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Patrick Hemstreet - „Die Gotteswelle“

ISBN: 9-783-395-96797-18

 

Klappentext:

Die nächste Evolutionsstufe: Segen für die Menschheit - oder ihr Weg ins Verderben? Neurowissenschaftler Chuck Brenton möchte Menschen helfen. Er arbeitet an einem Verfahren, das es erlaubt, über Gehirnströme unmittelbar mit Computern zu interagieren, und so etwaige Einschränkungen des menschlichen Körpers durch Krankheit oder Verletzung zu überwinden. Als sich unerwartete Erfolge einstellen, werden mächtige Gruppierungen mit unbegrenzten Ressourcen auf das Forschungsvorhaben aufmerksam. Doch einige wollen die neuen Möglichkeiten für ihre Zwecke missbrauchen und so sehen sich Chuck und seine Mitstreiter schließlich einer nie geahnten Bedrohung gegenüber. Eine Bedrohung, die das Ende der Welt bedeuten könnte, wie wir sie kennen … „Die Gotteswelle hat ein ganz neues Spielfeld für alle von uns erschaffen. Und für manche könnte es mehr als ein Spiel sein.“ The Wall Street Journal „Die Gotteswelle ist ein erwachsener Sci-Fi-Thriller in bester Michael- Crichton-Tradition.“ Barnes & Nobles Sci-Fi & Fantasy-Blog  “Patrick Hemstreets Debüt ist ein Thrillerfeuerwerk, das man in einem Rutsch lesen will, und das einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.“ James Rollins, New York Times-Bestsellerautor “Die Gotteswelle ist eine atemberaubende “Was wäre wenn”-Story mit cooler Technik und Charakteren, die man einfach mögen muss. Ein unterhaltsamer und verstörend glaubhafter Vorstoß in die Parawissenschaften. Legt euch nicht mit den Zetas an!“ Sylvain Neuvel, Autor von „Giants – Sie sind erwacht“

 

Inhalt:

Ein Neurologe kommt auf die Idee, dass man Hirnwellen doch auch für Menschen mit Handicap nutzbar machen kann. An sich eine gute Idee, allerdings entwickelt sich das Ganze zu einer gefährlichen Technologie, die in die falschen Hände gerät.

Das Entwicklerteam freut sich im ersten Moment, als sie endlich einen Investor ins Bot holen können. Die Forschungen gehen voran, bis der Investor seltsam wird. Die Geheimhaltung steigt und der Vertrag scheint auch ausgehebelt worden zu sein.

die Entwickler haben sich mit diesem Investor ein gewaltiges Ei gelegt. Sie wollen aus der Nummer wieder raus. - Ein Katz- und Mausspiel beginnt, an dessen Ende nur einer gewinnen kann.

 

Leseprobe:

… Waren ihre Muskeln offline? Auch das hatte man sie mehrfach gefragt. Sie konnte es nicht sagen. Sie hatte nicht versucht, sich zu bewegen, während sie im Zeta-Zustand war. Das war schließlich der Sinn des Ganzen – seinen Körper nicht bewegen zu müssen, während man den Roboter steuerte. Ihre autonomen Körperfunktionen waren erkennbar völlig in Ordnung. Sie atmete noch, sie blinzelte; Einflüsse von außen schienen sie nicht abzulenken.

Bei der Erinnerung daran, dass sie sich gern durch Reden in den Gamma-Zustand versetzte, wurde Dice klar, dass sie Multitasking, wie sie es nannte, außerordentlich gut beherrschte, was möglicherweise das Geheimnis ihres Erfolgs mit der virtuellen Realität war. Chen Lanfen war einer der seltenen Menschen, die gleichzeitig gehen, Kaugummi kauen, den eigenen Kopf tätscheln und sich den Bauch reiben konnten. Die Fragen lauteten: War diese Fähigkeit erlernt oder angeboren? War sie ganz oder teilweise für die widersprüchlichen Ergebnisse bei ihrer Handhabung des Roboters verantwortlich?

Nach der Landung in San Antonio bezogen Dice und Eugene ihr Hotel, dann gingen sie zum Veranstaltungsort, um die größten Teile der Ausrüstung in ihren Stand zu schaffen. Dice hatte die beiden Ninja-Roboter vom Flughafen dorthin bringen und im Lagerabteil der Firma unter dem Hauptauditorium verstauen lassen. Es war reines Pech, dass Eugene einer Palette mit leeren Kisten dort hinunter folgte und die beiden großen Rollcontainer mit den Robotern an der vorderen Wand stehen sah.

