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E.L James - „Fifty Shades of Grey – von Christian selbst erzählt“

ISBN: 9-78344-248-423-2

 

Klappentext:

Sehen Sie die Welt von Fifty Shades of Grey auf ganz neue Weise – durch die Augen von Christian Grey. Erzählt in Christians eigenen Worten, erfüllt mit seinen Gedanken, Vorstellungen und Träumen zeigt E L James die Liebesgeschichte, die Millionen von Lesern auf der ganzen Welt in Bann geschlagen hat, aus völlig neuer Perspektive. Christian Grey hat in seiner Welt alles perfekt unter Kontrolle. Sein Leben ist geordnet, diszipliniert und völlig leer – bis zu jenem Tag, als Anastasia Steele in sein Büro stürzt. Ihre Gestalt, ihre perfekten Gliedmaßen und ihr weich fallendes braunes Haar stellen sein Leben auf den Kopf. Er versucht, sie zu vergessen und wird stattdessen von einem Sturm der Gefühle erfasst, den er nicht begreift und dem er nicht widerstehen kann. Anders als all die Frauen, die er bisher kannte, scheint die schüchterne, weltfremde Ana direkt in sein Innerstes zu blicken – vorbei an dem erfolgreichen Geschäftsmann, vorbei an Christians luxuriösem Lebensstil und mitten in sein zutiefst verletztes Herz. Kann Christian mit Ana an seiner Seite die Schrecken seiner Kindheit überwinden, die ihn noch immer jede Nacht verfolgen? Oder werden seine dunklen Begierden, sein Zwang zur Kontrolle und der Selbsthass, der seine Seele erfüllt, diese junge Frau vertreiben und damit die zerbrechliche Hoffnung auf Erlösung zerstören, die sie ihm bietet?

 

Inhalt:

Anastasia Steele hat nicht wirklich eine Ahnung, auf was sie sich einlässt, als sie das Interview mit Christian Grey führt. Für Christian sind die Fragen von Anfang an nur lästig. Er stellt sich die kleine Ana in ganz anderen Situationen vor.

Es kommt, wie es kommen muss. Christian Grey sucht den weiteren Kontakt zu Miss Steele, die noch Jungfrau ist und nun plötzlich eine Sub sein soll. Christian will sie. Er will sie so sehr, dass er mit ihr jede Menge Premieren feiert. Seinen ersten Blümchensex zum Beispiel. Anastasia ist die einzigste Sub, neben der er jeh nachts geschlafen hat.

Anastasia möchte eine ganz normale Beziehung. Eine Sache, die sich Christian Grey nicht vorstellen kann. Und doch scheint bei Ana so viel mehr zu sein, als nur dieses förmlich unstillbare Verlangen.

Als Anastasia denn mutig wird, scheint das auch schon das Ende der Beziehung zu sein. Sie verlässt ihn. Und dabei stehen noch so viele ungeklärte Fragen im Raum.

 

Leseprobe:

Jacke und Weinflasche deponiere ich auf einem der Umzugskartons, gehe durch den schmalen Flur und stehe dann vor zwei Türen – hinter der einen verbirgt sich vermutlich das Badezimmer, deshalb klopfe ich an der anderen und trete nach kurzem Zögern ein. Ana sitzt an einem kleinen Schreibtisch und liest etwas – den Vertrag, wie es aussieht. Sie hat Kopfhörer im Ohr und trommelt mit den Fingern im Takt einer Musik, die ich nicht wahrnehmen kann. Einen Moment lang stehe ich reglos da und betrachte ihr konzentriertes Gesicht, ihr zu Zöpfen geflochtenes Haar, ihre Jogginghose. Vielleicht war sie ja ebenfalls laufen … vielleicht musste auch sie überschüssige Energie loswerden. Ein netter Gedanke. Ihr Zimmer ist klein und ordentlich, ein richtiges Mädchenzimmer – viele Weiß-, Creme- und sanfte Blautöne, getaucht ins weiche Licht der Nachttischlampe. Außerdem sieht es ziemlich karg aus, aber dann fällt mein Blick auf einen verschlossenen Umzugskarton. Anas Zimmer steht darauf. Wenigstens besitzt sie ein Doppelbett, das ein weißes Eisengestell hat. Ja. Das hat doch Potenzial.

