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Leo Aldan - „Agarax – Der Hexenfluch“

ISBN: 9-783-739-63488-3

 

Klappentext:

Was wäre, wenn dein Großvater im Alter von 28 Jahren verstarb ... Was wäre, wenn auch dein Vater mit 28 gestorben ist ... Was wäre, wenn du selbst bald so alt würdest? Aus Angst, dass es auch ihn erwischt, fährt Jeff mit seinem kleinen Auto in den Semesterferien zu seinem Geburtsort. In dem abgelegenen Kaff in den Bergen von West Virginia, wo der Aberglaube blüht, will er die Todesursachen seiner Ahnen erforschen. Dort trifft er die hübsche Nicole, die versucht, einen Stalker abzuschütteln und nach Hinweisen auf ihre kürzlich spurlos verschwundene Mutter sucht. Dann schlägt ein Mörder bestialisch zu. Zunächst vermutet man die Tat eines Irren, doch als Jeff tief in die Vergangenheit seiner Familie vordringt, stößt er auf ein grausiges Geheimnis ... Agarax - Der Hexenfluch: mysteriös, spannend und immer wieder ein bisschen schräg.

 

Inhalt:

Es geht um einen Studenten namens Justinian. Er wird "Justy" genannt und kommt nach Pine Dale zurück, um etwas aufzuklären. Sein Großvater und sein Vater sind mit 28 Jahren verstorben. Nun wird auch er demnächst 28 und hat eigentlich nicht vor, so früh zu sterben.

In Pine Dale, seinem Geburtsort, hat sich einiges verändert. Die Freunde von damals sind sich nicht mehr wirklich gründ und dann gehen die seltsam grausamen Morde los...

Justy forscht über seine Familie und die Mordopfer in den Büchern des Pfarrers. Doch das macht ihn für die Bevölkerung des Ortes zum Tatverdächtigen Nr. 1.

Justy stößt indes auf einen uralten Hexenfluch, aus der Zeit der Hexenverfolgung. Alle Ahnen, der damals beteiligten, sterben in einem bestimmten Alter. Und alle dieses Ahnen sind die Opfer der aktuell laufenden Mordserie.

Justy versucht Jeff, einen Freund und auch Opfer des Fluchs, zu warnen. Doch Jeff lacht ihn nur aus und macht sich lediglich Sorgen wegen der finanziellen Einbußen durch die Morde.

Justy und Nicki dringen bei gemeinsamen Nachforschungen in eine mehr als seltsame Höhlenwelt vor. Eine Welt in der Hexen leben. Den Agarax-Fluch aufrecht erhalten und seinen Verlauf überwachen. - Justy und Nicole werden in einen Kampf verwickelt. Oder träumen sie alles nur?

 

Leseprobe:

… Nicole zog den Kopf zwischen die Schultern. Gerade noch hatte Justys Kopf in ihrem Schoß gelegen und jetzt saß sie hier in diesem fensterlosen Raum auf einem steinernen Hocker. Jeff hatte wohl recht gehabt, als er vermutete, dass diese Leute ein betäubendes Gas einsetzten.

»Du hast einem Mann unseren geheimen Eingang verraten!«, sagte die Alte in anklagendem Tonfall.

Nicole verstand die Worte, aber irgendwie ergaben sie keinen Sinn. Sie fuhr sich mit dem Handrücken über die Augen. »Wer seid ihr überhaupt? Was wollt ihr von mir?«

»Wir stellen hier die Fragen!«, bellte eine mit dem Gesicht einer Bulldogge und den Schultern eines Kriegers. Mit ihrer Augenklappe sah sie furchterregend aus.

Aber so schnell ließ sich Nicole nicht einschüchtern. »Was gibt euch das Recht, uns einzusperren?«

Die Doggengesichtige plusterte sich auf, doch eine mütterlich wirkende Frau mit zerzausten Haaren und einem über und über mit Flicken besetztem Kleid hob beschwichtigend die Hand. »Langsam, Zypidexa!«, sagte sie zu der anderen und schaute dann aus wässrigen Augen prüfend auf Nicole. »Sie ist unwissend.«

»Das kann nicht sein!« Eine Hagere mit Brandblasen im Gesicht beugte sich vor und blickte Nicole beschwörend an. »Takabaan«, raunte sie.

