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C. J. Daugherty - „Um der Hoffnung willen“

Night School 4

ISBN: 9-783-7891-3336-7

Klappentext:

Die Bedrohung auf Cimmeria wächst. - Der vierte Band der spannenden NIGHT SCHOOL-Serie Die Lage auf Cimmeria spitzt sich zu und die Schüler geraten mehr und mehr zwischen die Fronten. Trotzdem versucht die Internatsleiterin Isabelle alles, um so etwas Normalität herzustellen, und für kurze Zeit fühlt es sich für Allie und ihre Freunde so an, als wäre alles wie immer. Und als könne ihnen auf Cimmeria nichts passieren ... Währenddessen lernt Allie ihre Großmutter Lucinda erstmals richtig kennen und zwischen den beiden entsteht eine enge Freundschaft. Aber auch die Beziehung zu Sylvain wird stärker und leidenschaftlicher als je zuvor. Doch dann holt Nathaniel zu einem Schlag aus, der Cimmeria zutiefst erschüttert und der nicht zuletzt auch als Warnung an Allie gedacht ist. Schnell wird ihr klar, dass auch Sylvains Leben in Gefahr schwebt, solange sie zusammen sind. Und so bleibt ihr nichts anderes, als sich von ihm zu trennen, wenn sie ihn schützen will. Auch wenn das bedeutet, dass ihr selbst dabei fast das Herz bricht. Doch egal, was sie auch tut, Allie scheint der wachsenden Bedrohung nichts entgegensetzen zu können. Das bekommt sie schließlich mit aller Wucht zu spüren, als eine ihrer engsten Bezugspersonen stirbt.

Inhalt:

Auf Cimmera versucht man krampfhaft den Schulalltag aufrecht zu erhalten. Sogar Allie darf auf die Schule zurück, nachdem sie auf der Flucht beschossen wurde.

Doch auch die Schule ist nicht mehr, was sie war. Nur noch ein Bruchteil der Schüler ist da und ständig ist das Misstrauen untereinander zu spüren, weil Nathaniels Spion noch immer nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Das Training in der Night School ist härter geworden und ziehlt scheinbar nur noch auf das finale Treffen ab.

Allie weiß um ihre Schlüsselrolle. - Aber was Nathaniel genau von ihr will, weiß sie nicht. Die ständige Lauerstellung zehrt nicht nur an ihren Nerven. - Und dann scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Leseprobe:

… Rachel rieb sich die Hand und verzog das Gesicht. »Toll gemacht, Zoe. Du überlebst, und ich mache am besten gleich einen Termin in der Handchirurgie.«

»Geil!« Triumphierend reckte Zoe die Faust.

»Komm, Allie. Noch mal.« Carter lenkte ihre Aufmerksamkeit zurück auf das Messer. »Du musst besser werden.«

Allie spannte die Kiefermuskeln an und ging in Angriffsstellung.

»Alles klar«, zischte sie grimmig. »Nächste Runde.«

Die Klinge schnellte auf ihren Bauch zu, sie sprang hastig zurück – zu hastig. Sie stolperte und landete unsanft rücklings auf der Matte.

Weiß glühende Wut schoss durch Allies Adern.

So geblendet war sie vor Zorn, dass sie Carter nur noch verschwommen wahrnahm. Sie sprang auf, stürmte auf ihn zu und holte zu einem tödlichen Kick gegen seine Kehle aus.

Im letzten Moment sprang Sylvain dazwischen und parierte ihren Tritt mit dem Arm. »Das reicht, Allie! Reiß dich zusammen.«

Allie warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. Dann fuhr sie sich erschöpft mit der Hand durchs schweißnasse Haar.

»Okay«, sagte sie matt. »Ihr könnt aufhören. Ich weiß, was ihr vorhabt. Aber es wird nicht funktionieren.«

»Wir machen das, um dir zu helfen«, sagte Nicole.

