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Barbara Pachl-Eberhart - „Federleicht“

ISBN: 9-783-778-79279-7

 

Klappentext:

Losschreiben, wenn die seele drückt. Schreiben, wenn die eigene Meinung einen Platz haben will. Schreiben, um kostbare Momente festzuhalten und Erinnerungen wachzuküssen... Schreiben kann ganz einfach sein – und das Leben auf ungeahnte Weise bereichern.

 

Barbara Pachl Eberhart führt Sie vom ersten, ferleichten Schreibschritt bis hin zu Veröffentlichung eigener Teste. Die kostbare Nebenwirkung: Jede Art des Schreibens stärkt eine Facette Ihrer Lebenskraft. So ist nicht nur der fertige Text das Ziel – sondern auch ein Leben, das von Ihrer eigenen Stimme getragen ist: freudvoll, sinnerfüllt, kreativ.

 

Inhalt:

„Federleicht“ ist ein ganz normaler Schreibratgeber, wie es viele auf dem Markt gibt. Frau Pachl-Eberhart erklärt hier vieles über die Entstehung einer Story, sie räumt mit Vorurteilen auf und nimm auch überschüssigen Wind aus den Segeln. Dazu bietet wie auch Schreibübungen an mit denen man die Theorie gleich in die Praxis umsetzen kann.

 

Leseprobe:

… Dieser Hinweis war kein pädagogischer Trick, sondern Ausdruck meiner Überzeugung: Blödeln muss sein. Unsinn macht Sinn, oft mehr Sinn als kluges Nachdenken oder Trübsalblasen. Aber: Nicht immer ist Blödelzeit. Und am besten funktioniert das Faxenmachen mit etwas Knwo-how.

Im Kindergarten hatte sich die Lage danach abrupt gebessert – auch weil sich Thimo mit seinem Anliegen durchsetzen konnte. Er versprach, in den Ruhezeiten brav zu sein, wenn es dann, später, auch andere Zeiten gäbe. Die „Blödelzeit“ wurde eingeführt. Das freute nicht nur meinen Sohn, sondern es entspannte alle, auch die Belegschaft.

 

Blödsinn schreiben

 

Wie schön. Dass man beim Schreiben nichts kaputt machen kann, auch wenn man noch so sehr über ide Stränge schlägt. Wie schön, wenn wir uns Zeit nehmen, nich tnur um Kluges oderTrübel zu schreiben, sondern auch, um kräftig zu blödeln. Nich timmer. Aber doch immer wieder, vielleicht öfter als geplant.

Das Blödeln erweitert die Freiheitsgerade, die wir uns beim Dichten erobert haben, ume ine weitere Dimension. Hier ist nun nichts mehr tabu. Rechtschreibung, Sinn, Gleichmäßigkeit im Stil, Rhythmus, Realitätsbezug. Auf alles darf ab jetzt gepfiffen werden.

 

Wie geht es Ihnen mit der Vorstellung, Blödsinn zu schreiben? Freuen Sie sich wie ein Kind? Oder haben Sie Vorbehalte? Platzt Ihre innere Stimmt mit Urteilen wie „Sinnlos“ oder „Zeitverschwendung“ heraus? Stellt sie die Frage: „Was soll das bringen?“ Sagt sie: „Man muss doch ernsthaft sein!“?

Verlachen wir sie nicht, diese innere Stimme. Nehmen wir sie ernst, wie alle Stimmen, die auf den ersten Blick lästig scheinen. Versuchen wir, der Stimme des Vorbehalts gewissenhaft Antwort zu geben. Gern lasse ich dafür einen meiner wichtigsten Mentoren zu Wort kommen: den englischen Clown Jon Davison, der  das Clownsein seit Jahren akribisch erforscht und dessen Theorien über ie Dynamik und Wirkung von Humor mich immer wieder aufs Neue beeindrucken und inspirieren.

„The encyclopedia af wrongness“ - 50 Arten, etwas falsch zu machen. So heißt ein Kapitel in Jon Davisons Buch Clown training: a practical guide. Die Thesen, die Jon vertritt: Nur wenn wir wissen, wie etwas richtig geht, können wir es bewusst falsch machen. Jeder Fehler gibt uns einen Hinweis darauf, was „richtig“ bedueten könnte. Und: Das Spiel mit den verschiedenen Graden des Falschseins erweitert unser Gefühl für Freiheit, die sich zwischen „Falsch“ und „So macht man es immer“ erstreckt.

Jeder Unsinn, den wir beim Schreiben betreiben, jeder absichtlich begangene Fehler stärkt unser Sprachgefühl. Zwischen „Richtig“ und „Falsch“ liegt ein Universum kreativer Möglichkeiten: das weite, sympathische Universum der Fantasie.

 

Der wichtigste Grund ist aber der: Unsinn zu schreiben macht Spaß. Wir dürfen uns erlauben, uns aus dem Korsett der Zweckhaftigkeit zu befreien. Das könnte sich anfangs ungewohnt, vielleicht sogar bedrohlich anfühlen: zeit aufzuwenden für etwas, das kein brauchbares Ergebnis bring? Ja, genau. Das Schreien von Blödsinn könnte uns zu der Erkenntnis führen, dass die wertvollsten Ergebnisse nicht immer da zu finden sind, wo wir sie vermuten. Dass der Verzicht auf einen stringenden Plan mitunter wertvollere Dinge bewirkt als jedes zweckmäßige, scheinbar effiziente Handeln.

 

Ergebnisse lassen sich beim Blödeln nicht werzwingen. Je eher wir bereit sind, auf sie zu verzichten, umso größer ist die Chance, das wir überrascht werden von dem, was sich aus dem Unsinn ergibt. …