Nicole war sich nun ganz sicher, eine Schar Verrückter vor sich zu haben. Und alle hatten grüne Augen - oder grün gefärbte Kontaktlinsen als Zeichen ihrer Sekte. Sollte sie einfach aufspringen und losrennen? Aber wohin? Und wo war Justy?

Ihre Gedanken waren wohl in ihr Gesicht geschrieben, denn die Alte in der Mitte schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, dass Nicole zusammenzuckte. »Das ist ja ungeheuerlich! Sie kennt noch nicht einmal ihre Gilde!« Sie schnipste mit dem Finger und zwei etwa sechsjährige Mädchen eilten zum steinernen Türbogen herein. Die Haare der einen wehten rot wie lodernde Flammen hinter ihr her und das runde Gesichtchen der anderen schaute unter einer wippenden Mähne blonder Locken hervor. Vor der Alten machten sie einen Knicks »Walklyra?«, sagten sie wie aus einem Mund.

»Holt Margret her!«

Nicole fuhr ein Stich durchs Herz. Etwa ihre Mutter? Was hatten sie mit ihr gemacht? Ihr Herz pochte im Stakkato gegen ihre Rippen. Aber wenn Kinder statt Wachen geschickt wurden, konnte es nicht so schlimm sein. Sie starrte nervös zum Eingang. Eilige Schritte näherten sich. Dann sah sie ihre Mutter mit wehendem Kleid hereinfliegen, die kleinen Mädchen sprangen kichernd hinter ihr her. Nicole fuhr von ihrem Sitz hoch. »Mama!« Sie vergaß alles um sich herum. So lange hatte sie gerätselt, gesucht, gebangt und nun war sie endlich am Ziel.

Aber die Umarmung ihrer Mutter wirkte kühl und steif, ihr Gesicht steinern. »Warum kannst du nie gehorchen?!«

Nicole erstarrte. »Du bist absichtlich ...« Sie spürte Wut in sich hochsteigen.

»Setzt euch!«, befahl Walklyra mit schneidender Stimme. Sie schwenkte den Arm und aus dem Nichts entstand ein zweiter Hocker. »Alle beide!«

Nicole starrte auf das Möbel. »Wie hat sie das gemacht?«

Margret nahm ihre Tochter an der Hand. »Magie.«

Nicole blieb wie angewurzelt stehen. »Was?!«

»Man lässt die ehrwürdige Obristin nicht warten, Kind!«

»Mama! Wer sind die?«

»Hexen, Nikki. Unsere Gilde, unsere wahre Familie.«

Nicole ließ sich verwirrt auf ihren Sitz nieder. »Und du hast mir nie davon erzählt?«

Walklyra unterbrach die Unterhaltung und streckte ihren knochigen Finger gegen Margret. »Du hast versagt!«

Die zuckte zusammen. »Ich wollte, dass sie die Chance auf ein normales Leben hat. Wenigstens so lange, bis ...«

»Es war deine Aufgabe, sie vorzubereiten!«

»Sie ist doch nur ein Kind.«

»Mama, ich bin kein Säugling mehr!«

»Richtig!« Zypidexa bekam einen roten Kopf und ihre Muskeln spannten sich. »Dumme und Ignorante können wir nicht schützen!«

Dumm und ignorant, was?! Nicole warf der Frau einen wütenden Blick zu. »Von wegen beschützen! Eingesperrt habt ihr uns! Ich verlange, dass ihr uns augenblicklich freilasst!«

Die schwarzgekleidete Obristin erhob sich. Eine Aura der Autorität umgab sie und der Ausdruck in ihrem faltigen Gesicht forderte absoluten Gehorsam: »Sie und der Mann bleiben hier!«

Dann deutete sie auf Margret. »Und du, Schwester, kläre endlich deine Tochter auf! Aber für dein Versagen bist du degradiert - zur Küchenhilfe.«

Nicole sprang auf. »Seid ihr hier alle irrsinnig?! Wie könnt ihr uns einfach so herumkommandieren und festhalten?«

Die Alte schob ihren Kopf vor wie ein Adler. Ihre Augen blitzten. »Es ist besser, du gehorchst, denn du hast uns alle der Vernichtung preisgegeben. Du hast ein Unheil heraufbeschworen, gegen das wir machtlos sind!« …