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Daniela Katzenberger - „Sei schlau, stell dich dumm“

ISBN: 9-783-404-60669-6

 

Klappentext:

Der Spiegel spricht von der "blondesten Medienkarriere des Jahres", für die Bunte ist sie Deutschlands neues Phänomen. Wer ist diese Frau, die rundum für Aufsehen sorgt? Wasserstoffblondierte Kunsthaarmähne, cappuccinofarbene Studiobräune und Doppel-D-Silikon-Busen. An "der Katze" scheint wenig echt zu sein, trotzdem kommt sie bestechend authentisch und ehrlich rüber. Ihre Sprüche sind legendär und wenn sie redet, trägt sie das Herz auf der Zunge. Offenherzig und unbeschwert wandelt die Katze durchs Leben - kaum zu glauben, dass in ihrem Leben schon viel Mist passiert ist. Davon erzählt sie hier zum ersten Mal. Und davon, wie sie es trotzdem geschafft hat, die zu werden, die sie ist.

 

Inhalt:

In dem ersten Buch von Daniela Katzenberger geht es im Grunde genommen nur um sie selber. Sie erzählt quasi ihre Lebensgeschichte. Angefangen damit, dass sie nicht geplant war, aber geliebt wurde. Sie hält nicht hinterm Berg damit, was sie an ihrer Kindheit nicht so toll fand und auch damit nicht, dass auch sie ein ganz normales und naives Kind war.

Frau Katzenberger geht ehrlich mit ihrem Leben um und berichtet, wie sie alles so erlebt hat.

 

Leseprobe:

… Die Frau an sich lässt sich ja gern verarschen. Von wegen, der Busen wächst durch Malzbier oder die Anti-Baby-Pille. Ich habe alles probiert, nix hat geholfen. Da hilft nämlich nur das Skalpell. Doll finde ich auch immer dieses Riesenangebot an Cellulite-Cremes. Was die Frauen da reiben, klopfen und massieren. Ergebnis? Keine einzige Delle weniger. Nee, Wundercremes gibt es nicht – leider! Glatte Beine bedeuten einfach harte Arbeit. Genauso verhält es sich mit meinem Gesicht, denn wenn ich ehrlich bin: Um überhaupt ansatzweise vorzeigbar zu sein, habe ich mindestens eine Stunde vorm Spiegel gesessen. Und da rede ich von Alltags- und nicht von Roter-Teppich-Tauglichkeit.

Ich könnte mich jedes Mal totlachen, wenn einige Damen in aller Öffentlichkeit behaupten, sie hätten nur fünfzehn Minuten gebraucht, um sich hübsch zu machen – duschen, Haare bürsten, bisserl Mascara und fertig. Was für ein Märchen! Wenn ich morgens um acht Uhr einen Termin habe, dann klingelt spätestens um 5:30 Uhr der Wecker. Und das sicher nicht, weil ich ausgiebig frühstücke. Der schlimmste Zeitfresser meiner Morgentoilette ist die Trockenzeit. Ja, ja, ja   die ganz Witzigen denken jetzt wieder, dass ich à la blöder Blondinenwitz im Badezimmer auf und ab laufe (»Wash und Go«), um trocken zu werden. Ha, ha, ha … (Nicht vergessen, ich bin ja von Natur aus gar nicht blond, also auch nicht blöd!)

Nein, das Make-up dauert schon fast eine Stunde, weil ich zwischendurch immer wieder warten muss. Erst werden die Wimpern angeklebt. Warten, bis sie trocken sind. Dann kommt der Eyeliner drauf – warten, bis der getrocknet ist. Das Blöde ist, ich kann in der Zeit auch nicht viel machen, da ich mit halb zusammengekniffenen Augen rumlaufe. Ich gucke dann meistens blind fern. Heißt, ich habe eine DVD drin, die ich sowieso schon kenne und höre der Handlung einfach nur zu. Aber all das geht nicht, wenn der Tonknopf der Fernbedienung – wie zur Zeit – im Eimer ist und ich vor der Schmink-Arie vergessen habe, die Lautstärke einzustellen. Wenn ich Glück habe, kriege ich bald einen neuen Fernseher – meinen ersten Flachbildschirm. Mein Management arbeitet gerade an einem Werbevertrag für mich mit einem TV-Hersteller. Wenn alles glatt läuft, habe ich bald wieder Bild und Ton. Drücken wir die Daumen!

