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Markus Heitz - „Schweigepflicht“

ISBN: 9 783 958 24457 3

 

Klappentext:

Horror vom Fantasy-Großmeister – sind Sie mutig genug für dieses Buch? „Schweigepflicht“ von Bestsellerautor Markus Heitz als eBook bei dotbooks.

 

Kalter Stahl und warmes Blut … Nach einem langen Arbeitstag reibt Isger sich müde die Augen. Er betritt den Fahrstuhl, der ihn ins Erdgeschoss des Hochhauses bringen soll – und findet sich wenige Augenblicke später in einem Albtraum wieder. Irgendjemand kontrolliert die Kabine. Nein: irgendetwas. So beginnt ein grausames Spiel, dessen Regeln nicht Menschliches haben. Und beim dem der Einsatz Isgars Leben ist …

 

Beklemmend, faszinierend, brutal: Markus Heitz in Bestform!

 

Inhalt:

Stell dir vor, du steigst nach getaner Arbeit in den Fahrstuhl des Büroturms, in dem du arbeitest. Dieser bringt dich dann aber nicht ins Erdgeschoss, sondern in eine absolut grausige Situation. Du landest nicht im gewünschten Stockwerk, sondern in verschiedenen Welten. Du triffst Menschen, die absolut furchtbare Dinge durchlebt haben, die aber nicht darüber reden dürfen. Und dann trifft es dich. Du MUSST aussteigen oder selber gleich explodieren.

 

Leseprobe:

… Tatjana rieb sich wie in Trance das Blut ab, der Schwarze erledigte das mit dem Ärmel seines Fellmantels. Ob er um die Brisanz wusste, glaubte Isger nicht. Und warnen durfte er den Mann ebenso wenig, ohne dass ihm Fedor eine Kugel durch den Schädel jagte.

»Das Team ist auf Ebene 23, aber da ist kein Aufzug«, kam es plötzlich verzerrt aus dem kleinen Lautsprecher am Bedienfeld. »Wir gehen eins höher.«

Tatjana lachte bitter und drückte die Sprechen-Taste. »Sie können mich am Arsch lecken.«

»Bitte wiederholen Sie«, lautete die Antwort.

»Sie haben mich richtig verstanden: Lecken Sie mich am Arsch«, schrie sie. »Wir gehen in dieser Scheiße drauf, und ich habe Blut von einer Pestkranken abbekommen und …«

»La peste?«, entfuhr es dem Schwarzen alarmiert, und er sah auf die rotgefärbten Finger und seine Kleidung. »La peste?«

Isger nickte.

Daraufhin kam ein Redeschwall aus dem Mund des Mannes, der Fedor sichtlich nervös machte.

»Sag ihm, dass er die Fresse halten soll!«, herrschte er Isger an. Er schwenkte den Revolver auf den Mann und legte einen Finger auf die Lippen. »Fresse! Fresse!«

»Calmez-vous«, beschwichtigte Isger. »Parler, c’est interdit.«

Aber der Schwarze ließ sich nicht mehr beruhigen. Er sprang auf, fuchtelte mit den Händen und verlangte, dass man ihm die Wahrheit sagen solle und was dieser Unfug mit dem Schweigen zu bedeuten habe.

»Fresse!« Fedor spannte den Hahn und richtete die Mündung auf das Herz des Schwarzen.

»Ist bei Ihnen alles in Ordnung?«, erklang die Stimme der Notrufzentrale.

Tatjana lachte sie aus. »Los, gehen Sie ins Stockwerk 42. Da wird auch keiner sein. Wissen Sie denn, wo wir sind?«

»Einen Moment, ich gleiche mal …« Eine Tastatur klackerte. »Das … ist unmöglich.«

»Und? Schicken Sie das Team jetzt auf Level 197 927 oder so?« Sie beendete die Unterhaltung mit einem Fausthieb gegen das Display, das leise knackte und einen Sprung bekam. »Mir egal, was als Nächstes geschieht. Ich gehe eh drauf. An der Pest.«

»La peste«, wiederholte der Schwarze.