„Was sind das für zwei große silberne Kisten im Lager?“, fragte er, als er zum Stand zurückkam. „Ich erinnere mich an nichts dergleichen auf dem Ladungsverzeichnis.“

Der Moment der Wahrheit. Dice stellte überrascht fest, dass sein vorherrschendes Gefühl Erleichterung war. „Es ist eine Überraschung. Für Chuck. Etwas, an dem Matt und ich arbeiten.“

„Eine Überraschung? Die ihr in aller Öffentlichkeit präsentiert? Hört sich ein bisschen gefährlich an.“

„Du kennst Matt. Er geht gern Risiken ein. Außerdem versichert er mir, dass Chuck es lieben wird. Ich weiß nicht … Glaubst du, Chuck mag Überraschungen?“

„Ich würde sagen, das hängt ganz davon ab, was für eine Überraschung es ist“, sagte Eugene vorsichtig. Er drehte sich zu Dice. „Was ist es denn?“

„Nur so ein Technikteil, an dem wir arbeiten.“

„Aha. Ach so, ja. Der Security-Roboter. Von dem hat Matt Chuck bereits erzählt.“

„Na ja, da hängt noch ein bisschen mehr dran als …“

Eugene hob die Hände. „Sag nichts weiter. Es liegt mir fern, einem anderen Mann seine Iberrashn zu versauen.“ Er senkte den Blick. „Chuck hat ebenfalls eine Überraschung.“

„Wirklich?“ Dice hörte es mit Genugtuung.

„Wirklich.“

Die Botschaft kam an. „Ohh-kaay. Dann wird die Überraschung wohl gegenseitig sein.“

„Wann hat Matt vor, seine aufzudecken?“

„Tag zwei.“

Eugene wirkte erleichtert. „Gut. Chuck hatte vor, bis Tag drei zu warten.“

Dice lachte. „Sind diese Typen nicht unglaublich? Dieses ganze revolutionäre Zeug, und die beiden benehmen sich, als wäre es eine Überraschungsparty.“

Eugene grinste ebenfalls. „Sag Bescheid, wenn du mit eurer Überraschung Hilfe brauchst. Ich verspreche, dass ich keinen Ton zu Chuck sage.“

Dice betrachtete ihn einen Moment feierlich, dann holte er tief Luft, blickte sich um und senkte die Stimme. „Okay“, sagte er, „wir haben Folgendes im …“

Matt und Chuck trafen spät am nächsten Tag ein und brachten die verschiedenen Videos ihrer Arbeit im Labor mit. Chuck hatte außerdem eine verkürzte Fassung seines TED-Talks im Gepäck, um nach den offiziellen Präsentationen ihre Technologie zu erklären. Zusätzlich würden Tim und Sara für eine Live-Demonstration ihrer Software bereitstehen, gefolgt von einer Erläuterung, wie die Ergebnisse erzielt wurden, und zuletzt würde Mike noch eine Übung mit Roboticus III vorführen. Ein wesentlicher Bestandteil der Demonstration war die Einbeziehung des Publikums. Sie hatten viel mit ihren eigenen Praktikanten experimentiert und wussten deshalb, dass es einem blutigen Anfänger möglich war, Roboticus mit Beckys Hilfe binnen Minuten zu bewegen. Sie hatten die Show wiederholt zu Hause geprobt, und taten es hier im Kongresszentrum hinter einem Vorhang, der ihren Stand verbarg, noch einmal.

Die Heimlichtuerei war ein entscheidender Faktor. Wer etwas über Forward Kinetics erfahren wollte, musste die Show besuchen, und deshalb war alles, was der Öffentlichkeit zunächst zur Verfügung stand, so angelegt, dass es die Leute anlockte. Broschüren wurden in großer Menge verteilt und enthielten doch eigentümlich wenig Information. Sie ließen sich lang und breit über Hintergründe und Ziele aus und beschrieben sämtliche Komponenten des FK-Systems, aber man erfuhr kaum etwas darüber, was die Technologie eigentlich bewirkte. Neben jedem Ständer mit Broschüren war in einer Nische ein Computer in die Außenwand des Standes eingebaut, der Videos des TED-Vortrags und noch mehr zeigen würde … aber erst, wenn der Besucher die Präsentation gesehen und einen Zugangscode erhalten hatte.

Die kontrollierte Verknappung von Information sollte eine gespannte Erwartung aufbauen, das war zumindest Matts Idee dabei.

Alles, was mit Kontrolle zu tun hatte, war normalerweise seine Idee.

Chuck war nervös wie nie zuvor in seinem Erwachsenenleben. Auf der Applied Robotics würde entweder ein Traum wahr werden oder sein schlimmster Albtraum in Erfüllung gehen. Vermutlich würde er erst ganz am Ende wissen, was von beiden. Und vielleicht noch nicht einmal dann.

