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Tina Brown - „Diana – Die Biografie“

ISBN: 9-783-42642-641-8

Klappentext:

Auch Jahre nach ihrem Tod wird sie verehrt, ja vergöttert: Lady Di lebt. Wirklich gerecht wird ihr nur die definitive Biographie der international renommierten Journalistin Tina Brown. Ihr großartiges Porträt gewährt uns mitreißende neue Einblicke in das große Drama eines Frauenlebens. Die britisch-amerikanische Star-Journalistin Tina Brown hat zeitlebens Dianas Werdegang verfolgt, Hunderte von Gesprächen geführt und unvoreingenommen nachgefragt. Mit scharfem Blick entlarvt sie bisher verborgene Wahrheiten und bringt uns Diana nahe wie niemand zuvor: ihre Zerrissenheit zwischen den eigenen Gefühlen und den Pflichten der Ehefrau eines zukünftigen Monarchen; ihre Verzweiflung in dem nur scheinbar goldenen Käfig ihrer Ehe; ihre Sehnsüchte und Hoffnungen; ihre Reaktion auf das überwältigende Interesse der Medien und auf die Verführungskraft des Glamour. Wir verstehen, wie Diana weltweit die Menschen für sich einnehmen konnte und warum sie, verstoßen aus der Welt der Royals, Zuflucht beim Jetset suchte – was letztlich ihren tragischen Tod bedeutete. Und wir begreifen, wie sie noch heute als Königin der Herzen eine Wirkung entfaltet, der wir uns nicht entziehen können.

Inhalt:

Lady Di, wurde zwar in höhere Kreise hinein geboren, aber das bedeutet nicht, dass sie auch ohne Probleme mit diesen ganzen Zwängen klar kam.

Ihr Ende ist durch den Medienrummel wohl jedem bekannt. Aber was sie so alles durchmachen und stemmen musste, wird hier genau erläutert.

Ganz nebenbei erhält man auch noch Einblicke in die Ränke, Zuständigkeiten und Etikette der Royals.

Leseprobe:

… Prinz Charles zeigte sich inzwischen beeindruckt, wie gut seine neue Freundin mit dem Feind zurechtkam, womit er die Presse meinte (für sie waren eher seine Freunde der Feind). Diana hatte im Hause Parker Bowles eine verwirrende Unterströmung bemerkt, wann immer sie sich dort aufhielten – für ihren Geschmack viel zu oft. »Ich war in Bolehyde mit den Parker Bowles’ furchtbar viel zusammen gewesen«, sagte Diana zu Andrew Morton. »Und ich konnte gar nicht verstehen, warum sie [Camilla] immer zu mir sagte: Dräng ihn nicht, das zu tun, tu’s nicht.‹ Sie wusste so viel von dem, was er privat tat …, da konnte ich das nicht verstehen. Schließlich fand ich alles heraus.«

Charles führte sie weiterhin seinem Kreis vor, um sich seine Wahl bestätigen zu lassen, und vermittelte Diana damit eine umfassende Vorstellung davon, wie ihr künftiges Leben aussehen würde. Er zeigte ihr Highgrove, das dreihundertvierundsechzig Hektar große Anwesen in Gloucestershire, das er kurz zuvor für siebenhundertfünfzigtausend Pfund aus seinen Einnahmen als Herzog von Cornwall erworben hatte. »Die königliche Familie hat einfach nicht genügend Residenzen«, sagte ein weltfremder Sprecher des Herzogtums Cornwall, als er den Kauf vor der Presse rechtfertigte. »Und der Prinz verfügt nur im Buckingham-Palast und in Schloss Windsor über eigene Räume.« Highgrove bewahrte Charles nicht nur davor, einen der vier Paläste der königlichen Familie mitbenutzen zu müssen, es lag auch nicht weit von Beaufort entfernt, wo seine Lieblingsfuchsjagden stattfanden, und von Gatcombe Park, wo seine Schwester Anne lebte. Und bis nach Bolehyde brauchte man mit dem Auto nur eine Dreiviertelstunde. Manchmal lud Charles Prinz Andrew und dessen besten Freund Nicholas Soames ein, ihn und Diana übers Wochenende nach Highgrove zu begleiten. Diana blieb noch dort, nachdem Andrew und Nicholas Soames bereits abgereist waren.

Wenn sie in Highgrove waren, wanderte Diana oft allein in dem leeren, kahlen »georgianischen Schmuckkästchen« umher und wartete darauf, dass Charles von der Jagd zurückkehrte – ein Hologramm, so könnte man sagen, ihres späteren Ehelebens.

