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Mira Valentin - „Das Bündnis der Talente“

Die Talente-Reihe Band 2

ISBN: 9-783-646-60330-9

 

Klappentext:

** Mach dich bereit für den Kampf deines Lebens!** Melek ist schon lange kein gewöhnliches Mädchen mehr. Bis eben noch eine Außenseiterin, steckt sie nun mitten in einer Armee, deren Bündnis die Menschheit zusammenhält. Jede ihrer Entscheidungen beeinflusst den Lauf der Welt. Und jedes ihrer Gefühle kann sie zerrütten. Im Herzen ist sie ein Volltreffer. Aber wem gehört ihre Seele? ** Dies ist der Folgeband von "Das Geheimnis der Talente". Die Talente-Reihe erscheint in neun E-Book-Teilen, die in drei Taschenbuch-Bänden zusammengefasst werden und ist die erste eigene BitterSweets-Serie von Carlsen.

 

Inhalt:

Die Talente haben es noch immer mit den ihren Feinden, den Dschinn zu tun. Auf einem Volksfest, was in diesem Jahr wieder ansteht, sind diese immer besonders aktiv die Menschen am Aussaugen. Es ist ein Festgelage für diese Wesen.

Für die Talente kommt allerdings nicht nur das Volksfest auf die To-Doo-Liste, sondern auch die Rettung von Melek. Entweder wird dieses Talent von den Dschinn in ihre Gemeinschaft geholt, oder aber der türkische große Anführer der Talente verheizt sie für seinen Traum des finalen und blutigen Kampfes.

Melek hat es nicht einfach. Sie ist mit ihrem Anführer zusammen. Wird von Mahdi aber wieder mit ihrem Ex verheiratet, um dessen Heilkraft wieder aufleben zu lassen. - Der Urlaub auf der Insel des Friedens ist schön, aber alles was danach kommt, lastet wie ein Stein auf ihr und der Truppe.

 

Leseprobe:

… Gerade da kommt der General mit einer Flasche Wasser für jeden auf uns zu. Hinter sich her zieht er einen schwarzen Trolley, den er vorher noch nicht dabeihatte. Irgendwer scheint ihm das Gepäckstück unauffällig übergeben zu haben.

»Damit du den ganzen Tag im Bikini vor mir rumläufst!«, murmelt Erik noch, bevor er sich wieder aufrecht hinsetzt und seine Flasche mit unbewegtem Gesicht entgegennimmt.

Dass er mit seiner Vermutung Recht hat, bestätigt sich, als wir gegen neun Uhr endlich zum Check-In gehen. Abdullah hat alle unsere Papiere und die Flugscheine in der Hand. Der Monitor über dem Schalter verrät unser Ziel: Es ist Mombasa in Kenia.

Wir blicken uns an und Erik zieht vielsagend die Augenbrauen hoch. In meinem spärlichen Gepäck befindet sich die Minimalausstattung für ein paar Tage im deutschen Matschwetter. Wie ich damit in Kenia überleben soll, weiß ich nicht. Allerdings gibt Abdullah nun den schwarzen Trolley als unser Gepäck auf. Ich vermute mal, darin befindet sich jede Menge Reizwäsche für mich. Der General bringt uns bis zum Sicherheitscheck, dann tauscht er noch ein paar Worte mit Ebru und Attila und lässt uns allein.

Der Flug dauert über acht Stunden. Weil jede Reihe nur drei Plätze hat, sitzen Ebru und ich neben einem Fremden, ebenso wie Erik und Attila in der Reihe vor uns. Aber wir haben uns die Fensterplätze gesichert und Eriks Kopf steckt fast die ganze Zeit in der Spalte zwischen seinem Sitz und dem Fenster. Wir unterhalten uns im Flüsterton, obwohl unsere Bodyguards uns nicht verstehen können.

Es ist irgendwie wohltuend, über der Wolkendecke dahinzugleiten und zu spüren, dass unsere Probleme unten auf der Erde verborgen sind. Wenn es draußen mittlerweile nicht dunkel wäre, würde ich glauben, ich sei wieder in meine Traumwelt abgetaucht und warte inmitten der Wolken auf Marie. Wenn ich nur wüsste, in welcher Welt sich Jakob in diesem Augenblick befindet.

»Du warst unglaublich mutig heute«, sage ich zu Erik. »Ich bewundere dich.«

»Nicht mehr als du «, flüstert er. »Aber wenn ich ehrlich sein soll, muss ich zugeben, dass Jakob den meisten Mut von uns allen bewiesen hat.«

Es ist einer der wenigen Momente, in denen er ihn beim Namen nennt.

»Denn er hat mehr als nur sein Leben riskiert. Für ihn war es so, als hätte er seine Seele gleich mit auf den Richtpfahl gelegt.«

Erik hat genau wie ich erkannt, dass Jakob heute Nachmittag einen Schritt getan hat, der ihn über seine Grenzen hinausgeführt hat. Ich bin mir nicht sicher, ob es vor ihm schon einmal einen Anführer gegeben hat, der derart offen gegen die Armee rebelliert hat, und wahrscheinlich noch viel weniger eine ganze Truppe.

»Als sie alle dastanden und sich an den Händen fassten, da habe ich einen Augenblick lang geglaubt, es würde Eindruck auf Mahdi machen«, nuschele ich.

»Ich auch«, sagt Erik. »Er war enorm wütend. Aber auch beeindruckt.«

»Vielleicht hat er darum die anderen verschont.«

»Oder um ihnen zu suggerieren, dass er sie gar nicht ernst nimmt«, vermutet Erik. »Beides ist möglich.«

Seit die Lichter mit der Anschnallpflicht ausgegangen sind, sitzen wir schon so da: Ich auf dem vordersten Rand meines Sessels, Erik nach hinten verdreht auf seinem. Beim Reden berühren sich manchmal unsere Nasenspitzen. Es fühlt sich ein wenig so an wie früher, wenn wir im Schulbus unterwegs waren. Nur haben wir damals noch mehr Sicherheitsabstand gehalten.

»Was soll das alles?«, frage ich. »Warum machen sie das nur?«

»Das weißt du doch«, sagt Erik.

»Ja, aber wie sollte es danach weitergehen? Nehmen wir einmal an, es passiert das, was sie wollen, dann kehrst du mitsamt deinem Talent zurück und verweigerst dich Mahdi von neuem. Was hätten sie davon?«

»Ich nehme an, Sylvia wusste eine Lösung, damit ich mich nicht verweigere.«

»Die da wäre?«

»Druck«, murmelt er. »Druck ist das Einzige, was Mahdi versteht. Und das Druckmittel bist hundertprozentig du.«

Ich würde jetzt gern sagen, dass Sylvia so etwas nie vorschlagen würde. Aber wir beide wissen, dass das nicht stimmt. Sie ist einfach zu jung, um zu verstehen, was Erik, Jakob und mich angetrieben hat. Sie weiß nicht einmal, dass das, was sie getan hat, Verrat war. Alles, was sie wollte, war, unser Leben zu retten. Ich kann es ihr nicht übel nehmen, selbst wenn ich ahne, dass sie unsere Hinrichtung dadurch nur aufgeschoben hat.

»Wir dürfen ihn nicht gewinnen lassen«, sage ich entschlossen.

Da steckt Erik seine Hand durch den Sesselspalt und fasst nach meiner. Er hält sie eine Weile gedrückt, bevor er sie wieder zurückzieht und mir antwortet. …