem Mann.

„Mason ist wirklich nett”, fuhr sie fort. „Und er ist verrückt nach dir.”

„Das ist er”, pflichtete ich ihr bei. Ich dachte an Mason, an jenen flüchtigen Augenblick draußen vor Stans Klasse, als ich ihn sexy gefunden hatte. Außerdem war Mason wirklich witzig, und wir kamen wunderbar miteinander aus. Für einen Lover wäre er keine schlechte Wahl gewesen.

„Ihr seid euch in vielem ähnlich. Ihr tut beide Dinge, die ihr nicht tun solltet.” Ich lachte. Auch das entsprach der Wahrheit. Ich erinnerte mich an Masons Eifer, es mit jedem Strigoi auf der Welt aufzunehmen.

Ich mochte noch nicht bereit dafür sein - trotz meines Ausbruchs im Wagen -, aber ich hatte diese Verwegenheit zumindest teilweise mit ihm gemein. Vielleicht war es an der Zeit, ihm eine Chance zu geben, dachte ich. Es machte Spaß, mit ihm herumzualbern, und es war lange her, seit ich das letzte Mal jemanden geküsst hatte. Wenn ich an Dimitri dachte, tat mir das Herz weh.... aber, nun ja, es war ja nicht so, als ob daraus jemals etwas werden würde.

Lissa beobachtete mich abschätzend, als wüsste sie, was ich dachte - abgesehen von der Sache mit Dimitri. „Ich habe Meredith sagen hören, du wärst eine Idiotin, dass du ihn dir nicht schnappst. Ihrer Meinung nach liegt es daran, dass du denkst, du bist zu gut für ihn.”

„Was! Das ist nicht wahr.”

„He, nicht ich habe das gesagt. Wie dem auch sei, sie sagte, sie trage sich mit dem Gedanken, selbst ihr Glück bei ihm zu versuchen.”

„Mason und Meredith?” Ich lachte höhnisch. „Das ist eine vorprogrammierte Katastrophe. Die beiden haben nichts gemeinsam.” Es war schäbig, aber ich hatte mich daran gewöhnt, dass Mason für mich schwärmte. Plötzlich ärgerte mich der Gedanke, eine andere könne ihn bekommen.

„Du bist besitzergreifend”, meinte Lissa, die abermals meine Gedanken erraten hatte. Kein Wunder, dass es sie so ärgerte, wenn ich in ihren Geist eindrang.

„Nur ein wenig.”

Sie lachte. „Rose, selbst wenn es nicht Mason ist, solltest du dich allmählich wirklich wieder auf Verabredungen einlassen. Es gibt Unmengen Männer, die morden würden, um mit dir auszugehen - Männer, die echt nett sind.”

Ich hatte nicht immer die besten Entscheidungen in puncto Männer getroffen. Einmal mehr packte mich der Drang, all meine Sorgen vor meiner Freundin auszubreiten. Ich hatte so lange gezögert, ihr von Dimitri zu erzählen, obwohl das Geheimnis in mir brannte. Während ich nun neben ihr saß, fiel mir wieder ein, dass sie wahrhaftig meine beste Freundin war. Ich konnte ihr alles erzählen, und sie würde niemals den Stab über mich brechen. Aber wie einige Minuten zuvor verpasste ich die Gelegenheit, ihr zu erzählen, was in mir vorging.

Sie schaute auf ihren Wecker und sprang plötzlich vom Bett auf. „Ich komme zu spät! Ich bin mit Christian verabredet!”

Glück erfüllte ihr ganzes Wesen, untermalt von einem Anflug nervöser Erwartung. Liebe. Was konnte man da schon machen? Ich schluckte die Eifersucht hinunter, die abermals ihr hässliches Haupt reckte. Einmal mehr hatte Christian sie mir weggenommen. Ich würde heute Abend nicht mehr dazu kommen, mich ihr zu öffnen.

Lissa und ich verließen das Wohnheim, und sie spurtete regelrecht los, nachdem sie versprochen hatte, dass wir morgen reden würden. Ich schlenderte zu meinem eigenen Wohnheim zurück. In meinem Zimmer kam ich an meinem Spiegel vorbei und stöhnte, als ich mein Gesicht sah. Die Haut um mein Auge herum war purpurn verfärbt. …