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Daniela Katzenberger - „Katze küsst Kater“

ISBN: 9-783-404-6075-56

 

Klappentext:

Daniela Katzenberger macht sich auf die Suche nach dem richtigen Kater fürs Leben. Doch wo lernt man den kennen, wie stellt man fest, ob es auch der Richtige ist, und wie übersteht man den ersten Streit? Daniela plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt, wie sie sich aufs erste Date vorbereitet, was zu einer glücklichen Beziehung dazugehört und was passiert, wenn sie ihren neuen Freund ihren Eltern vorstellt. Die Kultblondine spart nicht mit persönlichen Anekdoten, gibt viele Tipps und lässt auch den Leser mitmachen. Ein Buch über die Katze in allen Liebeslagen.

 

Inhalt:

In dem Buch beschreibt Frau Katzenberger höchstpersönlich, ihre Strategie, wenn es darum geht, sich einen Traumprinzen zu angeln. Praktische Tipps für Handtasche und Outfit sind genau so enthalten, wie Ratgeber zum richtigen Flirten und dem angemessenen Verhalten danach.

Ungewohnt vernünftig kommt sie daher, als es um das Thema Sicherheit geht. Sowohl Safersex, als auch ganz praktische Sachen, wie No Go`s fürs erste Date.

Ein amüsanter Ratgeber für alle...

 

Leseprobe:

… Anzugträger sind sowieso nicht mein Fall. Das kommt, glaube ich, daher, dass ich aufgrund meiner Vergangenheit Anzüge immer mit eher Unerfreulichem in Verbindung bringe. In meiner Familie wurde der Anzug nicht gerade als Arbeitskleidung getragen. Die Männer bei uns zu Hause waren mehr handwerklich tätig, als dass sie im Zweireiher zum Geldverdienen gingen. Die standen also eher an der Werkbank als in der Volksbank. Der gute Anzug wurde darum nur zu ganz besonderen Gelegenheiten rausgeholt wie Beerdigungen, Elternsprechtage oder den Kirchgang – also alles Dinge, die einem Kind nicht gerade den größten Spaß machen. Anscheinend hat mein Gehirn da einen Zusammenhang hergestellt, den ich bis heute mit Anzügen verbinde.

Mir ist es am liebsten, wenn ein Mann einen Pullover trägt, und zwar nicht mit V-Ausschnitt, sondern mit Rundhals. Und dann nichts drunter. Das gefällt mir. Im Sommer, bei über 25 Grad, darf es auch ein T-Shirt sein. Damit liegt er eigentlich immer richtig.

Bei den Schuhen wird es schon schwieriger. Das Einfache zuerst: Sauber müssen sie sein und gepflegt. Keine abgerissenen Schnürsenkel, keine schiefgelaufenen Absätze. Abgewetzte Jeans sehen zwar gut aus, abgewetzte Schuhe aber nicht. Ein schöner schwarzer Schnürschuh mit schwarzen Strümpfen (bitte, bitte keine Füßlinge!) kommt immer gut. Nun gut, Schnürschuhe passen vielleicht nicht so gut zum T-Shirt, zum Pulli aber wiederum perfekt. Turnschuhe sind so ein Grenzfall, da kommt es wirklich auf den Typ an. Einigen Jungs stehen die Sportdinger unheimlich gut, andere sehen damit einfach nur verkleidet aus. Hat eben immer ein bisschen von so einem Skater-Boy. Wer’s mag ...

Der erste Auftritt eines Mannes, der auch gleichzeitig sein letzter – zumindest in meinem Leben – ist, sieht so aus: Er trägt einen Schal, womöglich noch in so einer merkwürdigen Jogi-Löw-Gedenk-Schlingtechnik, so einmal als Halbes um den Hals und dann in die andere Richtung wieder raus. Innerlich fange ich dann gleich an zu singen: »Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehn ...«

Mann und Schal, das ist wie Fisch und Fahrrad, Sahnetorte und Topmodel oder ich und Abitur – es passt einfach nicht.

Die einzige Ausnahme ist Johannes Heesters (Gott hab ihn selig). Der sah ohne seinen weißen Seidenschal fast nackt aus. Da fehlte einfach was. Der konnte dieses eigentlich unnütze Kleidungsstück aber auch mit Klasse tragen. Das sah elegant aus, ja richtig weltmännisch. Das ist aber auch der einzige Mann, der mir mit Schal gefallen hat.

Im Übrigen: Schon mal ’nen richtigen Kerl frieren sehen? Unser Held zieht sich selbst im Schneesturm seinen Pulli aus, um uns damit zu wärmen. Memmen frieren, aber nicht der Mann meines Herzens. Wenn es kalt ist, pustet sich mein Traummann in die Hände, hüpft ab minus zwanzig Grad meinetwegen von einem Bein aufs andere und macht sich warme Gedanken, aber er zieht auf gar keinen Fall eine Mütze über.

Oder hat er einen Bad-Hair-Day? Dafür hätte ich ja noch ein gewisses Verständnis ... – obwohl, nein, das ist eine Frauendomäne und sollte auch eine bleiben. Männer haben keine Frisuren. Männer haben Haare, die kurz oder ganz kurz getragen werden. Was soll denn da bitte nicht sitzen? Männer brauchen auch keine Spülung, keinen Festiger und schon gar keine Bürste. Nasses Haar schütteln, einmal mit den Fingern durch, fertig.

