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James Patterson - „Rosenrot Mausetot“

ISBN: 9-783-40415-173-8

 

Klappentext:

Alex Cross ist wieder im Einsatz. Der knallharte Ermittler Alex Cross jagt den cleversten Killer seiner Laufbahn - einen Psychopathen mit Vorliebe für brutale Raubmorde, die Washington D.C. und Umgebung in Atem halten. Das "Superhirn" hält, was sein Name verspricht und die Zeit wird knapp für Alex Cross ...

 

Inhalt:

Alex Cross kämpft in diesem Band an drei verschiedenen Fronten. Zum Einen ist er noch immer ein Polizist mit Haut und Haaren und muss eine Serie von Banküberfällen aufklären. Es ist irgendwie immer die selbe Handschrift, es sind aber immer wieder verschiedene Täter. Da muss ein einziger genialer Kopf dahinter stecken. Und der entledigt sich seiner „Gehilfen“ auch noch auf nicht gerade elegante Weise. So kommt zum Bankraub auch noch Mord.

Die Probleme mit seiner Verlobten Christine werden auch immer größer, statt kleiner. Die Entführung aus dem voran gegangen Band steckt ihr noch immer im Leib und sie kann sich auf Alex einfach nicht mehr unvoreingenommen einlassen.

Und dann wird zu allem Überfluss die Tochter von Alex krank. Sie erleidet epileptische Anfälle, wird ins Krankenhaus eingeliefert und muss operiert werden.

Alex hat hart zu kämpfen, will er die Ermittlungen voran treiben und ans Ziel bringen, aber auch für seine Familie da sein.

 

Leseprobe:

… Das Superhirn beobachtete die drei Kerle aus New York, die außerhalb der Scheinwerfer saßen. Jeder sah wie Otto Normalverbraucher aus. In Wahrheit bildeten sie die gefährlichste aller Mannschaften, die er für die Banküberfälle eingesetzt hatte. Sie waren genau das, was er für den nächsten Test brauchte.

»Also, was soll das hier? Sollen wir Ihnen vorsingen?«, fragte

Macdougall. Er trug ein schwarzes Seidenhemd, schwarze Hosen und schwarze Schuhe. Das Haar hatte er straff nach hinten gekämmt. Außerdem hatte er einen Spitzbart.

»Vorsingen? Nein, keineswegs. Der Job gehört Ihnen, wenn Sie wollen. Ich kenne Ihre Arbeitsweise. Ich weiß alles über Sie. Ich kenne Ihre bisherigen Ergebnisse.«

Macdougall starrte in die grellen Lichter vor ihm, als könne er durch sie hindurchblicken. »Für so eine Absprache muss man dem Partner ins Gesicht sehen«, erklärte er knallhart. »Nur so erledigen wir den Job.«

Das Superhirn stand abrupt auf. Er war wütend, wie vom Donner gerührt. Die Beine seines Stuhls scharrten über den Boden. »Das ist unmöglich. Darüber waren Sie von Anfang an informiert. Die Besprechung ist beendet!«

Betroffenes Schweigen breitete sich aus. Macdougall schaute zu Stringer und Shaw hinüber. Dann kratzte er sich mehrmals am Bart. Unvermittelt lachte er auf. »Ich habe Sie bloß auf die Probe gestellt, Partner. Ich schätze, wir überleben es, dass wir Ihr Gesicht nicht sehen – wenn Sie unseren Lohn dabeihaben.« »Ich habe das Geld, Gentlemen. Fünfzigtausend Dollar. Nur für dieses Gespräch mit mir. Ich halte immer meine Versprechen.«

»Und wir können mit dem Geld verschwinden, wenn uns Ihr Plan für den Job nicht gefällt?«

Jetzt war die Reihe am Superhirn, zu lächeln. »Der Plan wird Ihnen gefallen«, sagte er. »Besonders der Teil, bei dem es um Ihren Anteil geht – fünfzehn Millionen Dollar.«

 

Hat er fünfzehn Millionen gesagt?«

»Genau das hat der Knilch gesagt. Was, zum Teufel, sollen wir ausrauben?«

Vincent O’Malley und Jimmy Crews waren an diesem Tag nicht zur Arbeit erschienen. Sie warteten in einem Toyota Camry und einem Honda Acura und waren per Funk miteinander verbunden. Ihre Autos parkten auf gegenüberliegenden Seiten des Holiday Inn in Washington. Sie warteten, dass das Superhirn hier draußen auftauchte; dann wollten sie ihm folgen und herausfinden, wer er wirklich war.

