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Dan Brown – „Origin“

ISBN: 9-783-431-03999-3

 

Klappentest:

Auch in seinem jüngsten Werk wird Dan Brown gemäß seinem Erfolgsrezept geheime Codes, Wissenschaft, Religion, Geschichte, Kunst und Architektur miteinander verknüpfen. In ORIGIN wird der Symbolforscher Robert Langdon - in bisher drei Hollywood-Blockbustern von Tom Hanks verkörpert - mit den beiden ewigen und entscheidenden Fragen der Menschheit konfrontiert und mit einer bahnbrechenden Entdeckung, die diese Fragen beantworten könnte.

 

Inhalt:

Robert Langdon wird auf eine Präsentation eingeladen. Ein alter Freund hat eine Entdeckung gemacht, die er großartig angekündigt, der Welt präsentieren will. - Doch es kommt nicht zum großen Showdown. Ein Schuss fällt und Edmond Kirsch stirbt. Es scheint, als werde er seine großartige Entdeckung mit ins Grab nehmen.

Robert Langdon kann über den von Edmond Kirsch entwickelten Computer erfahren, dass man die Präsentation noch online stellen kann

Von nun an beginnt eine Jagd gegen die Zeit, gegen die Häscher aus dem spanischen Königshaus und gegen die vermeintliche Kirche. Denn der Glauben vieler Kirchgänger steht auf dem Spiel.

Was ist die große Entdeckung, die Edmond Kirsch das Leben kostete und der Kirche die Grundauern entreisen soll?

 

Leseprobe:

… Heutzutage galt das Land zwar als liberale Demokratie, und die Monarchie hatte nur noch repräsentative Funktionen, doch viele Stimmen prangerten den König nach wie vor als Überbleibsel einer repressiven, religiös-militaristischen Vergangenheit an – und als ständige Erinnerung daran, dass Spanien noch einen weiten Weg vor sich hatte, bevor es sich zur modernen Welt zählen durfte.

Mónica Martíns Bulletins diesen Monat hatten die üblichen Porträts des Königs als geliebtes Symbol enthalten, der keine echte Macht in Händen hielt. Was nicht ganz so einfach war angesichts der Tatsache, dass der Souverän nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte war.

Staatsoberhaupt, sinnierte Martín. In einem Land, wo die Trennung zwischen Kirche und Staat nur auf dem Papier existiert. Die enge Freundschaft zwischen dem siechenden König und Bischof Valdespino war stets ein Dorn in den Augen der Säkularisten und Liberalen gewesen.

Und dann ist da noch Prinz Julián, dachte sie.

Martín wusste, dass sie ihm ihre Stelle verdankte, aber er hatte ihre Arbeit vor Kurzem ein gutes Stück schwieriger gemacht – durch den schlimmsten PR-Schnitzer, den Martín je erlebt hatte.

Er war im landesweiten Frühstücksfernsehen vor Ambra Vidal auf die Knie gegangen und hatte ihr haarsträubenderweise einen Heiratsantrag gemacht. Der Augenblick hätte qualvoller nicht sein können – allenfalls dann, wenn Ambra den Antrag abgelehnt hätte. Zum Glück hatte Ambra genügend Vernunft besessen, es nicht zu tun.

Leider hatte sie sich im Nachhinein als weitaus eigensinniger erwiesen, als Julián jemals erwartet hätte, und genau das hatte sich zu einem von Mónicas größten PR-Problemen entwickelt.

In dieser Nacht jedoch schienen sämtliche Indiskretionen um Ambra in den Hintergrund zu treten. Die Wogen medialer Aufmerksamkeit, hervorgerufen durch die Ereignisse in Bilbao, hatten eine nie da gewesene Höhe erreicht. In der vergangenen Stunde dann hatte eine wahre Sintflut an Verschwörungstheorien die Welt im Sturm genommen, einschließlich einer ganzen Reihe neuer Hypothesen um Bischof Valdespino.

Die signifikanteste Entwicklung betraf den Guggenheim-Attentäter, der auf Anordnung von »irgendjemandem aus dem königlichen Palast« in letzter Minute auf die Gästeliste von Edmond Kirschs Event gesetzt worden war. Dieses verdammenswerte Stück Information hatte zahllose Spekulationen nach sich gezogen, die den siechenden König und Bischof Valdespino als Drahtzieher hinter Kirschs Ermordung sahen – einem virtuellen Halbgott der digitalen Welt und amerikanischen Helden, der beschlossen hatte, in Spanien zu leben.

Das wird Valdespino vernichten, dachte Martín.

»Alle mal herhören!«, riss Comandante Garza sie aus ihren Gedanken, als er in den Kontrollraum gestürmt kam. »Prinz Julián und Bischof Valdespino sind irgendwo auf dem Gelände. Kontrollieren Sie sämtliche Kameraaufzeichnungen, und finden Sie die beiden! Jetzt sofort!«

Der Comandante kam in Martíns Büro und informierte sie mit leiser Stimme über die neue Situation betreffend Julián und Valdespino.

»Verschwunden?«, fragte Martín ungläubig. »Und sie haben ihre Handys im Wandsafe des Prinzen zurückgelassen?«

Garza zuckte die Schultern. »Vermutlich, damit wir sie nicht aufspüren können.«

»Wir sollten lieber zusehen, dass wir sie finden«, sagte Martín. »Prinz Julián muss schnellstmöglich eine Erklärung abgegeben! Und er muss sich von Valdespino distanzieren, so weit es nur geht!« Sie berichtete Garza von den jüngsten Entwicklungen.

Jetzt war es an Garza, ungläubig dreinzublicken. »Das ist doch alles nichts als Hörensagen! Nie im Leben steckt Valdespino hinter einem Attentat!«

»Vielleicht haben Sie recht. Aber der Mord scheint mit der katholischen Kirche in Zusammenhang zu stehen. Irgendjemand hat soeben eine direkte Verbindung zwischen dem Attentäter und einem hochrangigen Kirchenvertreter entdeckt. Sehen Sie selbst.«

Sie holte das neueste Update von ConspiracyNet auf den Schirm – auch dieses kam aus der Feder des Whistleblowers, der sich hinter der E-Mail-Adresse monte@iglesia.org versteckte. »Das ist erst vor ein paar Minuten online gegangen.«

Garza ging neben Martín in die Hocke und las. »Der Papst!«, protestierte er. »Ávila hat eine persönliche Verbindung zum …«

»Lesen Sie weiter, Comandante.«

Als Garza fertig war, erhob er sich, trat einen Schritt zurück und blinzelte ungläubig, als versuche er, sich selbst aus einem schlimmen Traum zu wecken.

In diesem Moment rief jemand aus dem Kontrollraum nach ihm. »Comandante Garza? Wir haben sie gefunden!«

Garza und Martín eilten zum Computer von Agent Suresh Bhalla, einem indischstämmigen Überwachungsspezialisten. Bhalla zeigte auf seinen Monitor, auf dem zwei Gestalten zu sehen waren – eine in den fließenden Gewändern eines Bischofs, die andere in einem förmlichen Anzug. Sie schienen auf einem Waldweg unterwegs zu sein.

»Der östliche Park«, sagte Suresh. »Das ist zwei Minuten her.«

»Sie haben das Gebäude verlassen?«, fragte Garza ungläubig.

»Moment bitte, Sir.« Suresh spulte die Aufnahme vor und folgte dem Bischof und dem Prinzen über verschiedene Kameras hinweg, die in regelmäßigen Abständen im Garten verteilt installiert waren. Die beiden Männer verließen den Park und überquerten einen umgrenzten Hof.

»Wohin gehen sie?« …