Zu meinen Lieblingsfilmen zählen übrigens die Teenager-Romanze Die blaue Lagune (die durfte ich mit fünf Jahren zum ersten Mal gucken, habe ich sogar noch auf VHS-Kassette), Zeichentrickfilme wie Bernard & Bianca undArielle, die kleine Meerjungfrau, Green Mile, Overboard mit Goldie Hawn, Der Tod steht ihr gut, King of Queens undForrest Gump.

Mama sagt manchmal, dass ich ein bisschen wie Tom Hanks in dem Film bin. »Du Autist«, meint sie dann, nur weil ich immer noch in der Kinder-Blümchen-Bettwäsche von früher schlafe. Und weil meine Lieblingskakaotasse immer noch die mit den dicken Ohren als Henkel ist. Aber mich stört das nicht, und derzeit kriegt das ja auch niemand sonst zu sehen. Selbst wenn schon – was ist denn schlimm an einer Bärentasse mit Ohren?

Die gute Fettcreme

Ich bin ein richtiger Schmierfink. Damit meine ich nicht die Art und Weise meiner Schrift. Bisher hat sich noch niemand über meine Autogramme beschwert. Aber ich habe immer eine Dose Vaseline griffbereit. Pfui, pfui, pfui – an all diejenigen, die denken, die Packung steht auf dem Nachtisch und wird nur benutzt, wenn Besuch da ist. Nee! Ich find Fettcreme und Melkfett sind einfach prima für die Hautpflege. Nach einem Vollbad gebe ich mir von oben bis unten die volle Ladung, glänze dann wie ’ne Speckschwarte und bin echt schlüpfrig.

Leider mache ich mir mit dieser Aktion in den Hotels keine Freunde, weder bei den Zimmermädchen noch in der Wäscherei. Die Bettbezüge müssen aber sowieso gewechselt werden, wenn ich da eine Nacht verbracht habe. Ich gehe nämlich mit Lipgloss ins Bett. Geputzte Zähnchen, aber geschminkte Lippen. Allzeit perfekt gestylt. Außer am nächsten Morgen. Mein Kissen sieht dann aus, als wenn ich es vergewaltigt hätte. An dieser Stelle möchte ich mich bei all den reizenden Menschen entschuldigen, denen ich dadurch Arbeit gemacht habe. Ich verspreche, an dieser Macke zu arbeiten.

Zumindest werde ich versuchen, in Zukunft farbloses Lipgloss zu nehmen. Muss ich mir allerdings erst mal kaufen. Ich schätze, ich habe aktuell an die hundert Lipgloss-Stifte – fünfzehn davon trage ich in der Regel mit mir herum. Minimum! Man kann ja nie wissen. Und Pink ist eben nicht gleich Pink. Da gibt es Knallpink, Neonpink, Fuchsiapink (Tendenz zum Rot), Altrosa, Babyrosa und … und … und … Ob man den Unterschied auf den Lippen noch sieht? Keine Ahnung. Jede Situation erfordert aber meiner Meinung nach eine ganz spezielle Farbe. Meistens halten die Dinger bei mir nur vier Wochen, dann sind sie leer oder verschenkt. Einige meiner jüngeren Fans sind ganz verrückt danach, und denen mache ich natürlich gern die Freude.

Auch wenn ich manchmal knapp bei Kasse und an Gehirnzellen bin, Gloss geht mir nie aus. Hundert bis hundertfünfzig Euro muss ich jeden Monat für mein Grundsortiment an Make-up einrechnen. Das klingt viel, ist aber ein Klacks, wenn man bedenkt, dass ich über diese vier Wochen verteilt an die drei Tonnen Make-up ins Gesicht schmiere. Ich stehe dazu, dass ich voll- und zugekleistert bin. Hauptsache, ich fühle mich wohl. …