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Bernard Cornwell - „Das brennende Land“

Uhtred Saga 5

ISBN: 9-783-499-25414-7

 

Klappentext:

Was ist das stärkste Heer gegen den Hass einer Frau?

Eine tödliche Gefahr bedroht Wessex: Harald Bluthaar. Nur Uhtred erkennt den Schwachpunkt des mächtigen Feindes. Es ist eine Frau, Skade, die Hure und Zauberin, der der Dänenherrscher gänzlich verfallen ist. Als Uhtred sie in seiner Gewalt hat, ist eine der großen Schlachten der englischen Geschichte schon gewonnen. Skade verflucht ihn, doch Uhtred fühlt sich unbesiegbar. Bis ihn die Nachricht ereilt, dass seine geliebte Frau Gisela im Kindbett gestorben ist. Und über das Land zieht wieder Rauch von brennenden Dörfern.

Die Uhtred-Romane, Band 5

 

Inhalt:

Uhtred verfolgt noch immer sein Ziel, Bebbanburg zu erobern. Er hat sich in den Kopf gesetzt, dass er seinen Onkel stürzen und selber der Altermann werden würde. Schließlich ist das sein Geburtsrecht.

Doch es will nicht so wirklich klappen, mit der Verwirklichung seiner Ziele. Erst stirbt seine, quasi zweite Frau bei der Geburt ihres vierten Kindes, und dann bindet ihn ein Eid an ein Königreich, was ihm eigentlich nicht wirklich etwas bedeutet. Seine Königin ist eine Freundin aus Kindertagen, nur deswegen harrt er aus.

Doch dann scheint sich die Schlinge um seinen Hals zu zuziehen. Der alte König möchte, dass Uhtred auch seinem Sohn einen Eid schwört. Doch Uhtred, unbeherrscht wie er ist, will das nicht. Er flieht, wird aber auch in der Ferne nicht glücklich, da er seine Kinder in der Obhut von Christen weiß. Wo er selber doch den Thorshammer trägt.

Uhtred braucht Gold und Silber, er hat noch immer den ehrgeizigen Plan, Bebbanburg zu erobern. Doch auch seine Freundin aus Kindertagen, und seine Kinder brauchen ihn. Es kommt wieder anders.

 

Leseprobe:

… «Das ist eines seiner Schiffe, Herr.»

«Also bezahlt ihn!» Ich sprach Englisch, weil die Sprache der Friesen unserer so ähnlich ist.

«Er wird mich nach Euch fragen, Herr.» Ich verstand seine Angst. Auf dem wartenden Schiff wollte man erfahren, wer wir waren, und sie würden die Antwort auf diese Frage vom Schiffsführer des Handelsschiffes verlangen, und wenn er keine ausreichende Erklärung abgab, dann konnten sie sehr wohl in Versuchung kommen, die Auskünfte aus ihm herauszuprügeln. «Sagt ihnen, wir sind Dänen auf dem Nachhauseweg. Mein Name ist Lief Thorrson, und wenn sie Geld wollen, müssen sie zu mir kommen und danach fragen.»

«Sie werden Euch nicht fragen, Herr», sagte der Mann. «Eine Ratte bittet einen Wolf nicht um ihr Nachtmahl.»

Ich lächelte über seine Bemerkung. «Ihr könnt der Ratte sagen, dass wir keine Gefahr sind, wir sind einfach auf dem Nachhauseweg, und wir haben uns von Euch nur durch das Fahrwasser leiten lassen, mehr nicht.» Ich warf ihm eine Münze zu. Es war eine mit den eingeprägten Worten Christiane- Religio. Das bedeutete, dass sie aus dem Frankenreich stammte. Ich wollte nicht verraten, dass wir aus Britannien kamen.

Ich beobachtete, wie der Handelsfahrer zu Skirnirs Schiff gerudert wurde. Skade hatte in dem kleinen Raum unter der Steuerplattform ausgeharrt, doch nun trat sie an meine Seite. «Das ist der See-Rabe», sagte sie und wies mit einer Bewegung ihres Kinns auf Skirnirs Schiff. «Sein Schiffsmeister heißt Haakon. Er ist ein Cousin meines Gemahls.»

«Also würde er dich wiedererkennen?»

«Gewiss.»

«Dann sollte er dich besser nicht sehen.»

Sie erstarrte bei dieser unverhohlenen Aufforderung. «Er wird nicht näher kommen», sagte sie. «Nein?»

«Skirnir greift keine Kampfschiffe an, es sei denn, er hat vier- oder fünfmal mehr Kämpfer an Bord als der Gegner.»

Ich sah zum See-Raben hinüber. «Du sagst, er hat sechzehn Schiffe von dieser Größe?»

«Vor zwei Jahren hatte er sechzehn Schiffe wie dieses und noch zwei größere.»

«Das war vor zwei Jahren», erwiderte ich grimmig. Hier in Skirnirs Schlupfwinkel mussten wir seinen Männern zahlenmäßig weit unterlegen sein, aber ich vermutete, dass Skirnir dennoch vorsichtig bleiben würde. Er würde erfahren, dass ein Wikingerschiff in seinen Gewässern war, und er würde befürchten, dass ein Angriff auf uns weitere Wikinger anziehen würde, die Rache für den Angriff nehmen wollten. Würde es ihm in den Sinn kommen, dass Uhtred von Bebbanburg eine Winterfahrt gewagt haben könnte? In jedem Fall wäre er sicherlich neugierig, wer dieser Lief Thorrson wohl sein mochte, und er würde keine Ruhe haben, bis diese Neugierde befriedigt war.

Ich befahl, den Wolfskopf vom Bug zu nehmen, und steuerte den Seolferwulf in Richtung Festlandufer. Der See-Rabe unternahm nichts, um uns daran zu hindern, doch er folgte uns. Als ich aber das Rudern einstellen ließ, damit das Schiff zu uns aufholen konnte, wich der See-Rabe aus. Wir ruderten weiter, und bald war er außer Sicht. Ich suchte ein Versteck, doch in diesem Gebiet waren einfach zu viele Schiffe auf dem Wasser. Wo immer wir Unterschlupf suchen würden, überall würde man uns von einem heimischen Boot aus sehen, und die Nachricht von unserer Anwesenheit würde von Schiff zu Schiff weitergegeben, bis sie schließlich Skirnir erreichte. Wenn wir tatsächlich ein dänisches Schiff auf der Durchfahrt wären, würden sie erwarten, dass wir diese Gewässer in drei Tagen wieder verlassen hätten. Je länger wir uns also hier aufhielten, desto größer würde Skirnirs Misstrauen. Hier, in den tückischen Untiefen des Innenmeeres, waren wir die Ratte, und Skirnir war der Wolf.