Ana fährt zusammen, als sie mich bemerkt.

Ja, ganz genau. Ich bin wegen deiner Mail hergekommen.

Sie nimmt die Ohrstöpsel heraus. Blecherne Klänge füllen die Stille im Raum.

»Guten Abend, Anastasia.«

Ihre Augen weiten sich.

»Ich hatte das Gefühl, dass deine Mail eine persönliche Antwort erfordert«, sage ich, um einen neutralen Tonfall bemüht. Ihr Mund öffnet und schließt sich, doch kein Laut dringt hervor.

Miss Steele ist ausnahmsweise einmal sprachlos. Sehr schön. »Darf ich mich setzen?«

Sie nickt und sieht ungläubig zu, wie ich mich auf die Bettkante niederlasse.

»Ich hatte versucht, mir dein Schlafzimmer vorzustellen«, bemerke ich. Eigentlich bin ich nicht der Small-Talk-Typ, habe aber das Gefühl, etwas sagen zu müssen, um das Eis zu brechen. Sie lässt den Blick umherschweifen, als würde sie das Zimmer zum allerersten Mal sehen. »Hier drinnen ist es sehr ruhig und friedlich«, fahre ich fort, obwohl ich mich weder ruhig noch friedlich fühle. Ich will nur eines wissen: Wieso sie meinen Vorschlag ohne jede Diskussion vom Tisch gefegt hat.

»Wie …?«, haucht sie ungläubig.

»Ich bin noch im Heathman.« Sie weiß es doch.

»Möchtest du was trinken?«, sagt sie gepresst.

»Nein danke, Anastasia.« Sehr gut. Sie erinnert sich wieder an ihre Manieren. Trotzdem will ich gleich zur Sache kommen. »Dann war es alsoschön, mich kennengelernt zu haben?« Ich lege besondere Betonung auf das Wort, das mich am meisten kränkt.

Schön? Ach ja?

Sie starrt auf ihre Hände und tippt nervös mit den Fingern auf ihre Oberschenkel. »Ich dachte, du antwortest per Mail«, sagt sie kleinlaut.

»Kaust du absichtlich auf deiner Unterlippe herum?« Mir wird bewusst, dass meine Stimme streng klingt, strenger als gewollt.

»Das habe ich gar nicht gemerkt«, flüstert sie. Ihr Gesicht ist kreidebleich.

Wir sehen einander an.

Die Luft ist regelrecht elektrisch aufgeladen.

Spürst du es denn nicht, Ana? Diese Spannung? Die Anziehungskraft zwischen uns? Meine Atemzüge werden flach, als ich sehe, wie sich ihre Pupillen weiten. Ganz langsam strecke ich die Hand aus und löse behutsam einen ihrer Zöpfe. Wie gebannt starrt sie mich an. Dann ziehe ich das zweite Gummiband heraus.

»Du hast also Sport gemacht?« Ich lasse meinen Finger über ihre Ohrmuschel wandern, zupfe zärtlich an ihrem weichen Ohrläppchen, während ich mir ausmale, wie es wohl mit einem Brillantstecker aussehen würde. Ich frage sie, warum sie das Bedürfnis nach Bewegung hatte. Ihr Atem beschleunigt sich.

»Ich habe Zeit zum Nachdenken gebraucht«, antwortet sie.

