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David Bishoff - „Hackers“

ISBN: 3-453-11534-1

Klappentext:

Der Roman zum Film Der Begriff Hacker beinhaltet oft auch die Mitgliedschaft in der weltweiten Netz-Gemeinschaft. Er impliziert, daß die beschriebene Person sich an die Hackerethik hält. Es ist besser, von anderen als Hacker beschrieben zu werden, als sich selbst zu beziehen. Hacker betrachten sich selbst als eine Art Elite, in der neue Mitglieder sehr willkommen sind.

Inhalt:

Dade hatte großen Ärgern in der Vergangenheit. Seine Leidenschaft für Computer hat ihm am Ende eine Vorstrafe eingebracht. Seine Eltern ließen sich scheiden und seine Mom ging mit ihm nach New York. - Eigentlich sollte er glücklich sein, zumal er auch wieder einen PC benutzen darf, aber die „Begrüßung“ in der neuen Schule trägt nicht gerade zu seiner Erheiterung bei.

Doch Dade täuscht sich in dem Mädchen und noch einigen anderen Mitschülern. Auch in New York  gibt es eine Hackerszene und er ist direkt mittendrin gelandet.

Doch dann werden die Kids in eine Sache hinein gezogen. Skrupellose Mitarbeiter einer Ölgesellschaft wollen sie zu Sündenböcken machen. - Doch hier haben sie nicht nur die Clique, sondern die gesamte Hackerszene gewaltig unterschätzt.

Leseprobe:

… Die Party war noch nicht am Ende, aber Liz Phair hatte Trent Reznor abgelöst, und die Lautstärke war gedrosselt. Dade hörte die Whip-Smart-Klänge nur von weitem; er war wieder in Kates Zimmer und spielte dort herum. Nicht mit Kate, leider, aber Dade hatte auch seine Freunde an dem Zweitbesten: Kates Laptop.

Gerade trieb er sich ein einem lokalen Schwarzen Brett herum und bewunderte die differenzierten Farbschattierungen, die diese Maschine auf ihrem Bildschirm darstellte. Es war spät. Auf dem Höhepunkt der Party hatte er sich unter die Menge gemischt und tatsächlich einen richtig friedlichen Moment mit Kate erlebt. Sogar gelacht hatte sie. Allerdings nur deshalb, weil seine Bierdose explodierte und ihm der Inhalt ins Gesicht gespritzt war. Daß er kein Bier mochte, hatte die Sache noch unangenehmer für ihn gemacht. Das nette Lachen, das durch diesen Vorfall aus der sonst so eisigen Kate hervorgelockt worden war, hatte diese Unannehmlichkeit jedoch allemal ausgeglichen.

Als Dade dann wieder wie von einem Magneten von Kates Laptop angezogen worden war, hatte er auf dem Weg dorthin die Toilette gesucht. Dabei war er aus Versehen in Ruth Libys Büro gelandet. Kates Mutter saß am Computer und hämmerte das nächste Anti-Männerbuch in die Tasten. Dabei rauchte sie eine Zigarette nach der anderen. Bevor sie ihn wieder gehen ließ, stellte sie ihm ein paar peinliche Fragen, z.B. ob er mit der Flasche großgezogen worden oder den natürlichen Weg gegangen war.

Dade war gerade dabei, sich auf einem Schwarzen Brett mit einem anderen Nachtvolgel zu unterhalten, als Kate herinkam. - diesmal glücklicherweise ohne einen gewissen Schnling namens Curtis.

„Was machst du?“ fragte sie.

„Es ist absolut cool. Ich bin gerade im Big Board. Und auch unter meinem eigenen Namen.“

Sie stellte sich neben ihn. So nah, daß er ihr Parfum riechen konnte. „Ich glaube, diese Maschine hat viel zuviel Power für dich.“

„Ach ja?“ Er grinste, tippte sich aus dem Schwarzen Brett aus und begann, mit der Leichtigkeit eines Könners die verschiedenen Funktionen des Betriebssystems aufzurufen.

„Nicht schlecht“, gab Kate zu.

„Die Bildwiederholfrequenz ist einfach klasse“, kommentierte er.

„P6-Chip, dreimal so schnell wie ein Pentium.“

„Es ist nicht nur der Chip.“ Er hämmerte einen Befehl ein und holte ein paar Informationen auf den Bildschirm. „Er hat einen PCI-Bus.“ Er lächelte. „Aber natürlich wußtest du das alles längst.“

„Allerdings“, antwortete sie und zog die Augenbraue hoch.

„RISC-Architektur verändert eben alles.“

„Hmm. Einfach toll.“ Ihre Blicke trafen sich, und diesmal sah Kate nicht weg. Eine kinsternde Spannung ging Dade durch Mark und Bein.

Ein Paar, daß sich auf dem Balkon küßte, und dabei gegen die Fensterscheibe stolperte, brach den Zauber.

Dade wandte sich wieder dem Laptop zu und tätschelte ihn bewundernd. „Und bist du auch sicher, daß dieses hübsche Maschinchen bei dir keine Verschwendung ist?“

Die Arme verschränkt, lehnte sich Kate gegen den Schreibtisch, das Selbstbewußtsein in Person. „Crash Override. Was hattest du geschrieben, bevor ich dich bei NBC rausgeworfen habe? `Mißt dich mit der Spitzenklasse, stirbst doch wie die breite Masse´?“

Dade nickte. „Vielleicht nicht superoriginell, aber dazu stehe ich.“

Sie lachte. „Willst du mich herausfordern?“

„Jederzeit. Um was wollen wir wetten?“

Kates Augen funkelten. „Wenn ich gewinne, wirst du mein Sklave!“

„Hört sich nach ner Menge Spaß an!“

„Davon träumst du... Nein, du wirst die richtige Drecksarbeit machen. Scannen, Copyrights knacken, alles, was ich will.“

„Abgemacht. Und wenn ich gewinne...“

„Hey, du kannst mein Erstgeborenes haben!“

„Wie wärs mit deinem ersten Dat... mit mir!“

„Du gewinnst sowieso nicht.“

„Und bei diesem Date... mußt du lächeln.“

Kate schien einen Moment nachzudenken. Dann lächelte sie listig. „Normalerweise mache ich keine Dates, aber ich verliere ja auch nicht.“ Sie nickte. „Also okay.“

Sie gaben sich die Hand, und ihr Händedruck war kühl, sanft und sexy.

„Ich freu mich auf das Interfacing mit dir“, sagte Dade.

„Hoffentlich bekommt dir die Niederlage“, gab sie zurück.

Aber sie lächelte noch immer.