O’Malley und Crews hörten die Besprechung mit, die ihre Partner mit dem Superhirn führten, denn Brian Mac-dougall war verdrahtet. Sie hörten, wie von fünfzehn Millionen gesprochen wurde und fragten sich, um welch verfluchten Job es sich handeln könne. Der Typ, der sich Superhirn nannte, war wirklich eine seltsame Nummer. Er redete … nein, eigentlich hielt er einen Vortrag, als wäre dieser wahnwitzige Auftrag ein Spaziergang im Park. Sechs bis acht Stunden Arbeit, dreißig Millionen, die geteilt werden mussten. Am beeindruckendsten war, dass der Bursche sämtliche knallharten Fragen Macdougalls locker beantwortete.

O’Malley funkte Crews im anderen Wagen an. »Hörst du diesen Scheiß, Jimmy? Kannst du das fassen?«

»Er hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich würde jetzt für mein Leben gern den dämlichen Ausdruck auf Macdougalls Gesicht sehen. Dieses Arschloch hat ihn voll im Griff. Hört sich an, als wüsste er alles über Brian. He, ich glaube, die Besprechung ist gleich zu Ende.«

O’Malley und Crews schwiegen die nächsten paar Minuten. Dann meldete sich O’Malley. »Er ist vor dem Hotel. Ich sehe ihn, Jimmy. Er ist zu Fuß. Jetzt geht er die Sechzehnte Straße nach Süden runter. Scheint sich keine Sorgen zu machen, dass ihm jemand folgt. Ich bin an ihm dran.«

»Vielleicht ist er doch nicht superintelligent«, meinte Crews. O’Malley lachte. »Scheiße. Ich hatte gehofft, dass er so intelligent ist.«

»Ich fahre parallel die Vierzehnte runter«, sagte Crews. »Wie sieht er aus? Was hat er an?«

»Ein großer Kerl. Weißer. Knapp zwei Meter. Bart … vielleicht ein falscher. Langes Haar. Ziemlich unauffällige Klamotten. Dunkle Sportjacke und Hose, blaues Hemd … Er legt ein ganz schönes Tempo vor. Jetzt joggt er los. Verlässt die Hauptstraße und rennt zurück über einen Hof. Verfluchte Kiste, der Hurensohn ist schnell! Los geht’s, Jimmy!«

Vincent O’Malley sprang aus dem Wagen und folgte dem Superhirn. Er hielt sich dicht bei den Ahornbäumen und Eichen, die die meisten Wohnblocks an der Straße säumten. Dabei erstattete er Crews Bericht. »Er läuft in den Wald beim Shepherd Park. Der Hurensohn will uns entwischen. Stell dir das vor!«

O’Malley verfolgte das Superhirn, so gut es ging, konnte aber nicht Schritt halten. Der Kerl war ein verdammter Langstreckenläufer. Er sah zwar nicht so aus, aber er war schnell und ausdauernd. Schließlich verlor O’Malley ihn. »Jetzt ist er weg! Verfluchte Scheiße! Er ist mir entwischt, Jimmy. Ich sehe ihn nirgends. Das ist gar nicht gut.«

Crews entdeckte ihn. »Ich sehe den Burschen! Ich bin auch zu Fuß. Der Penner rennt wie ein Taschendieb mit meinem Portemonnaie.« »Kannst du an ihm dranbleiben?«

»Ich hoffe. Mal sehen. Für fünfzehn Millionen Dollar bleibich bis zum Arsch der Welt an ihm dran.«

Schließlich tauchte das Superhirn aus dem Wald auf und lief in eine Seitenstraße mit Backsteinbauten. Crews keuchte, als er ins Mikrofon sprach. »Gott sei Dank, dass ich jeden Tag jogge. Der Typ aber wohl auch. Jetzt läuft er auf dem Morningside Drive … Verdammt, jetzt rennt er wieder in den Scheißwald … wird schneller. Der Wichser trainiert wohl auf der Bergstraße durch die Appalachen.«

Es kam zu einem unglaublichen Katz-und-Maus-Spiel. Obwohl O’Malley und Crews gute Läufer waren, verloren sie ihre Beute während der nächsten zwanzig Minuten noch zweimal. Sie waren jetzt meilenweit vom Holiday Inn entfernt, irgendwo südlich vom Walter-Reed-Armeekrankenhaus.

Dann entdeckte Crews ihn auf einer schmalen Straße, die Powhaten Place hieß. Das Superhirn bog plötzlich ab, anscheinend in irgendeinen Hinterhof. Crews folgte. Dann sah er ein Metallschild und konnte kaum fassen, was darauf stand.

Crews berichtete alles O’Malley. Dann sprach er mit Brian Macdougall, der sich ebenfalls an der fröhlichen Schnitzeljagd beteiligt hatte.

Crews konnte die Ironie nicht aus der Stimme verbannen. »Ich weiß, wo der Kerl ist, Kumpels. Das haltet ihr im Kopf nicht aus – der Typ steckt im Irrenhaus! Der Arsch ist auf dem Gelände von ‘ner psychiatrischen Klinik, die Hazelwood heißt. Und jetzt habe ich ihn wieder verloren!« …