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Richelle Mead - „Schattenträume“

Vampire Acadamy 3

ISBN: 3-802-58203-9

Klappentext:

Es ist Frühling an der Vampirakademie, und Rose Hathaway steht kurz davor, ihren Abschluss zu machen. Doch seit sie zum ersten Mal einen Strigoi im Kampf getötet hat, wird Rose von düsteren Gedanken und merkwürdigen Visionen geplagt. Währenddessen zieht neues Unheil herauf: Lissa hat wieder begonnen, mit ihrer Magie zu experimentieren, und ihr einstiger Widersacher Victor Dashkov ist möglicherweise auf freiem Fuß. Rose und Dimitri kommen sich wieder näher, die verbotene Leidenschaft zwischen beiden flammt unvermindert auf. Bis eine tödliche Bedrohung Rose vor die wohl schwerste Wahl ihres Lebens stellt.

Inhalt:

Rose ist sich immer sicherer, dass sie Lissa ihre Wächterin Werden wird sogar ihre Lehrer. sehen das nicht anders.

Das Praktikum jedenfalls, ist eine erste Bewährungsprobe. Rose bekommt eben nicht Lissa zugeteilt, sondern einen anderen Schüler. - Und dann kommt ihre erste Bewährungsprobe und sie versagt auf ganzer Linie.

Außerdem steht noch eine Gerichtsverhandlung an. Lissa ihr Peiniger aus dem ersten Band ist noch immer nicht verurteilt.

Gefühlschaos pur lässt Rose das Leben als Wächter in voller Härte Spüren.

Leseprobe:

… Adrian kam hinter einem Apfelbaum hervor, der von rosefarbenen und weißen Blüten übersät war. Er trug Jeans - etwas, worin ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Sie sahen gut aus, zweifellos von einer Designermarke. Ein dunkelgrünes Baumwoll-T-Shirt - ebenfalls sehr schlicht - bedeckte seinen Oberkörper, und das Sonnenlicht betonte goldene und kastanienfarbene Strähnchen in seinem braunen Haar.

„Ich habe dir gesagt, du sollst dich aus meinen Träumen heraushalten”, erklärte ich und stemmte die Hände in die Hüften.

Er bedachte mich mit seinem trägen Lächeln. „Aber wie sonst sollen wir reden? Du hast vorhin keinen sehr freundlichen Eindruck gemacht.”

„Wenn du keinen Zwang gegen Leute einsetzen würdest, hättest du mehr Freunde.”

„Ich musste dich vor dir selbst retten. Deine Aura war wie eine Gewitterwolke.”

„Okay, können wir ausnahmsweise einmal bitte nicht über Auren und meinen bevorstehenden Untergang reden?”

Der Ausdruck in seinen Augen sagte mir, dass ihn dieses Thema wirklich interessierte, aber er ließ es dabei bewenden. „In Ordnung. Wir können über andere Dinge sprechen.”

„Aber ich will gar nicht sprechen! Ich will schlafen.”

„Du schläfst doch.” Adrian lächelte und ging einige Schritte, um eine blühende Ranke zu betrachten, die sich einen Pfosten hinaufwand. Sie hatte orangefarbene und gelbe Blüten, die wie Trompeten geformt waren. Er strich sachte mit den Fingern über die Ränder einer der Blumen. „Das war der Garten meiner Großmutter.”

„Toll”, erwiderte ich und machte es mir wieder vor dem Apfelbaum bequem. Es sah so aus, als würden wir ein Weilchen hierbleiben. „Jetzt bekomm ich auch noch deine Familiengeschichte zu hören.”

„He, sie war eine coole Dame.”

„Davon bin ich überzeugt. Kann ich schon gehen?”

Sein Blick war noch immer auf die Blüten der Ranke gerichtet. „Du solltest dich nicht über die Familienstammbäume der Moroi mokieren. Du weißt nichts über deinen Vater. Wir könnten verwandt sein.”

„Würde das bedeuten, dass du mich dann in Ruhe lässt?”

Während er zu mir zurückgeschlendert kam, wechselte er das Thema, als hätte es keine Unterbrechung gegeben. „Nein, keine Sorge. Ich denke, wir stammen von verschiedenen Bäumen. Ist dein Dad nicht ohnehin Türke?”

„Ja, wenn meine Mutter recht hat.... he, starrst du meine Brust an?” Er betrachtete mich eingehend, aber sein Blick ruhte nicht länger auf meinem Gesicht. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte ihn an.

„Ich starre dein Top an”, antwortete er. „Die Farbe ist ganz falsch.”

Er streckte die Hand aus und berührte den Träger. Wie Tinte, die sich auf Papier ausbreitete, nahm der elfenbeinfarbene Stoff den gleichen satten Indigoton an wie die Blüten der Kletterpflanze. Wie ein sachkundiger Künstler, der sein Werk betrachtete, kniff er die Augen zusammen.

„Wie machst du das?”, rief ich.

„Es ist mein Traum. Hmm. Du bist keine blaue Person. Nun, zumindest nicht im Farbensinn. Versuchen wir einmal dies hier.” Das Blau leuchtete auf und wurde zu einem strahlenden Dunkelrot. „Ja, das ist es. Rot ist deine Farbe. Rot wie eine Rose, wie eine süße, süße Rose.”

„Oh Mann”, sagte ich. „Ich hatte ja keine Ahnung, dass du sogar in Träumen auf Wahnsinn umschalten kannst.” Er wurde niemals so düster und depressiv, wie Lissa es im vergangenen Jahr gewesen war, aber der Geist ließ ihn manchmal geradezu unheimlich wirken.

Er trat zurück und breitete die Arme aus. „In deiner Nähe bin ich immer verrückt, Rose. Hier, ich werde ein improvisiertes Gedicht für dich verfassen.” Er legte den Kopf in den Nacken und rief gen Himmel:

„Rose ist in Rot

Aber niemals in Blau

Scharf wie ein Dorn

Und kämpft so: Genau!”

Adrian ließ die Arme sinken und sah mich erwartungsvoll an.

„Kann ein Dorn kämpfen?”, fragte ich.

Er schüttelte den Kopf. „Kunst muss nicht immer einen Sinn ergeben, kleiner Dhampir. Außerdem bin ich angeblich verrückt, stimmt’s?” …