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Marc Elsberg  - „Helix – Sie werden dich ersetzen“

ISBN: 9-783-641-17587-0

 

Klappentext:

Haben Sie die Gene zum Überleben?

Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

 

Inhalt:

Das Ehepaar Cole möchte endlich schwanger werden. Die Hormontherapie ist abgeschlossen und die befruchteten Eizellen müssen nur noch eingesetzt werden. Da kommt der Doktor mit der Möglichkeit eines "modernen Kindes" um die Ecke. - Das Ehepaar reist nach New Garden, wo sich ihnen ungeahnte Möglichkeiten auftun.

Doch das scheinbare Paradies wird schnell zur Hölle. Denn zwei der Superkinder haben einen seltsamen und tödlichen Virus in Umlauf gebracht. Außerdem sind sie auch "schuld" an Superpflanzen, die Schädlingen und Wetterlagen trotzen.

Fast zeitgleich bekommen es zwei zehnjährige Superkinder mit der Regierung und geldgeilen Forschungsunternehmen zu tun. Dabei wollten sie die Welt doch   nur besser machen.

 

Leseprobe:

… »Was bringt dich darauf?«

»Das«, sagte Sam.

Er schaltete alle Monitore auf die Überwachungskameras an den Geländeaußengrenzen um. Winthorpe musste zweimal hinsehen.

»Shit«, entfuhr es ihm. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten.

Kaum verborgen hinter Bäumen und Gebäuden patrouillierten militärische Einsatzfahrzeuge. Zwei Bildschirme zeigten Hubschrauber in so großem Abstand in der Luft zirkeln, dass man sie nicht hörte. Sie waren eingekreist von einer Armee!

»Sind sie wegen der Kinder da?«

»Kann ich nicht sagen. Warum sollten sie dann ausgerechnet Jack Wolfson sprechen wollen?«

»Als Ablenkung?«

»Vielleicht. Vielleicht nicht.«

»Sollen wir unsere Anwälte informieren?«

»Vielleicht warten wir, bis wir wissen, was sie wollen.«

Konzentriert schaute Stanley auf die Monitore mit den Militärs.

»Shit«, murmelte er nur mehr. »Sie treiben Wolfson auf und lassen ihn zum Empfang bringen.«

Sam nickte. Er gab Befehl, das Tor zu öffnen.

Gated Community schön und gut, aber derartige Sicherheitsvorkehrungen fand Jessica übertrieben, als sich das schwere Metalltor vor ihnen zur Seite schob, nachdem sich jenes hinter ihnen geschlossen hatte. Die Stimme aus dem Lautsprecher gab ihrem Chauffeur Anweisungen, bis zu den ersten Gebäuden zu fahren.

Dahinter öffnete sich die Parklandschaft, die sie auf den Satellitenbildern gesehen hatten. In einiger Entfernung entdeckte Jessica eine Gruppe Kinder und Erwachsene. Die Gruppe verhielt sich unauffällig. Mit hoher Geschwindigkeit brachte sie der Wagen die zweihundert Meter zu dem vor ihnen liegenden flachen Gebäudekomplex.

In einem eleganten Patio mit viel weißem Stein im Teilschatten großer Bäume erwarteten sie zwei Männer. Jessica erkannte den Sicherheitschef Sam Pishta aus den Briefingunterlagen. Und Doktor Stanley Winthorpe. Der Milliardär begrüßte sie persönlich. Interessant.

Die Wagen hielten. Die wandelnden Kampfmaschinen derSWAT-Teams blieben in den  SUVs verborgen. Nur Jessica, Rich, Tom, Jaylen und ein paar FBI-Beamte sprangen hinaus.

Winthorpe kam ihnen lächelnd mit ausgestreckter Hand entgegen, hinter ihm folgte, reservierter, der Sicherheitschef Sam Pishta.

»Guten Tag! Richard, welche Ehre! Was verschafft uns das Vergnügen?«

»Stanley«, erwiderte Rich den Gruß mit einem Fingertipp an die Schläfe. Konkurrenten. Und Winthorpe wusste nun, dass sie kompetente Unterstützung hatten.

Jessica stellte sich und die anderen vor, während die FBI-Leute einen Halbkreis um die Gruppe bildeten.

»Ist Jack Wolfson zu sprechen?«

»Er wird gerade geholt«, erklärte Winthorpe. »Darf ich fragen, worum es geht?«

»Nein«, erwiderte Jessica freundlich, aber entschieden. Die Machtverhältnisse musste sie von Beginn an klarstellen. Sie präsentierte ihm den Durchsuchungsbefehl. »Wir können das hier ohne großes Aufsehen erledigen«, sagte sie. »Oder anders.«

Winthorpe überflog die Papiere kaum, sah Jessica an.

»Ohne großes Aufsehen ist uns natürlich lieber«, sagte er höflich.

Hinter ihnen tauchten aus dem Gebäude zwei Männer auf. Einer davon war Jack Wolfson. Der andere brachte ihn zu der Versammlung.

»Da ist er ja!«, versuchte Winthorpe sich unbeschwert. »Jack, diese Leute wollen Sie sprechen.«

Wolfson war ein stämmiger, trainierter Mann mit eckigem Kiefer, auf einfache Art ganz attraktiv, bis Jessicas Blick auf seine ungepflegten Fingernägel fiel. Er beäugte die fremden Besucher misstrauisch. Bevor irgendjemand reagieren konnte, hatten zweiFBI-Beamte seine Arme auf den Rücken gedreht und mit Handschellen fixiert.

»Was …?«, setzte Winthorpe überrascht an.

Mit einer dezenten Geste gab Jessica den SWAT-Teams in den Wagen ihr Einsatzzeichen.

Aus den  SUVs im Patio sprangen schwer bewaffnete Mitglieder von Spezialeinheiten, wie Stanley sie aus den Nachrichten oder Filmen kannte. Helme, Schutzbrillen, schusssichere Westen, schwere Stiefel, das ganze Programm. Ein halbes Dutzend joggte auf sie zu, und ihr Stampfen ließ Stanleys Magen sich verkrampfen. Als sie ihn, Sam und Wolfson einkreisten, bewahrte er nur mit Mühe Haltung. Er hasste sich für diese Angst.

Jessica Roberts zeigte auf Sam.

»Sie bringen acht dieser Männer in Ihre Sicherheitszentrale und sorgen dafür, dass unsere Leute hereinkommen. Ansonsten gehorchen Sie den Anweisungen von Oberst Lawsome hier.« Einer der Soldaten trat einen Schritt vor.

Noch hatte Stanley nichts gestanden. Jeder seiner Muskeln war angespannt, um sein Zittern zu unterdrücken. Einen Wimpernschlag überlegte er, alles zu leugnen. Doch ihre Pläne kollidierten gerade mit der Realität. Nun, auch für dieses Szenario hatten sie einen Plan. Ungefähr. Krisenkommunikation für den Fall vorzeitigen Auffliegens.

Sam musste den gleichen Gedanken gehabt haben, denn er flüsterte Stanley zu: »Wir müssen den Schaden begrenzen. Dazu …«

»Ruhe!«, brüllte Jessica in einer Lautsärke, die Stanley und Sam zusammenfahren ließ. Keiner hatte der kleinen Frau eine solche Stimme zugetraut. …