Allie war zu k.o., um Spielchen zu spielen, und warf ihr nur einen bohrenden Blick zu. »Du weißt genauso gut wie ich, dass das Bullshit ist. Können wir nicht wenigstens ehrlich sein? Raj hat euch angestiftet, stimmt’s? Weil er will, dass ich es mir anders überlege.«

Einige Sekunden lang herrschte Schweigen. »Ja, wir haben mit Raj darüber gesprochen«, sagte Sylvain dann vorsichtig. »Er dachte, es wäre am besten, wenn wir die erste Übungseinheit ohne Vorwarnung machen. Damit du lernst, ganz instinktiv zu reagieren.«

»Sylvain …« Allie war einfach sprachlos. Sie waren jetzt praktisch zusammen. Den Anhänger, den er ihr geschenkt hatte, hatte sie vor dem Training abgenommen und sorgfältig in ihrem Zimmer abgelegt, damit er keinen Schaden nahm. Sylvain hatte gesagt, dass er sie liebte. Und trotzdem ließ er sie so in die Falle tappen?

Sie fühlte sich hintergangen und verraten. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen.

»Ich kann nicht glauben, dass du mich …« Sie fand nicht die richtigen Worte. »Warum hast du nicht einfach mit mir geredet?«

»Hättest du auf mich gehört?«, fragte er zurück.

Allie ließ die Schultern hängen. »Du hättest es wenigstens versuchen können.«

Rachel, wie immer darauf bedacht, Streit zu vermeiden, trat dazwischen. »Sylvain hat versucht, andere Vorschläge zu machen, aber mein Dad meinte, es würde weniger bringen, wenn wir einzeln mit dir sprechen. Er wollte, dass du dir noch mal klarmachst, wie es ist, gegen Nathaniel zu kämpfen. Dass er unberechenbar ist. Wir waren zwar nicht sonderlich begeistert, aber …«

»… ihr habt’s trotzdem gemacht.« Plötzlich fühlte Allie sich total erledigt. Sie hatte keine Kraft mehr, sich zu streiten.

Muss ich ständig gegen alle und jeden kämpfen – sogar gegen meine Freunde?

Ihr Blick huschte hinüber zu Carter, der abseits von den anderen stand. Er hatte noch gar nichts gesagt und sah irgendwie bedrückt aus.

»Du hast dir nicht wirklich Zeit genommen nachzudenken, bevor du entschieden hast, mit zu dem Treffen zu gehen«, übernahm Sylvain wieder das Wort. »Raj wollte … dich wohl irgendwie schocken. Damit du verstehst, wie ernst die Sache ist.«

»Ihr denkt, ich wüsste nicht, dass es ernst ist? Glaubt mir, ich weiß genau, wie ernst es ist – nämlich todernst.«

Allie merkte, wie ihr Blut wieder hochkochte, doch sie riss sich zusammen. Wenn ihre engsten Freunde zu so extremen Mitteln griffen, um ihr etwas klarzumachen, dann musste da was dran sein, dann musste sie tatsächlich etwas falsch gemacht haben.

Schützend schlang sie die Arme um ihren Oberkörper und schaute in die ihr so vertrauten Gesichter. Jeder in diesem Raum war schon von Nathaniel oder Gabe verletzt worden, einige besonders schlimm. Nicole hatte Prügel eingesteckt und eine schwere Beinverletzung davongetragen. Carter hatten sie bewusstlos geschlagen und beinahe getötet. Rachel mit Schlägen und dem Messer gequält. Zoe zusammengeschlagen. Sylvain zusammengeschlagen.

Kein Wunder, wenn keiner von ihnen glücklich darüber war, dass Allie einfach zugestimmt hatte, ohne sie vorher nach ihrer Meinung zu fragen. Für die anderen musste es so aussehen, als hätte sie die Entscheidung aus dem hohlen Bauch getroffen. Als würde sie sie einfach so erneut dieser Gefahr aussetzen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und plötzlich war ihre Wut verraucht.

»Es tut mir leid«, sagte sie. Carters Kopf schnellte hoch, und ihre Augen trafen sich. …