Highgrove sollte das Synonym für alles werden, was sie nicht mochte: Pferde, Camilla und erzkonservative Nachbarn. Insgeheim war die junge Frau, die inmitten der Schätze von Althorp aufgewachsen war, von dem über nur neun Schlafzimmer verfügenden, renovierungsbedürftigen Haus nicht sonderlich beeindruckt. Und ihr stand der Sinn auch nicht danach, bei der Renovierung mitzuhelfen, wovon der Prinz aber offenbar wie selbstverständlich ausging. Sein Kammerdiener Stephen Barry erinnert sich, dass sie zusammen Tee tranken und später ein leichtes Abendessen an einem Kartentisch im Wohnzimmer einnahmen, bevor sie mit einem Polizisten auf dem Rücksitz nach London zurückfuhren. Sonia Palmer, die zu Charles’ Personal gehörte, lässt durchblicken, dass es beim Tee wohl nicht geblieben sei. »(Stephen) sagte, Diana sei jedes Mal frisch frisiert und strahlend herausgekommen. Warum musste sie sich die Haare kämmen, wenn sie nur über Philosophie diskutiert hatten?«

Wieder die alte Leier von der unberührten Jungfrau: In diesen Aspekt des Königsmärchens war schon so viel investiert worden, dass er sich längst verselbständigt hatte. Am Abend des 4. November 1980 nahm Diana an der Feier zum fünfzigsten Geburtstag von Prinzessin Margaret im Londoner Hotel Ritz teil. Was sie in den beiden darauffolgenden Nächten tat oder nicht tat, ließ die Palastmaschinerie auf Hochtouren laufen.

Auslöser war ein Aufmacher im Sunday Mirror vom 16. November 1980: »KÖNIGLICHER LIEBESZUG«, von Wensley Clarkson und Jim Newman. Die beiden behaupteten, am 5. und 6. November habe die neunzehnjährige Diana sich zweimal insgeheim spätabends mit Prinz Charles im königlichen Zug getroffen, der in Wiltshire auf einem Abstellgleis stand, weil Charles die Ländereien des Herzogtums Cornwall in Somerset besuchte. Der Prinz geriet vor Wut über den Artikel außer sich. Zu seinem Kammerdiener sagte er: »Das ist Blödsinn, und Lady Diana wird dadurch in ein so schlechtes Licht gestellt.«

Der Royal Train, wie der Zug in England genannt wird, besteht aus neun Waggons, die sich individuell aneinanderkoppeln lassen, je nachdem, wie viele Reisende zu erwarten sind. Er war schon immer ein besonders bequemer – und anregender – Ort für königliche Tête-à-Têtes. Die im weinroten Ton der königlichen Livree gehaltenen Salons in den Waggons sind durch einen Gang verbunden. Hinzu kommt ein Abteil für den verschwiegenen Sicherheitsbeamten der Polizei. Im großen Waggon der Königin ist es so komfortabel wie im Palast selbst – er umfasst ein vornehm eingerichtetes Schlafzimmer, ein Badezimmer und einen Salon. Die von Prinz Philip bevorzugten schottischen Landschaftsdarstellungen von Roy Penny sowie Drucke von Zugreisen aus viktorianischer Zeit schmücken den Wagen. Aus Charles’ Sicht bestand der größte Vorteil sicher darin, dass der Zug die Erlaubnis hat, überall auf freier Strecke zu halten, egal, wie entlegen der Zielort auch sein mag.

Laut Sunday Mirror hatte der Zug in den Nächten des 5. und 6. Novembers in der Nähe des Dorfes Holt gestanden, auf einem Abstellgleis parallel zu einem schmalen Sträßchen, der Station Road. »Im Schutz der Dunkelheit« habe Diana einen Kontrollposten am Ende der Straße passiert, der mit einem Polizisten in Zivil besetzt gewesen sei. Sie wurde durchgelassen. Ein Sicherheitsbeamter begleitete sie bis zum Zug. Dieser sei dann ein kurzes Stück Richtung Bradford-on-Avon gefahren, bis in die Nähe des Dorfes Staverton. »Dann«, so drückte es der Sunday Mirror verschämt aus, »verbrachte das Paar, dessen Freundschaft die Fantasie des ganzen Landes beschäftigt, mehrere Stunden allein zu zweit.«

Diana habe später den Waggon verlassen und sei nach London zurückgefahren. Dieser Ablauf habe sich am folgenden Abend wiederholt: Während Charles seine Pächter in Bath bewirtete, war Diana laut Sunday Mirror erneut gen Westen gefahren, zum Landsitz seiner Vertrauten Camilla Parker Bowles. Dort habe Diana einen Anruf erhalten und sei daraufhin eilends wieder zu dem Abstellgleis gefahren. Zum zweiten Mal sei sie bis in die frühen Morgenstunden bei Prinz Charles geblieben. …