Um neun Uhr öffneten sich die Türen des Kongresszentrums und der Stand von Forward Kinetics zog sofort eine Menge Aufmerksamkeit auf sich. Er war das, was Eugene „idiotisch groß“ genannt hatte. Er war in Silbergrau gehalten, mit metallisch blauen und goldenen grafischen Elementen und Stühlen als Kontrast, und er stand an dem Messe-Äquivalent einer Hauptgeschäftsstraße.

Die bezahlten Praktikanten und Laborassistenten kümmerten sich um den größten Teil dieser Aufmerksamkeit. Alle waren „zwanglos hübsch“ gekleidet – schwarze Jeans und attraktive T-Shirts mit Logos darauf sowie metallisch-blaue Converse-Sneaker. Nicht dass sie die gebraucht hätten, um aufzufallen.

Chuck verbrachte die erste Stunde der Messe größtenteils hinter der Bühne und ging die Präsentation in Gedanken durch. Von seinem Versteck aus (und er war ehrlich genug, es als solches zu erkennen) hörte er, wie das Personal des Stands Fragen nach der Art der Technologie abzubiegen versuchte, die sie zeigen würden. Zu dieser frühen Stunde, und da der Beginn der ersten Vorführung rasch näher rückte, hielt sich das Murren in Grenzen.

Viel zu früh betrat Matt den Backstage-Bereich durch eine Seitentür und sagte das Unvermeidliche:

„Showtime, Leute.“

Sara, die auf einem Rollcontainer saß und auf ihrem iPad las, schaute hoch und nickte. Sie sah geschäftsmäßig aus, selbstsicher. Beinahe hart. Anscheinend war das ihre Art, Nerven zu zeigen.

Chuck lächelte Matt schief an. „Sind Sie sicher, dass Sie den Zirkus nicht leiten wollen?“

„Sie sind der Mann der Worte. Ich bin der Zahlenmensch. Ich bin rechts der Bühne, wenn Sie mich brauchen, um technische Fragen zu beantworten … oder um Tomaten aufzufangen und Ihnen einen Salat daraus zu zaubern.“

„Technische Fragen wie: ‚Machen Sie Witze oder was‘?“

„Chuck, wir wissen, dass wir keine Witze machen. Es ist verrückt, es ist überraschend, aber es ist wahr. Sie wissen es, ich weiß es. Es wird Zeit, dass die Welt es erfährt.“

Chuck nickte und schaltete sein nahezu unsichtbares Headset-Mikro ein. Dann holte er tief Luft, schickte ein Gebet um Ruhe zum Himmel und nickte Sara zu. Zusammen traten sie auf die Bühne hinaus.

Er hatte murmelnde Stimmen aus dem Publikum gehört und wusste deshalb, dass eins da war. Es war jedoch kleiner, als erhofft. Von den zweiundvierzig Stühlen, die sie aufgestellt hatten, waren nur etwa fünfundzwanzig besetzt, ein paar Unentschlossene drückten sich jedoch noch am Rand herum. In gewisser Weise war es eine Erleichterung.

Weniger Leute, die uns auslachen.

Er stürzte sich in seine einleitenden Worte, während der Großbildschirm hinter ihm vom Firmenlogo zu einem Computerdesktop wechselte. Sara hatte inzwischen am äußersten linken Rand der Bühne auf einem Stuhl Platz genommen, von wo sie im spitzen Winkel zum Bildschirm blickte. Chuck stellte sie als Sara Crowell, CAD/CAM-Ingenieurin, vor und dann stellte er sich selbst vor, mit allen Referenzen und Zugehörigkeiten. Er sah wenigstens eine Person im Publikum, die seine Angaben demonstrativ auf dem Smartphone überprüfte.

Er beschrieb die Arbeit der Firma als eine Erkundung der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Währenddessen öffnete Sara ihr CAD-Programm und schuf den Aufriss eines Hauses von Frank Lloyd Wright – etwas, das sie buchstäblich auswendig konnte. Sie hielt den Blick auf den großen Schirm gerichtet, ihre Hände ruhten auf den Armlehnen des Stuhls.

„Während der letzten Minute haben Sie auf dem Schirm hinter mir eine Demonstration gesehen.“

Er warf einen Blick darauf. In der Zeit, in der er sie beide vorgestellt hatte, hatte Sara das zweistöckige Gerüst des Hauses errichtet und die wichtigsten Gartenbereiche skizziert.

„Ich möchte, dass Sie noch ein wenig zusehen und mir dann eine Frage beantworten“, sagte er. …