»Worüber, Anastasia?«

»Über dich.«

»Und du bist zu dem Schluss gekommen, dass es schön war, mich kennengelernt zu haben? Meinst du das im biblischen Sinn?«

Ihre Wangen färben sich rosa. »Ich hätte nicht gedacht, dass du dich mit der Bibel auskennst.«

»Ich war in der Sonntagsschule, Anastasia. Da lernt man eine Menge.«

Den Katechismus. Schuld. Und dass Gott mich schon vor langer, langer Zeit im Stich gelassen hat.

»Meines Wissens ist in der Bibel nicht die Rede von Brustwarzenklemmen. Vielleicht hat man dich mit einer modernen Übersetzung unterrichtet.« Ein provozierendes Glitzern liegt in ihren Augen.

Oh, dieses freche Mundwerk!

»Ich hab mir gedacht, ich sollte herkommen und dich daran erinnern, wie schön es ist, mich zu kennen.« Die Herausforderung in meinem Tonfall ist unüberhörbar. Ihr bleibt der Mund offen stehen, doch ich streiche an ihrer Wange entlang und drücke ihr Kinn nach oben. »Was sagen Sie dazu, Miss Steele?«, frage ich leise.

Unvermittelt wirft sie sich auf mich.

Was soll das denn?

In letzter Sekunde gelingt es mir, ihre Arme zu fassen und nach hinten zu drehen. Ich werfe sie aufs Bett, umfasse mit einer Hand ihr Kinn, presse meinen Mund auf ihre Lippen und dränge meine Zunge dazwischen, während sie sich mir entgegenwölbt und meinen Kuss mit derselben Leidenschaft erwidert.

Oh, Ana. Was machst du nur mit mir?

Ich halte kurz inne und sehe sie an. Zeit für Plan B.

»Vertraust du mir?«, frage ich, als sich ihre Lider flatternd heben.

Sie nickt. Ich ziehe die Krawatte aus meiner Hosentasche, setze mich rittlings auf sie und binde ihr die Handgelenke zusammen, dann befestige ich das andere Ende der silbergrauen Krawatte am Bettpfosten. Sie windet sich unter mir, zerrt an den Fesseln, doch der Stoff gibt keinen Millimeter nach. »So ist’s besser.« Ich lächle. Jetzt habe ich sie genau dort, wo ich sie haben will. Und jetzt werde ich sie ausziehen.

Ich packe ihren rechten Fuß und löse die Schnürsenkel ihres Laufschuhs.

»Nein!« Sie versucht, mich wegzustoßen. Ich weiß genau, wovor sie Angst hat. Sie glaubt, der Schweißgeruch ihrer Füße könnte mich abschrecken.

O Süße!

»Wenn du dich wehrst, binde ich dir die Füße fest. Und wenn du einen Laut von dir gibst, kneble ich dich, Anastasia. Halte still. Katherine steht wahrscheinlich draußen und lauscht.«

Sie hört auf. Ich habe mich auf meinen Instinkt verlassen können. Sie macht sich tatsächlich Gedanken wegen ihrer Füße. Wann begreift sie endlich, dass all diese Dinge völlig irrelevant für mich sind?

Eilig ziehe ich ihr Schuhe, Socken und ihre Jogginghose aus, dann hebe ich sie hoch und ziehe Quilt und Bettdecke weg, sodass sie auf dem Laken liegt. Was ich mit ihr vorhabe, wird nicht ohne Sauerei über die Bühne gehen.

Hör endlich auf, auf deiner verdammten Unterlippe herumzukauen.

Mit dem Finger streiche ich über ihren Mund als Warnung. Sie schürzt die Lippen und erwidert mein Lächeln. Was für ein bildschönes, sinnliches Geschöpf.

Unter ihrem forschenden Blick ziehe ich ebenfalls Schuhe und Socken aus, dann löse ich den obersten Knopf meiner Hose und streife mein Hemd ab.