Männer müssen über Haare auch nicht viel wissen. Sie brauchen zum Beispiel keine Ahnung davon zu haben, wie man Haare flechtet. Wozu auch, wenn sie nicht gerade eine Ausbildung zum Friseur machen?

Obwohl, ich hatte mal einen Freund, der hat mir doch tatsächlich manchmal einen Zopf geflochten. Und zwar gar nicht so schlecht. Es hat mich echt gewundert, woher der das so gut konnte. Es gibt ja sogar Frauen, die da Schwierigkeiten haben, weil ein schöner Zopf schon etwas Übung braucht. Irgendwann bin ich dann dahintergekommen, woher der Kerl das hatte. Er war nämlich Reiter und hat sogar mal einen Gaul besessen. Und wenn Pferde an einem Wettbewerb teilnehmen, wird denen die Mähne geflochten – in so ganz viele kleine Zöpfe. Daher konnte er das also so gut! Der Junge blieb aber die einzige Ausnahme, ich habe danach nie wieder jemanden getroffen, der das konnte. Wenn Männer alles könnten, wären sie mir auch nicht ganz geheuer.

Wo wir gerade bei Haaren sind: Ein unerfreuliches, aber leider immer wiederkehrendes Thema sind Haare auf dem Rücken. Hilfe! Wozu bitte schön, sollen die eigentlich gut sein? Ich will mich doch nicht daran festhalten. Am Zopf einer Frau ziehen, während man gerade leidenschaftlichen Sex hat, ist das eine. Aber an den Rückenhaaren beim Kerl? Nein danke, das finde ich gar nicht sexy. Da kommt bei mir sofort die Kosmetikerin zum Vorschein. Im Geiste rühre ich schon den warmen Wachs an, um den Mann hinten haarfrei zu machen. Also wirklich, bitte sofort einen Termin zum Entwachsen! Haare auf der Brust sind ja noch gut und schön. Aber ein komplett bewachsener Rücken? Wirklich nicht! Und ja, ich weiß, dass Wachsen weh tut, aber dieses Opfer sollten echte Kerle bringen, wenn der Sex mit uns kein One-Night-Stand bleiben soll.

Was mir wiederum überhaupt nicht gefällt, ist, wenn Männer sich die Beine rasieren. Wenn er nicht nachweislich Tour-de-France-Fahrer oder Olympia-Schwimmer ist, ist das doch schrecklich. Bei Frauen ist das was anderes, aber bei Männern sind Haare an den Beinen doch toll – eben männlich!

Was mich bei einem Mann sonst noch in die Flucht schlägt, sind Ohrringe. Und was auch so gar nicht geht, man aber auch nicht auf den ersten Blick sieht, weil sie doch meistens an nicht öffentlich sichtbaren Körperteilen angebracht sind, sind Piercings. Teenies lassen sich an den merkwürdigsten Stellen Löcher machen, wo sie dann Ringe, Ketten oder was auch immer durchziehen. Teenies haben Piercings, Männer haben keine Piercings.

Ich hatte mal was mit einem, dem steckte so ein Ding im Bauchnabel. Ich dachte, ich gucke bzw. fühle nicht richtig, und habe mir im ersten Moment schon Sorgen gemacht, dass der einen Bauchnabelbruch hat, ganz ohne Scherz. Da liegt ein erwachsener Mann neben einem, und auf einmal hat man so einen Knubbel in der Hand. Das war schon komisch.

Ein anderer meiner Verflossenen hatte sich auch ein Piercing stechen lassen, und zwar durch die rechte Brustwarze. Das musste er aber ganz schnell rausnehmen, als er es mit mir zu tun bekam. So ein Nippel-Ding ist doch einfach nur pubertär. Das hat er auch ohne Widerworte gemacht. Da war er ganz pragmatisch und meinte dazu: »Das kann ich mir ja wieder neu stechen lassen, wenn du weg bist.« Wo er recht hat, hat er recht. Vielleicht hat er sich das zwischenzeitlich zugeheilte Brustloch schon wieder erneuern lassen.

Tattoos sind im Gegensatz zu Piercings ganz in Ordnung, aber wehe, da steht irgendwo ein Frauenname. Wie kann man nur so blöd sein, eine Liebschaft für immer und ewig in seine Haut einritzen zu lassen? Stellt euch jetzt einfach mal vor, ihr liegt im Bett mit eurem neuen Freund und kuschelt euch von der Halspartie abwärts: vorbei an Sabine auf der Brust, dann trefft ihr Katja am Bauchnabel und Cindy in der Hüftgegend. Von der Leiste strahlt euch noch Sarah entgegen, wobei ihr dann endgültig die Lust verliert und im Wegdrehen noch einen Blick auf Simone auf dem Schulterblatt werfen dürft. Noch Fragen?

Bei einem einzigen Frauennamen, den sich mein Liebster für immer und ewig unter die Haut hat setzen lassen, werde ich schwach – dem Namen seiner Mutter. Der darf stehen, wo und so groß er will, das ist einfach süß. Die Mama ist doch die einzige Frau, die ein Mann immer schätzen, ehren und lieben wird – und niemals betrügen. Mama ist heilig, Mama ist die Beste. Und gleich danach sollten wir kommen. ...