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Tess Gerritsen - „Grabkammer“

ISBN: 978-3-8090-2540-5

Klappentext:

Eine ägyptische Mumie, die keine ist, ein Schrumpfkopf im Museum und eine Moorleiche im Kofferraum... Im Keller eines Bostoner Museums wird eine Mumie entdeckt. Als die Museumsleitung sie untersuchen lässt, kommt Grausames zutage: Denn die Mumie ist nicht annähernd so alt wie angenommen. Und in ihrem Bein steckt eine Pistolenkugel … Sie wird nicht die letzte Leiche sein, die nach allen Regeln der antiken Bestattungskunst konserviert wurde. Ein perverser Mörder scheint seine Opfer für die Ewigkeit erhalten zu wollen. Jane Rizzoli und Maura Isles beginnen zu ermitteln - und stechen in ein teuflisches Gespinst aus alten Familiengeheimnissen und tödlicher Besessenheit.

Inhalt:

Im Keller eines Museums wird eine Mumie gefunden. Man macht sich also daran, sie zu erforschen, da man sie bald ausstellen möchte. - Was dann allerdings bei der radiologischen Untersuchung raus kommt, ist mehr als seltsam. Die Frau scheint fachmännisch mumifiziert zu sein, die Leinenbinden sind 2000 Jahre alt, aber wie kommt das Projektil in den Unterschenkel? Im alten Ägypten gab es doch noch keine Schusswaffen.

Es bleibt nicht bei dieser einen Kuriosität. Denn Untersuchungen im Museum befördern noch mehr nicht katalogisierte Exponate ans Tageslicht. Unter anderem einen Schrumpfkopf, der nicht so alt ist, wie er auf den ersten Blick vorgibt zu sein.

Es wurden ohne Frage Morde verübt. Fast perfekt, da durch die entnommenen Organe keine Todesursache mehr festgestellt werden kann.

Die junge Archäologin Josephine Palcillo wirkt sehr verschreckt, als der Mumie aus dem Museumskeller eine persönliche Kartusche entnommen entnommen wird. Und nachdem Sie auch eine mumifizierte Leiche in ihrem Kofferraum gefunden hat, verlässt sie die Stadt. - Ihren Problemen entkommt sie so aber nicht. Ganz im Gegenteil, sie reitet sich erst noch richtig rein. Die Polizei findet nämlich heraus, dass ihre Identität nicht echt ist und dass sie eigentlich anders heißt.

Josephine wird trotz Polizeibewachung gekidnappt. Von dem Mann der ihr Vater ist, was sie aber nicht weiß. Der Mann ist hinter ihrer Mutter her, von der Josephine nicht weiß, dass sie noch am Leben ist.

Leseprobe:

… "Unser Videoüberwachungssystem hat vor drei Wochen den Geist aufgegeben, und es ist bisher noch nicht wieder instand gesetzt worden." Sie zuckte mit den Achseln. "Es ist eine Kostenfrage. Das Geld ist immer knapp, und wir dachten uns, um potenzielle Diebe abzuschrecken, würde es schon ausreichen, dass die Kameras für jeden gut sichtbar sind."

"Es hätte also jeder Besucher des Museums einfach nach oben in ihr Büro spazieren und die Schlüssel an sich nehmen können."

"Und nach dem ganzen Medienrummel um Madam X hatten wir Scharen von Besuchern. Das Publikum hat das Crispin Museum endlich entdeckt."

"Warum sollte ein Dieb nur Ihre Schlüssel nehmen und die Handtasche dalassen? ", fragte Tane. "Hat sonst noch etwas aus Ihrem Büro gefehlt?"

"Nein. Es ist mir jedenfalls nichts aufgefallen. Deswegen habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht. Ich sagte mir, du hast die Schlüssel wahrscheinlich irgendwo liegen lassen. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass jemand sie benutzen würde, um sich Zugang zu meinem Auto zu verschaffen. Und dieses ... Ding in meinen Kofferraum zu legen."

"Ihr Wohnblock hat keinen eigenen Parkplatz", bemerkte Frost. Josephine schüttelte den Kopf. "Hier muss jeder sehen, wo er bleibt. Ich parke auf der Straße, wie alle anderen Mieter auch. Deswegen lasse ich auch nie irgendwelche Wertsachen im Auto liegen. Es werden nämlich immer mal wieder Welche aufgebrochen - allerdings in der Regel, um etwas mitzunehmen." Sie schüttelte sich. "Und nicht, um etwas hineinzulegen. "

"Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen im Gebäude?", fragte Frost.

"Dazu kommen wir gleich noch", sagte Jane. "Irgendjemand hat Ihren Schlüsselbund. Ich denke, das ist jetzt das dringlichste Problem - die Tatsache, dass er auf sie fixiert zu sein scheint." Er wandte sich an die junge Frau. "Können Sie sich denken, wieso?"

Josephine wich seinem Blick hastig aus. "Nein."

"Könnte es jemand sein, den Sie kennen? Jemand, den Sie kürzlich kennen gelernt haben?"

"Ich bin erst seit fünf Monaten in Boston."

"Wo haben Sie vorher gewohnt? ", fragte Jane.

"Ich war auf Jobsuche in Kalifornien. Als ich dann die Stelle im Museum bekam, bin ich nach Boston gezogen."

"Irgendwelche Feinde, Dr. Pulcillo? Irgendwelche Exfreunde, mit denen Sie Stress haben?"

"Nein."

"Ist unter Ihren Archäologenfreunden vielleicht jemand, der wissen könnte, wie man eine Frau zu einer Mumie verarbeitet? Oder zu einem Schrumpfkopf?"

"Über dieses Wissen verfügen viele Leute. Dazu muss man kein Archäologe sein."

"Aber Ihre Freunde sind Archäologen." Josephine zuckte mit den Achseln. "Ich habe nicht allzu viele Freunde."

"Warum nicht?"

"Wie ich Ihnen bereits sagte, ich bin neu hier in Boston. Ich bin erst im März hergezogen."

"Es fällt Ihnen also niemand ein, der Ihnen nachspioniert haben könnte? Der Ihre Schlüssel gestohlen haben könnte? Jemand, der versuchen könnte, Sie zu terrorisieren, indem er eine Leiche in Ihren Kofferraum legt?"

Zum ersten Mal bekam Josephines Selbstbeherrschung Risse, und die verängstigte Seele hinter der stoischen Maske kam zum Vorschein. Sie flüsterte: "Nein, ich habe keine Ahnung! Ich weiß nicht, wer das alles tut. Oder warum er sich mich ausgesucht hat."

Jane studierte die junge Frau, und sie konnte nicht umhin, die makellose Haut und die kohlschwarzen Augen zu bewundern. Was war das für ein Gefühl, wenn man so schön war? Wenn man die Blicke aller Männer auf sich spürte, sobald man einen Raum betrat? Einschließlich der Blicke, die einem alles andere als willkommen sind. ...