»Ich glaube, du hast schon zu viel gesehen.« Ich will die Spannung aufrechterhalten. Sie soll nicht wissen, was als Nächstes kommt. Das wird ein Fest für die Sinne werden. Bislang habe ich ihr nie eine Augenbinde umgelegt, folglich zählt das, was ich gleich mit ihr machen werde, gewissermaßen zu ihrer Ausbildung. Vorausgesetzt, sie lässt sich darauf ein …

Wieder setze ich mich rittlings auf sie und ziehe ihr T-Shirt so weit hoch, dass es ihre Augen bedeckt.

Sie sieht absolut hinreißend aus. Gefesselt und hilflos vor mir ausgestreckt. »Hm. Es wird immer besser. Ich hole etwas zu trinken«, flüstere ich und küsse sie. Ich höre ein leises Japsen, als ich vom Bett steige und das Zimmer verlasse. Draußen auf dem Flur steht noch die Flasche Chardonnay.

Miss Kavanagh, die im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzt und kurz ihre Lektüre unterbricht, reißt die Augen auf. Sag bloß nicht, du hast noch nie einen Typ ohne Hemd gesehen. In tausend Jahren nicht. »Wo finde ich einen Korkenzieher, Eiswürfel und Gläser, Kate?«, frage ich, ohne ihre geschockte Miene zu beachten.

»Äh. In der Küche. Ich gehe schon. Wo ist Ana?«

Ah, sie macht sich also doch Sorgen um ihre Freundin. Gut.

»Im Moment ist sie nicht abkömmlich, aber sie hätte gern etwas zu trinken.«

»Oh. Verstehe.«

Ich folge Kate in die Küche. Sämtliche Gläser stehen auf der Arbeitsplatte, vermutlich müssen sie für den Umzug eingepackt werden. Sie reicht mir einen Korkenzieher, dann nimmt sie einen Eiswürfelbehälter aus dem Kühlschrank und bricht ein paar Eiswürfel heraus.

»Wir müssen noch packen. Sie wissen, dass Elliot uns beim Umzug hilft, oder?« Unüberhörbar ist die Kritik in ihrer Stimme.

»Tatsächlich?«, frage ich desinteressiert und mache den Wein auf. »Geben Sie das Eis einfach in die Gläser. Chardonnay. Mit Eis ist er genießbarer.«

»Ich hätte Sie eher für einen Rotweintrinker gehalten«, sagt sie, während ich den Wein einschenke. »Wollen Sie Ana nicht auch beim Umzug helfen?« Ihre Augen blitzen. Sie will mich aus der Reserve locken.

Bring sie dazu, dass sie die Klappe hält, Grey.

»Nein. Ich kann nicht«, antworte ich knapp. Dass sie mir ein schlechtes Gewissen bereiten will, nervt mich. Trotzig presst sie die Lippen aufeinander, verlässt aber schließlich die Küche, sorgsam darauf bedacht, dass mir ihr Unmut nicht entgeht.

Verpiss dich, Kavanagh.

Ich werde den beiden nicht beim Umzug helfen. So funktioniert die Beziehung zwischen mir und Ana nicht. Außerdem habe ich keine Zeit dafür.

Ich kehre in Anas Zimmer zurück und schließe die Tür. Meine Laune hebt sich schlagartig, als ich die wunderbare Ana Steele, atemlos und voller Erwartung, auf dem Bett liegen sehe. Ich stelle die Gläser auf dem Nachttisch ab, ziehe die Kondome aus der Tasche und lege sie daneben, dann ziehe ich meine Hose und meine Unterwäsche aus.

Ich nippe an dem Wein, der zu meinem Erstaunen gar nicht so übel schmeckt, und betrachte Ana. Bislang hat sie kein Wort gesagt. Ihr Gesicht ist mir zugewandt, ihre Lippen beben. Ich nehme eines der Gläser und setze mich rittlings auf sie. »Hast du Durst, Anastasia?«

»Ja«, wispert sie.

Ich nehme einen Schluck, beuge mich vor und küsse sie, wobei ich den Wein in ihren Mund rieseln lasse. Sie schluckt. Ein wohliger Laut dringt aus den Tiefen ihrer Kehle.