»Oui, Monsieur«, wechselte sie ins Französische, als hielte Fedor keinen Revolver, sondern eine harmlose Gurke in der Hand. Sie erklärte ihm, dass Kate sich mit der Krankheit infiziert hatte.

»Ich habe euch gewarnt.« Fedor schoss zuerst dem Schwarzen ins Bein, dann richtete er den Lauf auf Tatjana.

PING – die Türen glitten auf.

Mehr brauche ich nicht. Isger versetzte dem Russen einen festen Stoß mit beiden Händen, der ihn rücklings aus der Kabine beförderte. »Duck dich!«, rief er Tatjana zu.

Fedor taumelte hinaus auf einen Asphaltboden, rechts und links ragten die Ruinen von verbrannten und ausgebombten Hochhäusern wie graue Zahnstummel in die Höhe. Plastiktüten rollten raschelnd in einem staubigen Wind, es roch nach feuchtem Beton.

Der Russe zielte nun auf Isger. »Mieser Arschlochmann!«

Die Anzeige über ihnen leuchtete auf: Fedor.

»Du bist gewählt worden«, rief ihm Isger zu, drückte sich gegen die seitliche Kabinenwand und machte sich schmal, um ein möglichst kleines Ziel zu bilden.

Die Türen schoben sich bereits wieder zu, ein Countdown war diesmal nicht nötig.

Fedor lachte und senkte den Revolver. »Da haben wir alle aber Glück.« Er grüßte mit dem Revolver, dann war der Eingang verschlossen.

»Danke.« Tatjana schluchzte kurz auf, um dann nach dem Verletzten zu sehen, der fluchend seine Wunde abband. »Ich …«

Es war ein Streifschuss, so viel erkannte Isger. Er müsste eigentlich nicht daran sterben, wenn sich die Wunde nicht infizierte, was allerdings bei alten Kugeln, dreckiger Kleidung und den Umständen wahrscheinlich war. »Schon gut.« Er lächelte Tatjana an, was sie jedoch nicht bemerkte, und blieb auf Abstand zu ihr.

»Mein Name ist Ismael«, stellte sich der Schwarze stockend vor. »Reden ist jetzt erlaubt, denke ich.«

»Ist es«, sagte Tatjana.

»Waren Sie schon mal draußen?« Ismael sah von einem zum anderen. »Nein? Sie können sich glücklich schätzen. Da warten Dinge auf Sie, die Sie sich in keinem Alptraum ausdenken können.«

»Halt«, unterbrach Isger ihn rasch. »Fedor und Kate sagten, dass sie nicht drüber sprechen dürften, sonst …«

Er lachte. »Was soll mir denn noch geschehen? Ich möchte Sie warnen und vorbereiten. Wenn Sie rausgehen, trauen Sie nichts und niemandem.«

Als würde ich das. »Wie ist das mit Leuten, die von draußen reinkommen?« Isger sah ihn abschätzend an. »Sollte man denen trauen, wenn sie etwas erzählen?«

Ismael lachte schmerzverzerrt und prüfte den Verband, den er sich mit Tatjanas Hilfe angelegt hatte. »Gute Frage. Und wenn ich jetzt sage, dass ich eine Ausnahme bin?«

»Werde ich Ihnen nur bedingt glauben, fürchte ich.« Isger dachte ständig daran, dass er sich Fedors Revolver hätte greifen sollen. In was für einer Situation er auch immer steckte, eine Waffe konnte nur von Vorteil sein.

»Ich weiß nicht, was bei Ihnen geschah. Ich stamme aus Kairo, stieg in einen Fahrstuhl, den ich schon seit Jahren nutze, und dann schickte mich Allah in diese Hölle.« Ismael deutete umher. »Das ist ein anderer Aufzug als meiner.« …